CD Review: HIM – Tears on Tape

Band: HIM
Titel: Tears on Tape
Label: We Love Music/ Universal
Genre: Rock
VÖ: 26.04.2013
Spielzeit: 41 Minuten
Wertung: 3,5/5
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Mit neuem Plattenlabel im Rücken melden sich die finnischen Musiker von HIM auf dem weltweiten Musikmark zurück. „Tears on Tape“ stellt bereits das achte Studioalbum der Künstler dar und verursachte bereits im Vorfeld einigen Rummel. Die Nachfrage nach der Metal Hammer Exclusive Edition war so groß, dass die Server des Magazins lahm gelegt wurden und Bestellungen nur noch via Telefon möglich waren. Die Erwartungen sind dabei allgemein hoch, schließlich handelt es bei der Band rund um Sänger Ville Valo um einen der größten Exportschlager der finnischen Musikwelt. Das letzte Studioalbum „Screamworks: Love in Theory and Practice“ (02/2010) liegt schließlich schon 3 Jahre zurück und die Compilation „XX: Two Decades of Love Metal“ (10/2012) schürte den Hunger nach neuem Material noch mehr.

„Tears on Tape“ ist in einer Form ein Neubeginn für HIM und auch ein Album für viele erste Momente. Mit neuem Plattenvertrag bei Universal haben die Herren nicht nur einen erfolgreichen Deal abschließen können, sondern gleichzeitig natürlich auch ihre musikalische Existenz sichern können. Die genannten ersten Momente dagegen erschließen sich vor allem musikalisch. Es ist das erste Album der Finnen, das sich durch so ausgeprägte Instrumentalparts auszeichnet. Ganze vier Songs („Unleash the Red“, „Trapped in Autumn“, „Lucifer’s Chorale“ und „Kiss the Void“) sind reine Instrumentalstücke, bei denen jedes auf seine Art und Weise Atmosphäre schafft, die Stärken der Band ausspielt und damit gleichzeitig den Horizont der Musiker erweitert.

Die verbliebenen 9 Songs stellen größtenteils genau das dar, worauf die Fanwelt so sehnlich wartet: Typische Songs ganz im Stile des eigenkreierten Genres Love Metal. Starke Gitarren und ausgeprägte Schlagzeugkombinationen, die die Musik deutlich im Metal verankern, gepaart mit beinahe Poplastigen, emotionalen Melodien in Keyboard und natürlich dem Gesang. Eben dieser sorgt gleichzeitig auch für kleine Momente der Trauer. Ville Valo ist schließlich nicht nur als Stilikone und Frontmann bekannt, sondern gerade wegen seiner unglaublich tiefen und doch so erstaunlich samtweichen Stimme extrem beliebt. Seine Stimmbreite ging seit jeher auch bis in falsettoartige Höhen, doch es waren gerade diese Tiefen, die immer wieder für Staunen und auch den gewissen Einzigartigkeitsfaktor sorgten. Auf „Tears on Tape“ werden diese Parts nun leider eine rare Minderheit, beinahe schon zu einer bedrohten Art, die man schützen und bewahren möchte.

Dagegen glänzen die Songs mit absoluter Radiotauglichkeit und großen Ohrwurmqualitäten. Vor allem mit Titeln wie „All Lips Go Blue“ oder „I Will Be the End of You“ spielen sich HIM schnell zurück zu alten Höhen und verschwinden damit so schnell nicht aus dem Gedächtnis des Hörers. „Tears on Tape“ selbst ist zwar leider nicht unbedingt der stärkste Song des Albums, doch sein Detailreichtum und die Emotion, die ihm inne liegen, sind so repräsentativ, dass man sich kaum einen passenderen Song als Titeltrack hätte aussuchen können.

Man mag nun einiges am neuen Label Universal fest tackern wollen, schließlich ist es immer wieder der Fall dass die Schreie groß werden sobald sich musikalisch etwas ändert wenn die Band die Plattenfirma wechselt. Doch „Tears on Tape“ war bereits angekündigt als die Musiker noch auf der Suche nach einem neuen Vertrag waren. Entsprechend ist es eher der Lauf der Dinge, die Weiterentwicklung des Menschen selbst, die auch in einem Musiker die Veränderung bringt und die durchaus als positiv zu werten ist. Schließlich bedeutet das auch, dass die Künstler nicht an einem Punkt der Zeit festhängen, sondern sich konstant mit dem Lauf der Zeit bewegen.

HIM melden sich somit mit großem Knall und der nötigen Medienpräsenz wieder zurück und erinnern ohne große Schwierigkeiten daran, warum man bei dem Gedanken an Finnland und Musik an dieser Band nicht vorbei kommt. „Tears on Tape“ ist nicht nur eine würdige Fortsetzung ihrer bisherigen Diskografie, sondern gleichzeitig auch der Weg nach vorn mit neuem Label.

Playlist:
Unleash the Red
All Lips Go Blue
Love Without Tears
I Will Be the End of You
Tears on Tape
Into the Night
Hearts at War
Trapped in Autumn
No Love
Drawn & Quartered
Lucifer’s Chorale
W.L.S.T.D.
Kiss the Void

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