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Guantanamo Kid – Die wahre Geschichte des Mohammed el Gharani von Jérôme Tubiana, Alexandre Franc

Aus dem Carlsen Verlag erreicht mich ein neuer Comic namens Guantanamo Kid – Die wahre Geschichte des Mohammed el Gharani von Jérôme Tubiana, Alexandre Franc. Mohammed el Gharani war nicht einmal 14 Jahre alt als er seine Heimat Saudi-Arabien verließ, um in Pakistan Englisch und Informatik zu lernen. Kurz nach dem Attentat vom 11. September 2001 wurde er dort festgenommen und auf die amerikanische Militärbasis Guantanamo Bay in Kuba verbracht.

© Carlsen Verlag - Jérôme Tubiana, Alexandre Franc - Guantanamo Kid - Die wahre Geschichte des Mohammed el Gharani

© Carlsen Verlag – Jérôme Tubiana, Alexandre Franc – Guantanamo Kid – Die wahre Geschichte des Mohammed el Gharani

Das Recht wurde dort außer Kraft gesetzt, er war einer der jüngsten Gefangenen und einer der wenigen Schwarzen. Acht Jahre dauerte es bis er sein Gerichtsverfahren bekam und seine Unschuld endlich anerkannt wurde.

Weiter heißt es in der Info: „Die Graphic Novel erzählt die erschütternde Geschichte des jungen Afrikaners im berüchtigten Guantanamo Bay, das zu einem Symbol für die Unmenschlichkeit des amerikanischen „War on Terror“ und dem Versagen der internationalen Gemeinschaft geworden ist. Und zugleich ist die Comicreportage ein Appell für humanitären Umgang mit Geflüchteten.“

Jérôme Tubiana ist Journalist und unabhängiger Beobachter. Er konnte Mohammed el Gharani im Jahre 2010 im Tschad treffen. Auch das Nachwort ist aus seiner Feder und bereitet Gänsehaut, Unwohlsein, Unverständnis und hemmungsloses Kopfschütteln. Denn die Geschichte ist nicht zu Ende. Der ehemalige Gefangene lebt(e) immer wieder / noch in Angst. Kaum eine ruhige Minute und von medizinischer Versorgung kann ebenfalls keine Rede sein, selbst wenn sie nach der „Hauptgeschichte“ eigentlich dringend notwendig gewesen wäre. Aber, lest selbst. Es ist erschreckend erschütternd.

Die Illustrationen von Alexandre Franc, der 1973 in Lyon geboren wurde, sind ebenfalls eine gute Ergänzung. Die das Buch zu dem machen, was es letzten Endes ist. Eine wahnsinnige Geschichte, wo ich als Leser das Gefühl hatte: Lass es doch endlich vorbei sein. Es tat weh dies zu lesen, es erfüllt einem mit Bedauern und zeigt auch das Gesicht der westlichen Welt.

Besser als jeder Kaffee um aufzuwachen und zu realisieren, was hier alles schiefläuft. Sofern immer noch nicht geschehen. Gutes, interessantes Buch.

(**)

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.
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