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Wenn der Großvater die Taliban gut findet: STRG_F in Afghanistan – Film „Mein Opa und die Taliban“ am Sonntag, 19. Juni, ab 17 Uhr auf YouTube, funk.net und in der ARD Mediathek

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„Ja, wir finden die Arbeit der Taliban gut“, sagt Noor Mohammad. Die neuen Machthaber in Kabul brächten Sicherheit, erklärt der 86-Jährige aus Mazar-i-Scharif seiner Enkelin, auch die Korruption sei endlich vorbei. Seine Enkelin ist die STRG_F-Journalistin Mariam Noori. Für drei Wochen reiste sie zusammen mit ihrem Kollegen Armin Ghassim durch Afghanistan, um die Ansichten des Großvaters zu verstehen. In der neuen 85-minütigen Dokumentation „Mein Opa und die Taliban“ für das junge Investigativ-Format STRG_F (funk/NDR) versuchen sie gemeinsam mit der dritten Autorin Zita Zengerling zu ergründen, warum die Taliban wieder an die Macht kamen und warum viele Menschen in Afghanistan sich offenbar mit ihnen arrangieren. Der Film erscheint unter dem Label „STRG_F Epic“ am Sonntag, 19. Juni, ab 17 Uhr auf YouTube, funk.net und in der ARD Mediathek. „STRG_F Epic“ steht für XXL-Highlight-Dokumentationen des YouTube-Formats, der Afghanistan-Film ist die zweite dieser Art.

Reporterin Noori, die selbst als Dreijährige Anfang der 90er-Jahre mit ihren Eltern aus Afghanistan nach Deutschland floh, kannte ihren Großvater immer nur als erbitterten Gegner der Taliban. Warum hat der Großvater seine Meinung geändert? Seit dem Abzug der internationalen Truppen haben die Taliban in Afghanistan ein „Islamisches Emirat“ errichtet, das Scharia-Recht eingeführt und Frauenrechte massiv eingeschränkt. Doch auch wenn Zehntausende vor dem neuen Regime in Panik flohen, denken offenbar viele wie Noor Mohammad: Nach 40 Jahren Krieg und Konflikt sehnen sie sich nach Frieden und Sicherheit und verzichten auf Demokratie und Menschenrechte, verblassende, nie wirklich eingelöste Versprechen.

Mariam Noori besucht zum ersten Mal seit der Flucht ihrer Familie ihren Großvater in Mazar-i-Scharif. Vor Ort muss auch sie als ausländische Journalistin mit den Taliban kooperieren. Die Taliban sind es, die ihr und ihrem Kollegen eine Drehgenehmigung ausstellen und darauf bestehen, das STRG_F-Team bei seiner Reise durchs Land zum Teil zu begleiten – angeblich zu seinem eigenen Schutz. Sie geben sich meist hilfsbereit. Es geht ihnen aber offenbar auch darum, vor westlichen Journalist*innen ein gutes Bild abzugeben. Auf ihrem Weg durchs Land erfährt Noori auf der einen Seite, wie der Kampf der US-Amerikaner und ihrer Verbündeten gegen die Taliban diese am Ende eher stärkte als schwächte. Auf der anderen Seite trifft Noori Frauen, die mit der erneuten Machtergreifung der Taliban ihre Freiheit und Selbstbestimmung verloren haben. Und sie trifft Menschen, die ihre Überzeugungen vor den neuen alten Herrschern verstecken müssen.

Am Ende der Reise steht für Noori und ihre Ko-Autor*innen die Erkenntnis: Es gibt keine einfachen Wahrheiten über Afghanistan.

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Oliver Lippert
Oliver Lippert
Schreibe schon seit Mitte der 1990er und habe seit Oktober 2020 zwei Bücher ("Kaleidoskop - Abschnitt 1 -" und "Kaleidoskop - Abschnitt 2 -") veröffentlicht.

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