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Almost von Manu Larcenet

Almost von Manu Larcenet (© Les Reveurs)

Almost von Manu Larcenet (© Les Reveurs)

Bei „Almost“ von Manu Larcenet handelt es sich um eine beeindruckende, autobiografische Realisierung im Comicformat. Ursprünglich ist das Ganze im Verlag Les Reveurs im Jahre 1998 erschienen und hat – auch in der englischen Fassung, die ich gelesen habe und um die es hier geht – 98 Seiten.

Almost von Manu Larcenet (© Les Reveurs)

Almost von Manu Larcenet (© Les Reveurs)

Das es nicht für Jedermann ist, das Dienen “seines” Landes, hat sich schon öfter gezeigt. Als Manu Larcenet zum Militär kam und es sofort hasste dort zu sein, war ich froh über meine Entscheidung und mich entscheiden zu dürfen, nicht dorthin zu gehen. Also, in Deutschland zur Bundeswehr. Ich wusste schon vorher, dass es nichts für mich ist und es nicht gut für mich enden würde.

Larcenet begegnete ich in Comic-Form zu allererst über eine Empfehlung eines sehr guten Freundes zu Brodecks Bericht. Grandiose, mehrbändige Illustrationen und eine tolle Geschichte. Das ich nun in englischer Sprache mir “Almost” zu Gemüte führen dürfte war mehr ein Zufall, denn geplant.

Der Autor schildert hier auch einige Situationen, die schwer zu verdauen sind und sich gut nachfühlen lassen, da diese sehr verständlich gemacht worden sind. Was es psychisch nun mit Larcenet gemacht hat, mag ich nicht zu beurteilen. Toll war das Erlebte nicht. So viel ist mal sicher.

Und gegen Ende wartet Manu Larcenet mit einer Schilderung zu einer Übung auf, die auf grausame Weise schiefgelaufen ist und für kaum einen Beteiligten ein gutes Ende nahm. Eigentlich für niemanden. Ein Eindruck, der sich nicht abschütteln lässt, ist das, was ich bei meinen eigenen beiden (bisher nur zwei) Büchern hatte oder erhoffte zu habe: eine Art Therapie.

Dieser Band, ein Reprint, hat am Ende noch einen Kommentar in Cartoon-Form vom Autor, indem dieser erklärt, wie sich das Ganze noch Jahre später nach der Veröffentlichung anfühlt.

Tatsache ist, und das sollte bei der Thematik sowieso klar sein, es ist kein Friede, Freude, Eierkuchen-Buch. Es ist ernst, im Querformat und beinhaltet keine drastischen Zeichnungen. Sie sind aber auch nicht nötig. Das Werk lebt von der Geschichte, der Ernsthaftigkeit, der düsteren Aura, die Ahnung, wie es wohl wirklich gewesen sein musste. Nämlich, vermutlich, viel schlimmer. Empfehlung.

Titel: Almost
Autor: Manu Larcenet
Verlag: Les Reveurs
Genre: Real-Erzählung
VÖ: ursprünglich 1998
Seiten: 98
Wertung: 5 / 5

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.
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