CD-Review: Ye Banished Privateers – First Night Back In Port

Band: Ye Banished Privateers
Titel: First Night Back In Port
Label: Napalm Records
Genre: Pirate Folk
VÖ: 30.06.2017
Wertung: 4/5

Bekannt geworden durch ihre fast schon showträchtigen Auftritte auf den Mittelalter Phantasie Spectaculi, machen die Piraten von Ye Banished Privateers sich nun auf zu neuen Ufern: „First Night Back in Port“ heißt die neue Platte der Pirate-Folk-Combo. Diese erweist sich von Anfang an als ebenso vielseitig wie die bunte Truppe selbst mit ihrer Mannschaftsstärke von knapp 30 Musikern. Neben Fideln, Banjos und einem stimmgewaltigen Chor gibt es da unter den Privateers auch echte Goldkehlchen zu entdecken.

So etwa die gefühlvolle, klare Stimme von Magda Andersson, die den sehnsüchtigen Opener „Annabel“ anführt, der die Geschichte der weltberühmten Piratenbraut erzählt. Ganz so nostalgisch bleibt es jedoch nicht: Auch der Feierfaktor kommt auf „First Night Back in Port“ nicht zu kurz, etwa auf dem Shanty „Cooper’s Rum“, der von dem stampfenden Rhythmus des Chors der Verdammten sich zu einem echten Tavernenhit mausert.
Atmosphärisch greift Ye Banished Privateers den Klang einer verrauchten Hafenkneipe gekonnt mit dem passenden Lärm und Gejodel im Hintergrund auf, Authentizität wird bei den nordischen Piraten nicht nur im detailgetreuen Bühnenbild großgeschrieben!

Rebellisch und mit einem Schuss Punk-Atmosphäre in Text und Musik kommt so „The Declaration Of Independence“ daher, in welchem das Akkordeon sich technisch nur noch „We Are The Banished Privateers“ übertrifft.
Fast schon heroisch beschwört der Captain seine Crew auf Abenteuer und Gemeinschaft ein, das Banjo als E-Gitarren-Ersatz genutzt, besitzt die Nummer ordentlich Zunder und geht sofort ins Ohr.
Da braucht es ordentlich Zeit zum Runterkommen, scheint Ye Banished Privateers sich gedacht zu haben: Mit dem Kuss der Meerjungfrau („Mermaid’s Kiss“) verzaubern die Seeräuber ein letztes Mal ihre Hörerschaft mit schmachtenden Geigenklängen, tragenden Flötenmelodien und einer dezent säuselnden Sirene im Hintergrund über bald acht Minuten hinweg, ehe das Rauschen des Meeres über die letzten Momente des Albums hinausträgt.
 
Trackliste:
 
1. Annabel
2. A Night At The Schwarzer Kater
3. First Night Back In Port
4. All The Way To Gallway
5. Cooper’s Rum
6. Skippy Aye Yo
7. I Dream Of You
8. A Declaration Of Independence
9. For A Fragile Moment’s Ease
10. We Are The Banished Privateers
11. Bosun’s Verses
12. Eastindiaman
13. Devil’s Bellows
14. Ringaroo At Cooper’s Inn
15. Meermaid’s Kiss

 

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