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Die Ärzte – Dunkel

Die Ärzte - Dunkel ((c) Hot Action Records)

Die Ärzte - Dunkel ((c) Hot Action Records)

Mit “Dunkel” ist nach rund einem Jahr das nächste, neue Studioalbum (das 14.) erschienen. Der Nachfolger zu “Hell”. In den Jahren davon erschien “auch”, eine weitere Biographie (“Das Buch Ä”) und es gab einige Konzerte sowie eine Downloadsingle namens “Drei Mann – Zwei Songs”. Das Vorgängeralbum warf einige Fragen auf, war aber gut und erfreut(e) sich auch bei mir einer großen Beliebtheit. Wie es mit „Dunkel“ aussieht, werden wir gleich feststellen. Macht ihr mit?

Die Ärzte - Dunkel ((c) Hot Action Records)

Die Ärzte – Dunkel ((c) Hot Action Records)

“KFM” ist ein Opener, wie er sich gewaschen hat und heißt ausgeschrieben nichts anderes als “Karnickelfickmusik”. Ein wahrer Punkrock-Klopper und wird einige direkt abholen, der Rest kommt im Laufe des Albums nach. Viele Stücke machen dem Albumtitel allerdings alle Ehre: der Titeltrack, “Tristesse” ein wenig, “Nachmittag”, “Menschen” und “Danach”. Manche übertragen das sowohl via Musik als auch im Text, einige Track nur durch Letzteres.

Auch wenn es typisch Bela ist, passt es ins Programm der Platte und es bietet Abwechslung. Neben solchen Themen gibt es ein bisschen Spaß für den die Ärzte immer schon bekannt waren und sind aber erneut einiges an politischen und kritischen Äußerungen. Zum Beispiel in “Doof” (unter anderem zu Nazis), “Einschlag”, “Anastasia” und “Besser” behandeln das Thema toxische Männlichkeit. Wohingegen ein Stück wie “Our Bass Player Hates This Song” die Demokratie erklärt, lobt und kritisiert. Ärzte-untypisch mit einem Zeigefinger. Es sei ihnen gestattet, denn es passt, ist gut, richtig und wichtig. Ich hoffe, Rod hasst ihn nicht allzu sehr.

„Schrei“ ist ein bisschen anders. Rod singt hier ziemlich heiser und der Song ist schön melodisch-punkrockig. „Kraft“ ist die vertonte Version von „Tresenkraft“ und des Gewichts des Wortes gewidmet. Worte haben Kraft. „Schweigen“ hat ein wenig 80s-Drum-Machine in sich. Also, eigentlich ziemlich viel. Bela singt und das schwingt auch mit. Farins „Tristesse“ ist ein sommerlich angehauchter Latin-Ska-Song mit einem Text, der nicht so recht passen mag zur fröhlichen Musik und daher so gut passt. In der Mitte kommt ein „Kerngeschäft“ mit dem Thema „Musik ist älter als Kapitalismus“. Außerdem beinhaltet dieses Stück ein Rap-Feature von und mit E-Bow.

Und wie ist das Album „Dunkel“ nun von Die Ärzte? Tja. Wie immer. Gut. Im ernst. Über eine Stunde Musik, keine Ausfälle, musikalische richtig gut, textlich auf den Punkt und abwechslungsreich. Außerdem einmal in der dekadenlangen Karriere ganz offensichtlich den erhobenen Zeigefinger benutzt. Ja, nu, öfter mal was Neues und da ist man, wie ich finde, bei den Ärzte genau an der richtigen Adresse. Meinetwegen müssen wir nicht wieder acht Jahre warten bis zum nächsten Album. Die Band kann, glaube ich, nur gut. Scheiße geht nicht. Also, im Sinne von einem richtigen Totalausfall. Das man, je nach Stimmung mal einen Song weniger ansprechend findet – oder besser – ist geschenkt. Alles richtig gemacht.

Band: Die Ärzte
Titel: Dunkel
Label: Hot Action Records
Genre: Punkrock
VÖ: 24. September 2021
Spielzeit: 66:08 Minuten
Wertung: 5 / 5

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.
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