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Der W IVBand: Der W
Titel: IV
Label: W Entertainment/Tonpool
Genre: Rock
VÖ: 18.03.2016
Spielzeit: 49 Minuten
Wertung: 5/5

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An Langeweile sollte Stephan Weidner alias Der W in den letzten Jahren eigentlich nicht gelitten haben. Nach dem Comeback der Böhsen Onkelz inklusive ausverkaufter Open Air Shows am Hockenheimring bangten viele Fans um das Fortbestehen des (Zweit-)Projektes des Onkelz-Bassisten. Doch trotz allen Trubels wurde noch 2015 mit „IV“ das vierte Studioalbum angekündigt – und spätestens jetzt ist klar, dass Der W nicht nur Zeitvertreib, sondern Herzensangelegenheit ist.

Wie bereits bei den Vorgängern stehen auch auf „IV“ meist der Gesang und somit auch die textlichen Inhalte im Vordergrund. Dabei koexistieren und vermischen sich auf der aktuellen Scheibe sowohl aktuell präsente, unter anderem gesellschaftskritische als auch persönliche Themen. Dabei lassen sich weder konkrete Titel noch behandelte Aspekte herauspicken und erläutern, ohne der Vielfältigkeit oder der Tiefe derselben vorzugreifen. Auch spezifische Anspieltipps lassen sich kaum festhalten, da nahezu jeder Titel beim Wiederanhören neue Fragen und Ideen aufwirft. Doch genau diese Schwierigkeiten beziehungsweise Eigenschaften zeigen genau die Qualitäten der Textarbeit, die Stephan Weidner seit dem letzten Album, unter anderem in Kooperation mit Dirk Czuya, weiterentwickelt und erlangt hat.
Auch der musikalische Stil, der laut Weidner auf dem Vorläufer „III“ endgültig gefunden wurde, zeigt diese Sicherheit auf.

Beständig untermalen eingängige Gitarrenmelodien und tragende Rhythmen das lyrische Erlebnis, bleiben hier aber bis auf einzelne Riffs deutlich im Hintergrund und lassen somit ein wenig Experimentierfreude und Abwechslung vermissen.
Im Gesamtpaket wird jedoch deutlich, dass Lyrics und Musik perfekt aufeinander abgestimmt sind. Mit intensiven Texten gelingt es dem Quartett, zu auch mal kritischem Nachdenken anzuregen und das Zuhören nicht zu einem rein passiven Erlebnis verkommen zu lassen. Somit bietet „IV“ in erster Linie ein Hörerlebnis, dass vor allem eins ist: 100% Der W.

Tracklist:
1. Neuland (Erinnerung ist Sperrgepäck)
2. Mehr
3. Zeit
4. Justitia
5. Faust auf Fresse
6. Ich komm‘ heim
7. Danke für mein Leben
8. Keiner kann es besser als Du
9. Welt Ohne Farben
10. Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix
11. Sopa De Techo (Der Schmerz verlangt gespürt zu werden)
12. Wie wirklich ist die Wirklichkeit

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