Interview: Breaking Benjamin

Benjamin Burnley und Keith Wallen von Breaking Benjamin im Interview. Foto: Steffie Wunderl

Benjamin Burnley und Keith Wallen von Breaking Benjamin im Interview. Foto: Steffie Wunderl

Vor ihrem Auftritt bei Rock am Ring hatten wir das Vergnügen uns mit Benjamin und Keith von Breaking Benjamin unterhalten zu dürfen.

Rock Fanatics: Hallo zusammen. Herzlich Willkommen in Deutschland!

Ben: Es ist wundervoll hier zu sein.

Rock Fanatics: Gefällt euch Europa und eure europäischen Fans zu treffen bisher?

Ben: Ja! Sehr sogar. Das ist der einzige Grund, weshalb wir hier sind. Eigentlich ist nur ein Event in der Schweiz auf dem wir spielen, bei dem unsere Fanbase noch nicht so stark ist. Also werden wir dort spielen und sehen, ob wir die Leute dort ansprechen. Aber das ist auch der einzige Auftritt bei dem das so ist. Wir lieben es neue Fans zu finden. Sogar in den Staaten. Aber der Hauptgrund hier hin zu kommen ist es wirklich für unsere Fans zu spielen, die schon sehr lang unsere Fans sind, weil wir es ihnen schulden für den Support den sie uns entgegen bringen. Aber neue Fans zu gewinnen, ist auch toll.

Rock Fanatics: Ben, deine Flugangst hat euch bisher davon abgehalten durch Europa zu touren. Jetzt hast du es endlich über den Teich geschafft und bist dafür mit der Queen Mary 2 angereist. Wie war es auf dem Kreuzfahrtschiff?

Ben: Es war scheiße! (lacht) Nächste Frage. (alle lachen) Nein, es war ok. Du bist auf diesem großen Kreuzfahrtschiff, also gibt es eine ganze Menge zu tun. Aber es war scheiße. Ich hätte es nicht gemacht außer um hier hin zu kommen. Es ist einfach vollgestopft mit alten Leuten. Und es ist sehr überheblich. Sie zwingen dich dazu dich festlich zu kleiden um dir schlechtes Essen zu servieren und das ist einfach scheiße.

Rock Fanatics: Ist die komplette Band mit dir gefahren?

Ben: Nein. Der Drummer ist mitgekommen, weil ich einfach nicht allein fahren wollte. Und ein paar Jungs von der Crew sind mitgekommen. Und auf dem Rückweg werden meine Frau und mein Sohn bei mir sein, weshalb es Millionen Mal besser sein wird. Aber alle anderen sind geflogen. Wenn ich fliegen würde, wäre ich auch geflogen.

Rock Fanatics: Wir haben uns schon gefragt, ob sie dich K.O. geschlagen haben, um dich ins Flugzeug zu bringen.

Ben: Nein. Aber die See war zwei Tage lang sehr stürmisch. Und danach habe ich es wirklich in Betracht gezogen zu fliegen. Aber jedes Mal, wenn ich ans Fliegen denke… Ich habe eine sehr lebhafte Vorstellungskraft und ich kann mich wirklich in Situationen hineinversetzen. Und jedes Mal, wenn ich ans Fliegen denke, denke ich daran wie es wäre einen Absturz durchzumachen. Ich stelle mir das wirklich sehr bildlich vor und sehr realistisch und ich möchte das einfach nie erleben. Ich würde eher von einem Bus angefahren werden oder ertrinken als das erleben zu müssen.

Rock Fanatics: Zu ertrinken ist aber auch kein Vergnügen.

Ben: Auf einem Schiff würde ich aber nicht ertrinken weil es so viele Rettungswesten gibt. Und es ist nicht so als wäre es noch so wie auf der Titanic in den Zwanzigern.

Rock Fanatics: 2014 habt ihr eure Auszeit beendet und du bist mit einem komplett neuen Line Up (Keith Wallen (Gitarre), Jasen Rauch(Gitarre), Shaun Foist (Schlagzeug) und Aaron Bruch (Bass)) an den Start gegangen. In Interviews sagst du immer, dass du die Jungs schon sehr lang kanntest und dass ihr musikalisches Talent es möglich gemacht hat sich weiter zu entwickeln, vor allem wenn es um die Live Auftritte geht. Bringt das Breaking Benjamin auf das nächste Level?

Ben: Nunja, so kann die Band auch live das tun, was wir in der Vergangenheit im Studio gemacht haben. Und alles, das wir in der Zukunft machen, wird nicht auf die gleiche Weise eingeschränkt sein wie es früher der Fall war. Es ist also nicht nur etwas für die Zukunft, sondern es erlaubt uns auch mehr Songs aus der Vergangenheit genauer zu spielen, denn im Studio fließt eine ganze Menge mehr in die Songs ein und mit vier Mitgliedern die in dieser Weise eingeschränkt waren – kein Gesang, kein Keybord, nichts – klangen die Songs nicht wie auf dem Album. Aber jetzt tun sie es.

Rock Fanatics: Eine chronische Erkrankung war außerdem Grund eurer Auszeit und die Ärzte haben immer noch keine Erklärung dafür gefunden. Wie geht es dir im Moment?

Ben: Es geht mir wirklich schlecht. Aber ich bin bereit zu rocken. Ich rocke mich lieber zu Tode als weiter im Bett zu liegen und zu versuchen endlich herauszufinden, was mir fehlt und dabei die gleichen dummen Antworten von den gleichen dummen Menschen zu bekommen, die denken, sie wären schlau, weil sie Ärzte sind. Großartig, sie du bist ein Arzt, der keine Antworten hat. Du könntest genauso die Abwasserkanäle sauber machen.

