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Starbucks ungefiltert ist eine Dokumentation von ARTE, zumindest habe ich sie dort gefunden und mir angesehen. Regie führten Luc Hermann und Gilles Bovon. Es gibt mittlerweile rund 28.000 Cafés in 75 Ländern. Die Intention gegen den Kapitalismus agieren zu wollen, so wie es anfangs gedacht und umgesetzt wurde, ist seit der Übernahme durch einen neuen Chef sehr anders verlaufen. Die Starbucks Coffee Company steht nicht erst seit gestern für die Globalisierung. Starbucks ungefiltert zeichnet von der Firma ein ganz anderes Bild als das, was die Marketing-Strategen von Starbucks haben wollen.

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Die Mitarbeiter kommen anonym und selten sichtbar offen (=nicht anonym) zu Wort, aber auch ehemalige wie aktuelle Mitarbeiter wie die früheren Gründer, aktuelle wie ehemalige Marketing-Experten, Besitzer von anderen Immobilien und so weiter.

Man versteht, was Starbucks bewirken möchte und warum, man sieht allerdings rund 90 Minuten, warum man ihnen das auch nicht abkaufen kann. Dieses Image von fair gehandeltem Kaffee – der Aufdrucks ist ein eigenes Label mit eigenen Regeln, die nicht unbedingt mit denen, der generell üblichen Fairtrade-Labeln sowie deren Regeln für ein fair gehandeltes Produkt übereinstimmen.

Man investiert 10 Millionen in die Entwicklung von umweltfreundlichen, recyclebaren Kaffeebechern – ohne Zeitangabe, wann das umgesetzt werden soll. Dass diese Art Becher, die Strohhalme, die Farbe durchaus schon heute recyclebar sind und Starbucks dort eigentlich „nur“ wegen des Formats der Becher et cetera hätte anfragen müssen, das scheint man nicht zu wissen. (https://www.bioeinweggeschirr.de/)

Auf der anderen Seite muss man fairerweise sagen, dass die Firma sich engagiert und deutliche Worte für eine Flüchtlingspolitik – auch bei den eigenen Einstellungen – findet, sich für eine gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen hat und dergleichen. Es ist also nicht alles Böse, was hier gezeichnet wird.

Starbucks möchte einen sogenannten dritten Ort schaffen. Ein soziologisches Konzept für einen Wohlfühlort, der zwischen Arbeit und dem eigenen Zuhause liegt. Grob gesagt. Dies in Verbindung mit der Vermittlung des Gefühls von „Ich kann mir ein solch luxuriöses Getränk für rund 6-7 Euro pro Becher leisten“ scheint eine gute Kombination zu sein, die anderen Lokalitäten mit dem eigenen Flair zum Verhängnis wird.

Die Dokumentation ist hier zu sehen und kann ich jedem nur ans Herz legen. Für mich ein 90-minütiger Grund, warum ich dort in Zukunft auch weiterhin keinen Fuß reinsetzen möchte und sollte.

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