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Am 17. April 2020 hat die Schweizer Band Smile ihre EP What A Wonderful World veröffentlicht. Abgemischt und gemastert wurde sie von Erik Bickerstaffe (Loathe). Auf der Bandcamp-Seite steht folgendes: „We based all the lyrics on multiple sources. You can find them on the lyrics tab for each track.“ Das meint die Band auch so. Schon mal der erste Bonuspunkt.

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© Smile - What A Wonderful World

© Smile – What A Wonderful World

Mit dem brachialen Disobedient beginnt die EP. Ein Lied gegen Krieg, für Kriegsdienstverweigerung. Und schon hier konnte ich sehen: Einige Zeilen sind mit Quellen angegeben und das Konzept sagt mir sehr zu. Es wird zu meiner Freude auch für die restlichen Stücke fortgeführt.

Impunity als zweiter Track macht auf mehrere Themen aufmerksam. Das eine Vergewaltigung beim Mann anscheinend nicht gilt, ist aber in vielen Ländern so und sie wird auch viel seltener zur Sprache gebracht. Außerdem werden noch einige andere Zustände erwähnt. Incels zum Beispiel. Auch wenn manchmal das auf die Absoluten Beginners ((https://de.wikipedia.org/wiki/Absolute_Beginners)) abfärbt, was die Medien schreiben, stimmt das im Großen und Ganzen leider. Das ist aber ein Differenzierungsproblem bei den Medien. Und bei den Rezipienten. Hat hiermit allerdings nichts zu tun.

Der Begriff Agoge, Titel des dritten Stücks, erklärt sich nicht so einfach. Agoge ist japanisch für Kiefer, ein Erziehungssystem der Spartas, Agogen bezeichnet aber auch Führer (Betonung liegt dann auf o) und wahrscheinlich noch mehr. Ich würde jetzt auf das Erziehungssystem tippen.

Bei Ruined From Above sehe Kapitalismuskritik und bei Guilt handelt alles von Schuld. Weil wir so undifferenziert einkaufen, konsumieren. Allerdings sehe ich darin noch mehr Kapitalismuskritik und Kritik am (deutschen) Sozialsystem, denn, solange wie die Sozialleistungen so gering gehalten werden und es so wenig Unterstützung gibt aus ungünstigen Verhältnissen heraus zu gelangen, solange bleibt den Menschen gar keine Wahl. Das System wird am Laufen gehalten.

Jetzt haben wir also gesehen, dass die Band sich viele Gedanken macht. Und die Texte sind dadurch viel nachvollziehbarer geworden, was es leichter macht Empathie zu empfinden. Für mich jedenfalls. Allerdings habe ich bisher nur erwähnt, das Smile aus der Schweiz kommen und brachiale Musik kreieren. Es handelt sich dabei um Hardcore, Beatdown und Djent. Eher weniger melodisch, wie ich finde, dafür aber, wie die Lyrics, schön hart. Ja, ich wünschte, mensch könnte auch über andere Dinge singen aber tja, Menschen sind nicht so sehr bekannt dafür Positives zu vollbringen. Spiegelt sich hier gut wieder in den Texten. Vor ein paar Wochen hätte die Platte noch deutlich schlechter abgeschnitten. Aber jetzt gerade stimmt für mich die Bewertung so.

Smile bei Bandcamp

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