Rock Fanatics: Was hilft dir, weiter zu machen?

Ben: Unsere Fans, meine Familie und meine Freunde.

Rock Fanatics: Du bist der Haupt-Songwriter von Breaking Benjamin. Jasen Rauch, war einer der Songwriter, mit denen du auf den letzten beiden Alben zusammengearbeitet hast. Und Keith Wallen hat gemeinsam mit dir „Never Again“ geschrieben. Nachdem du inzwischen so eng mit beiden zusammen arbeitest – freust du dich schon auf mehr dieser Kollaborationen mit den Beiden?

Ben: Ja, sehr sogar. Ich möchte, dass das gesamte Album, das nächste Album, ein gemeinsames Projekt wird.

Rock Fanatics: Arbeitet ihr schon an neuem Material?

Ben: Nunja, wir sind alle Songwriter also schreiben wir eigentlich immer, weißt du. Das macht einen Songwriter einfach aus.

Rock Fanatics: Euer letztes Album „Dark Before Dawn“ war euer erfolgreichstes Album bisher und war euere erste Veröffentlichung, die die Spitze der Billboard Charts gestürmt hat. Das muss ein überwältigendes Gefühl sein wenn man ein neues Kapitel beginnt. Wie geht es danach weiter?

Keith: Nun, lass uns darüber nachdenken. Neues Album, neue Bandmitglieder? Zufall? Ich denke nicht. Nein, ich mache nur Spaß. (lacht) Ich denke, das ist das Ziel. Auf diesem Level weiterzumachen, du weißt schon, da raus gehen und für die Fans spielen. Und hoffentlich reagieren sie auf die gleiche Weise wie sie es für das letzte Album getan haben. Was unglaublich großartig ist. Und sie haben uns neue Jungs so herzlich in der Band begrüßt. Das war unglaublich. So soll es weitergehen.

Rock Fanatics: Heute spielt ihr bei Rock am Ring, morgen Rock im Park und nächste Woche steht das Download Festival auf dem Plan. Ich habe von verschiedenen Musikern immer wieder gehört, dass es etwas ganz Besonderes ist auf europäischen Festivals zu spielen. Wie habt ihr das bisher erlebt?

Ben: Wir haben bisher nur ein Festival gespielt und es hat jede Menge Spaß gemacht. Wir hatten eine großartige Zeit.

Rock Fanatics: Auf was freut ihr euch besonders im Bezug auf den Auftritt in ein paar Stunden?

Ben: Wir werden tun, was wir immer tun. Wir werden auf die Bühne gehen und wir sind ehrlich, nicht aufgesetzt. Und wir werden eine Verbindung zu den Zuschauern aufbauen und eine Show für Jeden machen. Wir können es nicht leiden auf die Bühne zu gehen und dieser Typ Band zu sein, der nur „spielt und ihr hört zu“. Wir möchten, dass jeder…

Keith: (fällt ihm ins Wort) Yeah! Die Zuschauer sollen daran teilhaben!

Ben: …miteingeschlossen wird. Selbst wenn das bedeutet, dass ich da nur stehe und mit den Leuten herumblödle. Du weißt schon. Wir wollen Shows, bei denen die Zuschauer Zeit mit uns verbringen während wir spielen und nicht diese großen, theatralischen Dinger bei denen wir für euch spielen und ihr schaut nur zu. Wir wollen ein gemeinsames Ding.

Rock Fanatics: Ich denke, daran wird das Publikum Spaß haben. Wir waren grad schon an der Bühne und sie sind jetzt schon wirklich gut drauf.

Beide: Das ist großartig!

Ben: Ja, wir sind auch jetzt schon begeistert.

Rock Fanatics: Mit diesen Konzerten und Festivals in Europa habt ihr den nächsten Meilenstein in der Geschichte von Breaking Benjamin erreicht. Was sind die nächsten Punkte auf eurer musikalischen Bucket List? Was möchtet ihr noch erreichen?

Ben: Wir gehen da hin wo uns die Fans hinbringen. Wir sind hier, weil unsre Fans uns hier hin gebracht haben. Wir haben in den Staaten Erfolg, weil unsre Fans uns dort hin gebracht haben. Das Album auf Platz 1 zu veröffentlichen haben wir unsren Fans zu verdanken. Wir haben das nicht getan, das waren die Fans. (Keith stimmt zu) Also werden wir da hin gehen wo uns unsere Fans hin bringen. Wir sind eine sehr Fan orientierte Band. Wir leben und sterben für sie.

Keith: Hier zu sein ist definitiv einer, würde ich sagen. Ich war noch nie in Europa. Hier drüben zu sein und Shows zu spielen ist ein wahr gewordener Traum.

Ben: Ja, ich hätte es mit niemand anderem als diesen Jungs, die jetzt in der Band sind, getan. Alles passiert zu seiner eigenen Zeit wenn es passieren soll. Und das hat uns hier hin gebracht. Es ist Schicksal. Und die Unterstützung unserer Fans.

Rock Fanatics: Wenn ihr nach vorn blickt: Was kommt als Nächstes für Breaking Benjamin?

Ben: Wir werden so weitermachen.

Keith: Hell yeah!

Ben: Also, mehr hier von, mehr von all diesem. Hoffentlich, wenn es das ist, was die Fans wollen.

Keith: Ja, mehr Alben, mehr Tourneen.

Ben: Wir werden nicht aufhören!

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