CD Review: Tori Amos – Unrepentant Geraldines

DJ Bobo – 28.05.2014 – Lanxess Arena, Köln
29. Mai 2014
CD Review: Rebekka Bakken – Little Drop Of Poison
30. Mai 2014

ToriAmos_UnrepentantGeraldinesBand: Tori Amos
Titel: Unrepentant Geraldines
Label: Mercury / Universal Music
Genre: Pop
VÖ: 09.05.2014
Spielzeit: 54 Minuten
Wertung: 4/5

Werbung

Sie ist wahrlich eine Vollblutmusikerin wie sie im Buche steht. Statt einer normalen Schule besuchte die Künstlerin Tori Amos das Peabody-Konservatiorium für Musik, wo sie in klassischem Gesang und Klavier ausgebildet wurde. Mit elf warf sie die Schule hin und begann bereits mit 13 Jahren ihren ersten Job als Pianistin in einem Club in Georgetown. Ihr Vater – ein Methodisten-Pfarrer – begleitete sie damals noch als Aufpasser zu jedem Auftritt. Heute kann die einzigartige Sängerin auf 14 Studioalben zurückblicken. Das jüngste Werk „Unrepentant Geraldines“ steht seit Anfang Mai in den Ladenregalen.

Tori Amos zeichnet sich nicht nur durch ihre einzigartige und unverwechselbare Stimme aus, sondern auch durch das Gefühl, das in ihren Liedern steckt. Ihre Songs sind filigran gesponnene Klanggerüste, die aber gerade dadurch ihren Charme entwickeln. Jede Note sitzt genau dort, wo sie sein soll ohne unnötig auf den Putz zu hauen. Effekthascherei hat die Musikerin nicht nötig.

Stattdessen sind ihre stärksten Songs sogar schlicht am Klavier arrangiert. „Wild Way“ zum Beispiel geht direkt unter die Haut und verzaubert durch den deutlichen Fokus auf ihren Gesang. Ein jeder Song transportiert passend Emotionen und baut einen begeisternden Spannungsbogen auf, der den Hörer nicht nur träumen lässt, sondern in den Strudel der Musik zieht.

Grundsätzlich ist „Unrepentant Geraldines“ Tori Amos-typisch ein sehr ruhiger Longplayer, der auf großen Schnickschnack verzichtet. Damit fällt sie auf dem Musikmarkt aber doch wieder auf, denn so kunstvoll, zierlich, emotional und doch mitreißend ist kaum ein Anderer.

Es ist gleichzeitig ein Rückschritt in der musikalischen Gestaltung für Amos selbst, der aber nur begrüßt werden kann. Dazu kann ihr nur gratuliert werden, denn so graziös gelingt der Weg zurück zu den eigenen Wurzeln kaum einem Künstler. So verknüpft sie Vergangenheit und Gegenwart und schenkt ihren Fans musikalisch genau das, wofür sie sich in ihre Musik verliebt haben.

Playlist:

America
Trouble’s Lament
Wild Way
Wedding Fay
Weatherman
16 Shades of Blue
Maids of Elfen-mere
Promise
Giant’s Rolling Pin
Selkie
Unrepentant Geraldines
Oysters
Rose Dover

Facebook Kommentare

Kommentare

Werbung