CD Review: Britney Spears – Britney Jean

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Britney Spears Britney JeanBand: Britney Spears
Titel: Britney Jean
Label: RCA / Sony Music
Genre: Dance-Pop
VÖ: 29.11.2013
Spielzeit: 51 Minuten
Wertung: 1/5

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Britney Spears gehört zu diesen Personen des öffentlichen Lebens, zu der sich wahrscheinlich niemand finden lässt, der keine Meinung über die Sängerin hat. Sie wird geliebt, vergöttert, verehrt, verspottet, gehasst und milde belächelt. Spätestens seit 1998 und ihrem großen Durchbruch mit „…Baby One More Time“ ist sie nicht mehr aus der Musikwelt wegzudenken und wurde lang zurecht als Prinzessin der Popwelt gefeiert. Eskapaden und starker Nachwuchs haben diesen Thron allerdings längst gestürzt.

Ihr letzter Longplayer „Femme Fatale“ (03/2011) machte nicht nur durch eine starke Werbekampagne Hoffnung, dass das Produkt Britney Spears ihren Weg zurück gefunden hat. Das übliche Produzententeam hatte es geschafft ein aussagekräftiges Werk zu kreieren, das die Sängerin zurück ins positive Licht gerückt hatte. Mit „Britney Jean“ zerschlägt sie dieses Bild binnen Sekunden.

Sie selbst beschreibt es als ihr persönlichstes Album, ist auch bei jedem der Titel als Songschreiberin vermerkt. Was allerdings schnell deutlich wird: vertraute, große Namen wie Max Martin oder Dr. Luke fehlen in dieser Liste völlig. Der einzige Wiederholungstäter ist tatsächlich Kollege will.i.am, der die Produktion im größten Teil übernahm. Ein gewagter Schritt, wenn man bedenkt, dass alle großen Erfolge der Sängerin aus altvertrauten Federn stammen.

Es ist fast schon nicht verwunderlich nun auszusprechen, dass der Longplayer grundsätzlich das Zentrum des musikalischen Tiefpunkts in der der Diskografie der Sängerin ansteuert. Die Texte lassen zwar durchaus erkennen, dass sie von deutlich persönlichem Charakter sind, lyrische Kunstwerke sollten allerdings nicht erwartet werden und auch die eindeutigen Zweideutigkeiten sind passé. Dabei ist es egal ob man in den Refrain von „Alien“ schaut, der nur aus der Wiederholung der Phrase „Not Alone“ besteht oder „And while I wait I put on my perfume, yeah I want it all over you / I gotta mark my territory“ aus dem Refrain von „Perfume“.

Musikalisch schwanken die Titel irgendwo zwischen dem verzweifelten Versuch Kollegin Ellie Goulding nachzueifern, verfehltem Nintendo-Midi-Sound und Beats, die schon in den 90ern beerdigt wurden. Resultat ist leider, dass Ohrwürmer komplett ausbleiben. Lediglich mit „Work B**ch“ legt sie einen Funken der Hoffnung für den Hörer hin, der aber nicht ausreicht um das sinkende Schiff zu retten.

Schade trifft es hier schon einfach nicht mehr, denn „Britney Jean“ ist ein Trauerspiel auf ganzer Linie. Kein Wunder, dass auch die Zahlen diesen Eindruck unterstreichen: In ihrer Heimat wurde das Album nur 107 000 Mal in der ersten Woche verkauft, was ein absolutes Tief ist und die Prognosen weit unterschreitet. Den Einstieg auf Platz 4 der Billboard Charts schaffte es zwar, hielt sich dort aber als ihr erster Longplayer nur eine Woche in den Top 10. Liebe Britney, das kannst du eigentlich besser!

Playlist:
1. Alien
2. Work B**ch
3. Perfume
4. It Should Be Easy feat. will.i.am
5. Tik Tik Boom feat. T.I.
6. Body Ache
7. Til It’s Gone
8. Passenger
9. Chillin‘ With You feat. Jamie Lynn
10. Don’t Cry
11. Brightest Morning Star
12. Hold On Tight
13. Now That I Found You
14. Perfume (The Dreaming Remix)

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