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Deamon’s Jaded Passion – Elodea CD Kritik

Deamon’s Jaded Passion – Elodea (© Impression Records / Lifeforce Records)

Deamon’s Jaded Passion – Elodea (© Impression Records / Lifeforce Records)

Mitte der 1990er-Jahre gründete sich die Band Reproach, die, glaube ich, ein Demo veröffentlichten und sich dann in Deamon’s Jaded Passion umbenannten. Hier erschien 1998 die MCD “Elodea” auf Impression Records, ein Re-Release später im Jahre 2000 bei Lifeforce Records. Im selben Jahre endete die Karriere der Band auch. Zumindest mit DJP.

Die Band wird verschiedenartig umschrieben und alles trifft irgendwie zu. Metallischer Hardcore mit Screamo-Anleihen oder umgekehrt. Kreischcore mit einem sehr verzweifelt klingenden Sänger. Passt alles irgendwie. Auf jeden Fall ist die MCD eine ziemlich düstere Geschichte und wahrscheinlich gehen depressive auf Abstand. Mir hilft es aber irgendwie. Also, habe ich die MCD in Erinnerung behalten.

Deamon’s Jaded Passion – Elodea (© Impression Records / Lifeforce Records)
Deamon’s Jaded Passion – Elodea (© Impression Records / Lifeforce Records)

Freudige Themen sollten hier nicht erwartet werden. “Elodea” ist der wissenschaftliche Name für die Wasserpest. Drei Sorten gelten in vielen Teilen der Welt als Neophyten, also als eingeschleppt. “Tunnel View”, “Through God’s Eyes” und das französisch betitelte “Ce n’est que le début” – Das ist nur der Anfang – geben einem Einblick und auch Recht bei der Einschätzung bezüglich der Schwere, Finsternis im Text wie auch in der Musik.

Das vierte Stück trägt den Namen, vielleicht von dort – wer weiß?, des Teufelgotts “Kothoga” aus dem Film “Das Relikt”. Danach folgen die Stücke “Mind of Misery” und ein nicht näher benannter Bonustrack. Stimmung, Sound – wie gehabt. Auf die Zwölf, hart, düster, verzweifelt klingend.

Wenn man bedenkt, was später unter dem Begriff Screamo firmierte – von den bekannteren Bands – dann klingen diese wie von einer genre-spezifischen Kuschelrock-CD entnommen. Hier gibt es die Essenz dessen, ungeschönt, verzweifelt im Gesang, chaotisch, nicht massentauglich, düster.

Wer mal wieder in alte Zeiten und Sound schwelgen mag, ist hier sicherlich genau richtig. Die, die damals sich ein Exemplar sichern konnten, sind dabei klar im Vorteil. Zum Kauf habe ich “Elodea” nicht mehr gesehen. Ziemlich guter Klang für damals, für den Untergrund und auch genau der richtige Soundtrack für eine Scheißzeit. Hier lässt sich prima alles “reinlesen” und durch die Musik mit- und erfühlen.

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.