CD-Review: Mono Inc – Nimmermehr

Mono Inc NimmermehrBand: Mono Inc
Titel: Nimmermehr
Label: NoCut
Genre: Darkrock
VÖ: 09.08.2013
Wertung: 5/5
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Nimmermehr – ein wirklich passender Titel für das neue Album der Hamburger Band Mono Inc. Nach 10 jähriger Karriere gibt es diesmal etwas ganz Besonderes von ihnen. Für den kommenden Longplayer haben sich die Jungs und Mädels mit dem Musik-Urgestein Joachim Witt zusammen getan, um gemeinsam einen ergreifenden Song zu machen. Nicht zuletzt durch diesen, der ungewohnter Weise auf Deutsch ist, haben Mono Inc Gefallen am Musizieren in ihrer Muttersprache gefunden und kurzerhand ein Album aufgenommen, das sowohl englische als auch deutsche Songs enthält. Auch auf der kommenden Nimmermehr-Tour können wir uns auf Unterstützung durch Joachim Witt freuen und etwas ganz Besonderes erleben.

Der erste Song ist gleichzeitig auch die zweite offizielle Singleauskopplung aus dem neuen Album und mittlerweile jedem Mono Fan bekannt. Ein rockiger Ohrwurm mit eingängigem Kindergesang im Refrain. Gleichzeitig ist es ein deutscher Song und zeigt den Hörern direkt, was sie in den weiteren Liedern erwartet. Ein gelungener Titel in typischer Mono-Manier, der das Ohr jedes Hörers sofort für sich einnimmt und jeden mitwippen und mitsingen lässt.

Mit „Seligkeit“ knallen die Hamburger den nächsten deutschen Song raus und halten am schnellem Tempo fest. Ganz typisch für Mono Inc ist die Art des Refrains. Harte Gitarrenlinien gepaart mit rauem Gesang von Martin Engler. Dieser ist untermalt mit engelsgleichem Gesang von Schlagzeugerin Katha Mia und hat damit ebenfalls Ohrwurmpotential. Es ist nicht das, was man bei dem Titel „Seligkeit“erwarten würde und doch, wenn man Mono Inc kennt, ist diese Umsetzung des Textes, die Suche nach der Seligkeit, nicht verwunderlich. Der nächste Song ist eingefleischten Mono Liebhabern ebenfalls schon eine Weile bekannt. „My Deal With God“ ist ein Mono Song wie man ihn kennt und liebt.Hier geht es , wie der Name schon sagt, um die Überlegung, ob man Mann genug, also mutig genug ist, einen Pakt mit Gott einzugehen. Auch hier wieder ein Themenfeld, was nicht ungewöhnlich für die Nordlichter ist.

Das absolute Highlight finden wir auf Titel 4. Zum einen ist „Kein Weg zu weit“ die erste Ballade auf dem Album und zum anderen die langersehnte Single zusammen mit Joachim Witt. Nachdem Martin Engler und Joachim Witt sich schon länger privat kennen und ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, lag es nicht allzu fern sich für ein gemeinsames Lied zu entscheiden. Einen besseren Song hätten sie wohl kaum finden können. In dem langsamen Lied geht es um Liebe und Freundschaft. Es geht um den Zusammenhalt und darum, dass man alles erreichen kann, wenn man nicht alleine ist. Der besondere Clue hier ist, dass diese Themen nicht einfach profan angesprochen werden, sondern mit einer schönen Metapher des Segelns auf dem Meer erzählt werden. Der Text ist ergreifend und die passend langsame Musik lässt kaum ein Auge trocken. Der Gesangspart wird zum größten Teil von Joachim Witt übernommen und im Refrain von Frontmann Martin Engler unterstützt. Ein tollen Duett, welches die musikalisch typischen Balladeneigenschaften von Mono Inc erfüllt und doch etwas ganz anderes durch den Gesang von Joachim Witt ist.

