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Serj Tankian – Elasticity CD Kritik

Serj Tankian - Elasticity (© Alchemy Recordings/BMG)

Serj Tankian - Elasticity (© Alchemy Recordings/BMG)

Mit “Mezmerize” und “Hypnotize” sind 2005 die beiden letzten Studioalben von System Of A Down erschienen. Seitdem wird gehofft und gebangt, wann es ein neues Album geben könnte. Und ob überhaupt. Frontmann Serj Tankian hat nun mit “Elasticity” eine EP veröffentlicht, deren Material für seine Hauptband bestimmt war. Gründe, warum das nicht geklappt hat, sollen musikalische Differenzen sein. 2020 gab es zwar unter dem System Of A Down-Banner zwei neue Stücke, die erneut Hoffnungen machten. Diese sind “Protect The Land” und “Genocidal Humanoidz”. Aber sie klingen anders. Nur einer wie SOAD.

Serj Tankian - Elasticity (© Alchemy Recordings/BMG)
Serj Tankian – Elasticity (© Alchemy Recordings/BMG)

Aber auch die anderen Nebenprojekte wie Scars Of Broadway, North Kingsley und etliche anderen zeigen schon sehr deutlich, dass das mit den musikalischen Differenzen nicht einfach dahergesagt ist, sondern Hand und Fuß hat. Insofern ist das eine gute Entscheidung, die Stücke dann unter einem eigenen Banner rauszubringen.

Der Titeltrack eröffnet und wird von “Your Mom” ergänzt. Beide Stücke haben schon einige (mehr oder weniger deutliche) Parallelen zur Hauptband des Sängers. “Rumi” ein poetischer Song über Tankians Sohn fängt balladesk an, geht aber zu rockigen Klängen über. Auch “How Many Times?” geht musikalisch in eine ähnliche Richtung. “Electric Yerevan” hat einen Bezug zu Armenien und ist somit wieder deutlich politischer. Das Stück bezieht sich auf die Strompreiserhöhung dort und das Aufbegehren vieler Armenier. Musikalisch wieder deutlich mehr System, wenn man das dauernd als Vergleich heranziehen möchte.

In einigen wenigen Stücken kommen die gewohnten exaltierten gesanglichen Ausbrüche von Serj durch, während sonst der eigene (im Sinne von “sonderbar anders”) gewohnte Clean-Gesang dominiert. Sei es nun im Rock- oder im (semi)-balladesken Gewand. Es passt weiterhin. Kaum überraschend. Eine markante Stimme, die mit der richtigen Instrumentierung gut zur Geltung gebracht werden kann. Einige orientalische Instrumente hinzugefügt und schon haben wir Serj Tankians neuestes Kurzformat. Hier hat er – entgegen meiner Befürchtung – doch ziemlich gut abgeliefert.

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.