CD Review: The Pretty Reckless – Going To Hell

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The_Pretty_Reckless_-_Going_To_Hell_(Official_Album_Cover)Band: The Pretty Reckless
Titel: Going To Hell
Label: Cooking Vinyl
Genre: Alternative Rock
VÖ: 14.03.2014
Spielzeit: 46 Minuten
Wertung: 3,5/5

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The Pretty Reckless zählen hierzulande zu den eher noch unbekannten Alternative Rock Exporten aus den USA. Dabei ist Frontfrau Tayler Momsen allein durch ihre Rolle in der Serie „Gossip Girl“ auch in Deutschland durchaus bekannt. So unscheinbar wie auf den Fernsehbildschirmen ist sie aber schon lang nicht mehr. Stattdessen räkelt sie sich nackt auf dem Cover hochkarätiger Magazine, zeigt in ihren eigenen Musikvideos viel nackte Haut und posiert passend auch auf dem Cover des neuen Longplayers. Skandale sind ihr damit durchaus sicher.

„Going To Hell“ hat keinen leichten Weg hinter sich. Bereits 2012 war die Band fleißig daran in New Jersey Songs aufzunehmen, doch die Natur machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Hurricane Sandy zerstörte ihr Studio und damit nicht nur große Teile ihres Equipments, sondern auch bereits fertige Lieder für das Album. Hinzu kam außerdem ein Wechsel von Label Universal zu Razor & Tie. Die Titel selbst stammen alle aus der Feder von Taylor Momsen selbst beziehungsweise aus der Zusammenarbeit zwischen Taylor und Bandkollegen Ben Phillips.

Nach eindeutiger Geräuschkulisse, die den „Parental Advisory“ Sticker auf der LP bereits rechtfertigt, begrüßt der Opener „Follow Me Down“ den Hörer mit prägnanten Gitarrenriffs. Taylors Stimme stiehlt diesen jedoch schnell die Aufmerksamkeit. Rotzig und rauchig hat sie die perfekte Rockröhre, die durchaus an Kolleginnen wie Courtney Love erinnert, gleichzeitig aber auch für den nötigen Wiedererkennungswert sorgt.

Titel wie „Going To Hell“ oder „Sweet Things“ gehen dank ihrer Melodie und mittels einfacher Refrains leicht ins Ohr und bleiben dort auch beständig haften. „House On A Hill“ entpuppt sich als die perfekte Rockballade und „Burn“ bringt zudem akustisch eine weitere interessante Seite der Formation mit. Der Longplayer beinhaltet genau die nötige Mischung aus ruhig und rockig, die ihn abwechslungsreich und eingängig macht.

Dass sich Lieder wie „Heaven Knows“ durchaus an großen und bekannten Hymnen orientieren, ist weder verwerflich noch ein schlechter Schachzug, da immer noch genug Eigencharakter vorhanden ist. Damit zeigen The Pretty Reckless durchaus Bandbreite und eine Weiterentwicklung zum Vorgänger „Light Me Up“ (2010).

Trotzdem schleicht sich das Gefühl auf, dass noch viel Luft nach oben ist, die die Musiker problemlos gut machen könnten. Ja, die Ohrwürmer und Konzertkracher sind gegeben und damit ein Garant für gute Laune gegeben, aber es ist immer wieder dieser kleine Funke von großartig zu herausragend, auf den der Hörer vergeblich wartet. Das soll den Silberling nun in kleinster Form schlechter machen als er ist, denn „Going To Hell“ ist ein durchaus solides Album, das den Hörer nicht unzufrieden sein lassen wird. Aber das vorhandene Potential ist hörbar und so natürlich der Wunsch vorhanden, dass die Musiker es in der Zukunft schaffen, dieses ganz zu entfalten.

Playlist:
1. Follow Me Down
2. Going To Hell
3. Heaven Knows
4. House On A Hill
5. Sweet Things
6. Dear Sister
7. Absolution
8. Blame Me
9. Burn
10. Why’d You Bring A Shotgun To The Party
11. Fucked Up World
12. Waiting For A Friend

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