SLAM Nr. 105
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Die deutsche Band Faun veröffentlicht nicht nur ein neues Album namens Märchen & Mythen, sondern durchleben meines Erachtens gleiche oder zumindest ähnliche Stadien wie zum Beispiel bei Unheilig. Sie waren eher der „schwarzen Szene“ zugeordnet und plötzlich hört sie „jeder“, sie haben ihre Platten mühevoll in Kleinstarbeit „selbst veröffentlicht“, jetzt macht es der große, böse Major. Das hat schon vor einigen Alben begonnen. Und, so dünkt mir, ein Teil der Medien macht da gerne mit, generiert es doch Grenzen durch Provokationen, somit auch Leute, die sich damit beschäftigen. Bei dem ganzen Bashing blieb aber die Band, das Album und was da so zugehört auf der Strecke. Denn von halbwegs objektiver Rezension kann da schon keine Rede mehr sein. Hören wir doch einmal in das neue Werk rein.

(c) Elena Iseris - Faun - Märchen & Mythen

(c) Elena Iseris – Faun – Märchen & Mythen

Ganz klassisch beginnt es mit einem Es war einmal… Frei nach dem Motto, alle märchenhaften Geschichten starten auf diese Art und Weise. Dann will uns die Band um Oliver Satyr einnehmen, mitnehmen. Der Spoken-Word-Part wurde im Übrigen von Otto Mellies gesprochen. Dem Schauspieler, der seine Stimme schon dem Zauberer Saruman im Film Herr der Ringe verlieh.

Danach folgen Rosenrot (wo wohl ihre Schwester Schneeweißchen abgeblieben ist?). Die Songs Seemann, Jorinde, Die weiße Dame und Hagazussa werden in der Bandinfo kaum bedacht. Gerade bei Seemann würde mich der Ursprung interessieren, da dazu einfach nichts zu finden ist. Außerdem dem gleichnamigen Rammstein-Song. In den anderen Stücken kommen Jorinde und Joringel. Die weiße Dame hingegen führt mich via Wikipedia nach Namibia anstatt bei Grimms Märchen zu bleiben. Hagazussa ist altdeutsch für Hexe und in den Märchen aus aller Welt gibt es davon viele.

Natürlich gibt es noch weitere Stücke. Aber ich möchte nicht alle auseinander nehmen, die Spannung vorweg nehmen. Tatsache ist jedoch, dass das Album zwar ein gutes ist, auch die typischen Faun-Themen enthalten sind. Musikalisch jedoch etwas auf Abwegen geraten scheint. Klar, es klingt noch Faun durch. Es gibt aber nur wenige Stücke und Momente, die automatisch an den Begriff Faun andocken, wo ich nicht nachhelfen muss. Schwer zu beschreiben. Die Bewertung ist als 3,5 zu verstehen.

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