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Norma Jean – Deathrattle Sing For Me CD Kritik

© Norma Jean - Deathrattle Sing For Me Artwork

© Norma Jean - Deathrattle Sing For Me Artwork

Norma Jean hat am 12. August 2022 ihr aktuelles Studioalbum “Deathrattle Sing For Me” über Solid State Records veröffentlicht. “Call For The Blood” war die erste Single aus dem Album und diesem wurde auch ein Musikvideo spendiert. „Accept that everything is a draft“, sagt Cory Brandan über den Song. „It helps to get it done. We banded together to make this record and to me, this song is the rallying cry. Composed by my brother, [co-producer] Matthew [Putman], this song was written around a single idea, altered heavily in post, and then mimicked by us. The studio and post-production elements acted as an instrument. The experimentation and the process behind this track was a major point of inspiration for many other things we ended up doing throughout Death Rattle Sing For Me. I feel like Matthew wrote this song with my voice in mind and I wanted to do something very unique over it. Dangerous rock ’n‘ roll! Blast it!“

Matthew Putman ergänzt mit folgenden Worten: „‚CFTB‘ was one of the first songs where I felt like we were establishing a personality for the album. Even though it was constructed in the studio from manipulated ideas we captured during a ‚riff vomiting‘ session with Grayson, it still has a very raw, live energy. The samples were all chosen in a very deliberate way for how they colored the story behind the song (rebellious unity). There is nothing random about ‚CFTB‘; every sound has meaning. This is one of my all-time favorite vocal performance from Cory, where he proves once again why he’s one of the best of his generation“.

© Norma Jean - Deathrattle Sing For Me Artwork
© Norma Jean – Deathrattle Sing For Me Artwork

Großzügig zitiert habe ich hier, das gebe ich gerne zu, aber: es beschreibt nicht nur diesen einen Song ganz gut, sondern gibt auch einen Einblick in die Herangehensweise, die das ganze Studioalbum betrifft. Die Zeiten in denen Norma Jean Metalcore und Mathcore in „Reinform“ gespielt haben sind schon länger vorbei. Das zeigt sich schon, deswegen die ausgiebigen Zitate, an der Beschreibung „dangerous rock’n’roll“ am Ende des ersten Absatzes. Diese Beschreibung zieht sich als roter Faden durch den Longplayer und man findet aus Metalcore und Mathcore noch vereinzelte Elemente, sie sind aber nicht mehr in der Mehrheit noch überwiegen sie in weiten Teilen. Das ist vorbei.

Das wiederum muss aber noch lange nicht Schlechtes bedeuten. Es gibt Elemente aus dem Punk, dem Alternative-Bereich und anderen Stilen. Die Band beschreibt das Album als komplex, intensiv und empfiehlt: „Do whatever you want with it. I hope you escape with it—then let us know what you think in a year.“ Naja, Promo-Firmen und Label lassen einen in der Regel kein Jahr Zeit bis man darüber sprechen kann. Aber ich denke mit einer Verzögerung von August bis Oktober kann ich gut leben. Zugegebenerweise habe ich in dieser Zeit nicht nur dieses, sondern auch andere Alben gehört. Und: Wenn mich ein Album nicht zeitnah überzeugen kann, dass ich es öfter anhören soll, liegt das Problem nicht nur bei mir. Gleiches gilt auch für Bücher. Da musste ich auch dazu übergehen einige Regeln für mich als Rezensent aufzustellen. Ich arbeite mich nicht mehr durch Hunderte Seiten Material durch. Entweder es „funkt“ zwischen mir und dem Medium innerhalb einer bestimmten Zeit oder eben nicht.

Auch wenn mich ein Album nicht anspricht, spreche ich damit dem Werk nicht den künstlerischen Aspekt oder die Arbeit darin ab. Ich weiß das sehr wohl zu schätzen. Allerdings ist mein Geschmack wie er eben ist. Ich mag aber tiefergehende Platten und Lyrics. Dafür müssten diese halt mitgeliefert werden. Trotzdem ein sehr abwechslungsreiches Album und für Norma Jean Fans sicherlich ein ansehnliches Werk.

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.