CD Review: Evanescence – Synthesis

Band: Evanescence
Titel: Synthesis
Label: Sony Music
Genre: Rock
VÖ: 10.11.2017
Spielzeit: 62 Minuten
Wertung: 5/5

Lange war es viel zu ruhig um Evanescence. Drei Jahre Pause zogen sich in eine gefühlte Ewigkeit für alle Fans bis endlich die ersten neuen Live-Termine 2015 angekündigt wurden. Neue Musik war allerdings immer noch nicht in Sicht. Doch jetzt endlich – weitere 2 Jahre später – dürfen sich alte und neue Fans auf „Synthesis“ freuen.

Statt ein komplett neues Studioalbum in Angriff zu nehmen, erfüllen sich Amy Lee, Troy McLawhorn (Leadgitarre), Jen Majura (Rhythmusgitarre), Tim McCord (Bass) und Will Hunt (Schlagzeug) gemeinsam mit Will B. Hunt (Produzent) und David Campbell (Arrangements) den Wunsch eines ganz besonderen Projekts: Mit großem Orchester soll einem Querschnitt der bisherigen Diskografie neues Leben eingehaucht werden.

Genau dieses sicherlich nicht einfache Unterfangen meistern die Musiker mit einem Feingefühl, das das Album zu einem wahren Fest werden lässt. 11 der 16 Tracks sind Fans und Kritikern wohl bekannt, lediglich zwei neue Titel sowie zwei instrumentale Überleitungen haben sich als ‚frisches‘ Material in das Gesamtwerk gefügt. Langweilig? Fehlanzeige! Die alten Tracks sind wie die Begegnung mit einem guten alten Freund. Lang nicht gesehen, doch sofort wieder erkannt und augenblicklich ist es so, als wäre keine Zeit vergangen. Und doch hat man sich schließlich weiterentwickelt. So sind die Titel vertraut und erfrischend neu zugleich. Die Songs behalten ihre Schlagkraft, bekommen durch das Orchester aber zeitgleich auch eine unglaubliche Tiefe, in der es immer wieder kleine Spielereien und Feinheiten zu entdecken gibt. Die Synthesizer Elemente wirken nie fremd, wenn auch vielleicht für einen Moment ungewohnter als das Orchester. Die einzelnen Bestandteile der neuen Arrangements spielen sich förmlich die Bälle zu, ergänzen sich, fordern sich heraus und lassen so ein mitreißendes neues Klangerlebnis entstehen. Dafür wachsen alle Musiker über sich hinaus, greifen zu ungewöhnlichen Instrumenten (Jen lernte zum Beispiel nur dafür Theremin spielen) und zeigen einmal mehr, wie vielseitig sie sind.

Die beiden neuen Tracks „Hi-Lo“ und „Imperfection“ fügen sich in einem Guss mit in das gesamte Album ein.“Hi-Lo“ musste schon lang auf seinen großen Auftritt warten, wie Amy Lee im Interview erzählt. Lindsey Stirling veredelt den Track als Gastmusikerin mit einem Violinen-Solo. „Imperfection“, der jüngste Titel und gleichzeitig Abschluss des Albums, ist ein schlagkräftiger Song, ganz so wie die Fans es lieben. Amy Lee verarbeitet darin den Verlustschmerz, den Menschen hinterlassen, die wir durch Depressionen und Probleme mentaler Gesundheit verlieren, gleichzeitig aber auch die Hoffnung, die sie selbst in sich trägt, dass sich gemeinsam Probleme überwinden lassen.

So ist „Synthesis“ ein starkes Gesamtwerk, das nicht nur Fanherzen höher schlagen lassen wird. Interessant wird nun die Live-Umsetzung, denn im nächsten Jahr kommen Evanescence genau mit diesem Großprojekt auch zu uns. In den USA sind sie bereits seit August unterwegs und die Fans restlos begeistert. Danach werden die Musiker die Arbeit am nächsten frischen Studioalbum beginnen, auch das hat Amy Lee bereits angekündigt. Können da noch Wünsche offen bleiben? Definitiv nicht!

Evanescence on Tour 2018:

22.03.2018 Stuttgart, Porsche-Arena
23.03.2018 Leipzig, Arena Leipzig
26.03.2018 Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Playlist:

1. Overture
  2. Never Go Back
  3. Hi-Lo
  4. My Heart Is Broken
  5. Lacrymosa
  6. The End of the Dream
  7. Bring Me to Life
  8. Unraveling (Interlude)
  9. Imaginary
  10. Secret Door
  11. Lithium
  12. Lost in Paradise
  13. Your Star
  14. My Immortal
  15. The In-Between (Piano Solo)
  16. Imperfection

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