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Callejon – Fandigo

Callejon - Fandigo Cover

Callejon – Fandigo Cover

CD Kritik –Seit dem Gig in Soest habe ich die Band im Ohr und auch ihr Album „Willkommen im Beerdigungscafé“ fand ich damals richtig gut und habs gefeiert. Seit dem ist die Band Callejon ein mehr oder weniger stetiger Begleiter und wie bei allen Bands, die mir auf diesem Niveau zusagen, sind mir auch die Texte immer wichtig. Ich könnte andere Bands nennen, wo es ebenfalls zutrifft aber hier geht es um Callejon und ihrem neuen Album „Fandigo“.

Ein Titel, und dafür bräuchte ich die Info nicht, bestehend aus einem Wort („Fandigo“), dass sich aus Fan und Wendigo zusammensetzt. Wendigo (oder auch Windigo, Kokodjo, Atcen) ist eine (indianische) Mythengestalt, die Menschenfleisch frisst. Annahme (und durch die beiliegende Info auch Bestätigung für ebenjene): alles verzehrender Fan. Oder auch etwas „umständlicher“: Callejon sind Fans von sich selbst (ich denke, das sollte man sein, zwecks Authentizität und stellt keine negative Unterstellung von Abgehobenheit dar) und geraten immer wieder an Punkte der Selbstzerfleischung. Wenn die Band einen vollends einzuverbleiben droht, die euphorischen Gefühle bei den Aufnahmen, die Freude, wie die Fans reagieren werden und dergleichen.

In der Info steht aber auch sinngemäß: Nach der Veröffentlichung ist nichts mehr, wie es war. Callejon sind anders. Und das merkt man eigentlich – okay, das gab es auch schon bei den vorherigen Alben. Doch hier – bei Fandigo – ist es aus meiner Sicht unverhältnismäßig, grobschlächtig und unfair. Ist halt Geschmackssache und mir ist eine unbequeme Platte, die Zeit für ihre Reifeentwicklung benötigt, was hier der Fall ist, ungleich lieber wie zum x-ten Mal ein ähnliches Album, dessen Eindruck schon nach zehn Minuten vergeht.

„Fandigo“ hat Melodien, hat Pop-Appeal, hat Synthesizer, glänzt mit Callejon und intelligenten Texten. Hymnen, die nicht mehr aus meinen Ohren wollen. Wunderbar. „Utopia“ hat mich gefreut, bis ich es gehört habe. Im Kontext des Albums und mit der Zeit musste ich aber eingestehen: Guter Song, passt dazu. Genau wie der Rest. Unglaublich gutes Songwriting, Spaß an der Musik, ernste Lyric – eine Platte, auf der verschiedene Welten, Stile, zusammen vermengt wurden.

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Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.
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