Ender von Redwood Hill
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Mit Eskapist haben The Hirsch Effekt bei mir ihr Debüt gegeben. Für mich war es eine schöne Erfahrung. Eine Platte die voller Melodien, Wut, Chaos und Eleganz ist. Nun, drei Jahre später, gibt es mit Kollaps den Nachfolger. Ob sie mich wieder mit ihrem Artcore überzeugen können wird sich zeigen.

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© Long Branch Records - The Hirsch Effekt - Kollaps

© Long Branch Records – The Hirsch Effekt – Kollaps

Was man schon mit dem Opener am eigenen Leib beziehungsweise Gehör erfährt: Die Band ist deutlich ruhiger als auf ihrem Vorgänger. Kris heißt das gute Stück und kann einfach nur ein Vorname, Spitzname oder ein asiatischer Dolch sein. Noja (vielleicht die Gemeinde in einer Autonomen Region?) ist das nächste Lied und der Eindruck verfestigt sich. Sie sind nicht mehr so straight forward, sondern bewegen sich im Mittelfeld. Was aber nichts Schlechtes sein muss.

Dann folgen Stücke wie Deklaration und Allmende (Allgemeingut). Aber auch Domstol (Gerichtshof in Schwedisch), Moment, Torka, Bilen (eine Sprache oder ein Volk gleichen Namens?), Kollaps und Agera (schwedisch für to act oder als Imperativ You act!).

Aber dieses strukturierte Chaos ist nichts, was die Hörerschaft fürchten muss. Sie weichen immer noch von dem ab, was mensch erwartet und bereiten dadurch Freude. Die Sozialkritik – stellenweise mit einem Augenzwinkern oder zwei – ist ebenfalls vorhanden. Ich vermute die Fridays-For-Future in Agera. Das würde von der Bedeutung her auch wunderbar passen.

Trotz der neuen Struktur gibt es immer noch einige Oha-Momente, solche wo die Hörer verdutzt aufschauen und wieder aufmerksamer sind. Vielleicht hält das die Aufmerksamkeit oben. Wie bei dem Schrifttyp Sans Forgetica, wo 1/3 fehlt und das aufmerksame Lesen gefördert werden soll.

(**)

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