„Euthanasia“ wurde erstmalig auf dem Album „Head under Water“ veröffentlicht. Es ist allerdings komplett überarbeitet und neu aufgenommen worden und erstrahlt nun auf der „Nimmermehr“ in neuem Glanz. Die Monos schaffen es mit diesem Lied ein sehr trauriges Thema, nämlich die Sterbehilfe, in ein positiveres Licht zu rücken und beschreiben sie als Erlösung.
Es bleibt ruhig, denn auch der nächste Song „Alles was bleibt“ ist eine ergreifendes Lied. Hier trifft eingängiges, langsames Schlagzeug eine traumhafte Pianomelodie und neben dem Gesang von Martin Engler versteckt sich im Backround sanfter, engelsgleicher Gesang, der diese Ballade perfekt macht. „The Clock Ticks On“ wird durch Uhrenticken eingeleitet und somit ist von der ersten Sekunde klar um welches Lied es sich handelt. Auch hier finden wir eine Neuheit. Der Pre-Refrain wird erstmals alleinig von Schlagzeugerin Katha Mia gesungen und lediglich das Wiederholen von „The Clock Ticks On“ wird durch Martin Englers Stimme unterstützt. Genau darauf haben viele Fans gewartet. Weiter geht es mit einem langsamen, Balladen ähnlichem Song, nämlich „A Better Way To Die“. Hier findet sich ein Gänsehaut erzeugender, epischer Refrain, der den Gesang mit hohen Tönen unterstützt und kraftvoll macht.

Mit „Herzschlag“ erwartet uns ein hitverdächtiger Song auf der Titelnummer 9. Diese Uptemponummer lässt wieder typischen Mono Inc Sound mit harten, hervorstechenden und prägnanten Gitarrenriffs auf eine eingängige Bassmelodie von Manuel Antoni treffen und zwingt jeden Zuhörer zum mitwippen. Außerdem begeistert „Herzschlag“ mit einem einfach mitzusingenden und trotzdem genialen Refrain. Schnell bleibt es auch bei „Days Like This“, der allerdings wieder auf Englisch überzeugt. Die Melodie getragen von Synthesizern macht vom ersten Ton an gute Laune und bekommt durch die Gitarre und auch durch die schnellen Schlagzeugrhythmen einen unverwechselbaren Mono Inc Charakter.
Ein absolutes Highlight der CD findet sich auf der Nummer 11 der „Nimmermehr“. „Ich teile dich nicht“ ist eine Midthemponummer, hat aber immer wieder langsamere Passagen. Karl Fornias Gitarre ist ausnahmsweise nicht ganz so markant, sondern das Schlagzeug prägnanter und vor allem die tanzbare Melodie steht im Vordergrund. Der Refrain sticht hervor weil er ein Duett beider Sänger ist und Katha Mia zur Abwechslung nicht nur den Hintergrundgesang übernimmt. Auch die Passagen ohne Gesang, die sehr episch klingen, sind nicht zu vernachlässigen und machen aus diesem Song einen ganz Besonderen, der sowohl die Füße kribbeln als auch Gänsehaut aufkommen lässt. „Nimmermehr“ der Titel gebende Song des Albums ist eine Ballade. Die sanften, bewegenden Klänge eines Pianos, die von Streichern unterstützt werden, bieten den perfekten Backround für Martin Englers sanfte, tiefe Stimme, die gepaart mit diesem Text das ein oder andere Tränchen hervorschießen lässt und einen gelungenen letzten Song des Albums bietet.

Zusammengefasst ist „Nimmermehr“ ein absoluten Sensationsalbum, das musikalisch komplett neue Wege geht, aber dennoch die Balance zum altbekannten Mono Inc Sound findet. Die Songs sind ein gelungener Mix aus Deutsch und Englisch, der den Fans mehr Auswahl bietet. Deutsch ist neu, steht den Jungs und dem Mädel von Mono Inc aber so gut, dass man oft das Gefühl hat, sie hätten nie etwas anderes gemacht als Deutsch zu singen. Außerdem ist es voll mit hitverdächtigen Liedern a la „Voices of Doom“. Fazit : Ein absolut gelungenes Album!

Favoriten : „The Clock Ticks On“, „Herzschlag“ und „Ich teile dich nicht“

MONO INC. & Joachim WittPlaylist :
1. Heile, heile Segen
2. Seligkeit
3. My Deal With God
4. Kein Weg zu weit
5. Euthanasia
6. Alles was bleibt
7. The Clock Ticks On
8. A Better Way To Die
9. Herzschlag
10. Days Like This
11. Ich teile dich nicht
12. Nimmermehr

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