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Charlie Hebdo wurde, laut der deutschsprachigen Wikipedia, im Jahre 1970 gegründet (herzlich Glückwunsch zum 50. Jubiläum) und wurde im Jahr 2015 Opfer eines Anschlags bei dem 12 Menschen starben und zahlreiche verletzt wurden. In Wir waren Charlie schildert Zeichner und Autor Luz, der auch in der Redaktion tätig war, seine Begegnungen mit den Autoren in seinen Träumen, seiner Erinnerung. Auf 320 Seiten gibt es die geballte Ladung in farbig und schwarzweiß, erschienen im Reprodukt Verlag.

© Reprodukt - Luz - Wir waren Charlie

© Reprodukt – Luz – Wir waren Charlie

Zum Buch schreibt der Verlag auf der hauseigenen Website zur Beschreibung des Inhalts: „In seinen Träumen begegnet der ehemalige „Charlie Hebdo“-Zeichner Luz seinen früheren Kollegen, die bei dem Terroranschlag vom 7. Januar 2015 ums Leben kamen. Er selbst entging dem Massaker nur durch Zufall, denn er hatte an dem Tag Geburtstag und kam zu spät in die Redaktion. In einer langen, schlaflosen Nacht lässt er seine Zeit bei dem französischen Satiremagazin wieder aufleben: die Persönlichkeiten, die es prägten, die hitzigen Diskussionen – und natürlich den Humor, die raffinierten Pointen wie die beiläufigen Zoten.“

Die Zeitung Charlie Hebdo habe ich hierzulande nie gesehen oder gelesen. Beherrsche aber auch kein Französisch und dass es einen deutschsprachigen Ableger gegeben hat, habe ich auch erst jetzt anhand der Recherche zum Comic erfahren.

In Wir waren Charlie zeichnet Luz „ein intimes, ungeschminktes und höchst lebendiges Porträt“ über die Zeitung Charlie Hebdo. Wir sehen Späße, wie Luz Teil der Redaktion wird, wir sehen begabte Künstler und die stressigen Momente des Redaktionsschlusses. Wir erleben Luz auf verschiedenen Reportagen, die alle nicht gerade einen angenehmen und / oder ungefährlichen Eindruck hinterlassen. Es zeigt kritisches Geister aber auch Respektlosigkeiten und Tabubrüche, politische Debatten und verlorene Kämpfe. Außerdem erhält der Leser damit auch einen Einblick in einer Frankreich dieser Zeit. Und teilweise auch außerhalb. Immerhin ist Luz mal mit einem Musiker in Osteuropa unterwegs.

Das Attentat wird hier außen vor gelassen. Dieses Trauma hat Luz in seinem Graphic Novel Katharsis verarbeitet und findet dort seinen Raum. Wir waren Charlie ist ein Denkmal an seine Kolleg*innen. Außerdem ein schöner Einblick für all die Außenstehenden.

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