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MW Deluxe von Osamu Tezuka Comic Kritik

MW von Osamu Tezuka (© Carlsen Verlag)

MW von Osamu Tezuka (© Carlsen Verlag)

Mit “MW” von Osamu Tezuka gibt es einen sehr düsteren Manga. Der Autor und Zeichner lebte von 1928 bis 1989. Der Titel dieses Werks “MW” wird “Mu” gesprochen und erschien von 1976 bis 1978 als Serie bei Big Comic, einem Magazin. Big Comic bot einen Ort für große Geschichten, oft mit politischem Zeitbezug. “MW” thematisiert in nur leicht verdeckter Form das Verhältnis zwischen Japan und den USA zu Zeiten des Vietnamkrieges. Der Titel bezieht sich auf ein Giftgas gleichen Namens, ein Mad Weapon.

Im Manga tötete dieses Giftgas 15 Jahre Hunderte von Menschen auf einer kleinen Insel. Im Buch heißt diese “Okino Mafune”. Eine Anlehnung an Okinawa, wo es im Juli 1969 zu einem ähnlichen Zwischenfall auf einer der dortigen US-amerikanischen Militärbasen gekommen war. Im Manga überlebten nur zwei Menschen diese Katastrophe: ein älterer, der später Priester wurde und ein jüngerer, der durch das eingeatmete Gas einen konträren Weg einschlug. Yuki ist ein Soziopath, der willkürlich tötet und tritt in verschiedenen Verkleidungen auf. Das wird sowohl mit seinem schauspielerischen Erbe als auch mit seiner Bisexualität begründet. In dieser Hinsicht kann man MW auch “Man to Woman” lesen oder gute, christlich motivierte Absichten kehren sich um ins Gegenteil. Der Politiker Eikaku Nakata, Politiker in einer fiktiven Partei in diesem Band, ist an Kakuei Tanaka angelehnt und damit dem Lockheed-Schmiergeldskandal von 1976. Auch die Studentenunruhen sind dabei. Eine andere Figur ist an Porfirij aus “Schuld und Sühne” von Dostojewski angelehnt. Meine Äußerungen sind angelehnt an der Analyse von Jaqueline Berndt, deren Analyse am Ende zu lesen ist und detailreicher geschrieben wurde.

MW von Osamu Tezuka (© Carlsen Verlag)
MW von Osamu Tezuka (© Carlsen Verlag)

Die über 500 Seiten dieses Mangas haben mir zu schaffen gemacht. Es war langwierig und ab und zäh. Meine Konzentration bei längeren Geschichten, dazu noch am Rechner (Lese-PDF als Rezensionsmaterial; keine Kritik daran, sondern Schilderung der Umstände/Gegebenheiten) lesen. Das hat mich schon angestrengt. Außerdem habe ich selbst noch einige Probleme hier und da. Alles nicht so einfach. Aber: Gestern hatte ich einen guten Lauf, ich habe bestimmt 100-150 Seiten gelesen und kann darüber nun schreiben.

Im Großen und Ganzen bin ich damit nun doch zufrieden. Gerade auch wegen der Analyse am Ende des Buches, die noch mehr Klarheit und spannende Details mit reingebracht hat. Wenngleich auch erst im Nachhinein. Aber mir hat es nun doch Spaß gemacht und konnte dem Ganzen Spannung abgewinnen. So wird es sicherlich vielen gehen.

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.

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