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Project Pitchfork – Look Up, I’m Down Here CD Kritik

Project Pitchfork – Look Up, I’m Down Here (© Trisol)

Project Pitchfork – Look Up, I’m Down Here (© Trisol)

Ende der 1990er liefen so Stücke und Videos bei den damaligen Musiksendern, die tatsächlich auch Musik ausstrahlten und keine Serien, Werbung oder sonstigen Kram, der eindeutig nicht mit Musik in Verbindung steht. Hier sind gemeint: VIVA und MTV. Stücke und Videos bezieht sich, aufgrund der Rezension, auf Musik von den Hamburgern Project Pitchfork.

Diese veröffentlichten in diesem Zeitraum nämlich ihr neuntes Album namens “Eon:Eon” mit den Singles “Carnival”, “Steelrose” und “I Live Your Dream”. Letzterer hat es mir damals wie heute angetan und läuft immer noch. Die anderen beiden gesellen sich nach dieser Review dazu. Mal einige Erinnerungen Revue passieren lassen.

Project Pitchfork – Look Up, I’m Down Here (© Trisol)
Project Pitchfork – Look Up, I’m Down Here (© Trisol)

Mit “Look Up, I’m Down Here” werden gleich mehrere Fragen gestellt. “Sind wir wirklich allein in diesem lichtlosen Kosmos? Worin liegt der Sinn der Existenz? Wieso das alles Kriege, Terror, Hunger, Leid, im angehenden 21. Jahrhundert gibt es auf den ersten Blick nicht allzu viel, was der Menschheit zum Vorteil gereicht.” Und löst mit dem Satz: “Dieser Blick nach außen, er ist immer auch ein Blick nach innen.” Weiter heißt es später sinngemäß, was, wenn die Antworten, die du suchst, direkt vor deiner Nase liegen? Was, wenn es (immer noch) Hoffnung gibt?

Ja, was wäre dann? Was wäre, wenn es noch Hoffnung gibt? Wie würden wir uns verhalten und wie würden wir uns selbst sehen? Unser Handeln? Die Resultate unseres Tuns?

Durch die Augen eines Einzelnen reiten wir auf den Liedern dieses Longplayers durch die Geschichte der Menschheit. Wir erleben Krieg, Verlust, die Ausbeutung der Natur, Isolation und den verheerenden Triumph sogenannter sozialer Netzwerke. Das 17. Studioalbum der Band hat es wirklich in sich und berührt sicherlich keine leichten oder seichten Themen.

Dieser Dark Electro, den Project Pitchfork immer wieder verfeinert haben, wird hier mit düsteren und ausgearbeiteten Texten kombiniert. Herausgekommen ist ein düsteres Album und als Hörer muss man schon Willens sein, zwischen all den genannten Themen noch immer Hoffnung zu erkennen. Tatsache ist aber auch, dass es eine Vielzahl verzückender Melodien gibt, der Sound häufig tanzbar ist und im positiven Sinne eine neue Tanzwut auslösen kann. Allerdings benötigt es auch die richtige Stimmung. Ist diese gegeben, steht dem Hörgenuss nichts mehr im Wege.

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.