Yamato – 27.12.2013 – Konzerthalle Dortmund

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Yamato_rojyohPünktlich um 20 Uhr verdunkelte sich an diesem Abend die Bühne und los ging es mit der Show der japanischen Trommlern Yamato.
Seit ihrer Gründung 1993 durch Masa Ogawa in Nara, versteht sich das Ensemble darauf, Menschen auf der ganzen Welt einen faszinierenden Einblick in die Kunst des Taiko zu geben. Dabei sind Yamato im Durchschnitt 10 Monate im Jahr auf Tournee und spielen fast 200 Shows vor 300.000 Zuschauern. Nach 5-jähriger Abstinenz auf deutschen Bühnen kehrten sie nun endlich mit ihrer neuen Show Rojyoh – The Beat on the Road zurück. Teils im neuen Gewand zeigten sie auf der Bühne die einprägsamsten Hits aus 20 Jahre kreativer Arbeit.

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Auf einer großen Videoleinwand im Hintergrund wurde die Geschichte von Yamato erzählt, von ihrem Beginn mit nur einer kleinen Taiko-Trommel bis hin zu ihrem Aufbau mit mehreren Trommeln – Alles begleitet durch eine leise Xylophon – Melodie. Zum Ende des Videos ertönen die ersten leisen Trommelschläge und der Vorhang fiel zum ersten Lied.
Mit „Masurao“ zeigten die jungen Trommler direkt ihr ganzes Können. Mit dynamischen Trommelschlägen brachten die gut trainierten Männer und Frauen jede ihrer Trommeln zum klingen, sogar die Größten unter ihnen. Durch Spotlights an der Decke wurde jeder Einzelne von ihnen in Szene gesetzt und vorgestellt.

Nach dem lauten Song ging es mit „Kizashi“ dann wieder etwas ruhiger zu. Ein einzelner Trommler saß vorne auf der Bühne und spielte sein leises Lied, während im Hintergrund umgebaut wurde. Nach und nach stimmten dann auch noch vier andere Trommler mit ein. Sie bildeten eine Einheit, sodass man nicht mehr unterscheiden konnte, wer nun wirklich spielte. Dieser ältere Song von 1995 lud zum Entspannen ein, bevor es bei „Ittetsu“ wieder lauter und schneller herging. Der Fokus blieb jedoch auf der großen Trommel in der Mitte der Bühne, die durch ein Podest erhöht wurde. „Ittetsu“ oder auch „Der konzentrierte Geist“ spiegelte den entgegengesetzten Trend unserer Zeit wieder. Durch die ständige Informationsflut aus allen Richtungen verliert sich unser Geist schnell in Kleinigkeiten. Die Beständigkeit des Rhythmus der Odaiko (die größte Trommel) sollte uns daran erinnern, nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren und seinen Geist auf ein Unternehmen auszurichten.

YamatoZu „Rekka“ oder auch „Das Feuer“ wurde die Komik mit in das Konzert eingebracht. Ein Mann fing alleine an zu trommeln. Schnell kam eine Frau mit dazu, forderte ihn heraus. Nach einer kurzen Zeit des Kampfes gegeneinander bekam der Mann von einem Freund Unterstützung. Zusammen kämpften sie nun gegen die Frau, doch auch sie bekam Unterstützung durch eine Freundin. Für eine Seite sollte sich das Publikum entscheiden, doch der Kampf zerrte zu sehr an der Kraft und am Ende vertrugen sich die Trommler doch wieder und spielten das Ende des Liedes zusammen.

Der Song „Ucho-ten“ war das erste Lied mit Gesang. Ohne weitere Mikros sangen die jungen Trommler a Capella, trommelten und tanzten dabei. Mit einer wunderschönen Melodie huldigten sie dabei dem Gott der Ernte, unterstützt im Refrain durch eine Flöte.
Nach der Pause ging es weiter mit „Rakuda“. Doch vor dem Song wollte sich Takeru Matsushita, der Erfahrenste der Gruppe, auf Deutsch bedanken. Leider vergaß er seinen perfekt einstudierten Satz in der Mitte und wechselte doch wieder ins Japanische. Dies rief nicht nur ein lautes Lachen im Publikum hervor, auch die Künstler auf der Bühne konnten sich nicht beherrschen.

Bei „Garakuta“ spielte Yamato mit ihrer Musik genauso wie mit einem kleinen Lichtstrahl. Es sah aus, als würde die junge Frau mit einem Ball auf der Bühne spielen, das Fangen durch den Laut einer Zimbel hervorgerufen. Perfekt wurde die Illusion dann, als zwei Männer zu ihr kamen und ihr den Lichtstrahl wegnahmen. Verzweifelt versuchte sie ihren Ball wieder zu bekommen, schaffte es sogar. Am Ende erbarmte sie sich aber gegenüber der traurig aussehenden Männer und teilte mit ihnen das Ballspiel.

Vor ihrem letzten Song „Rojyoh“ bedankte sich Takeru noch einmal bei allen Zuschauern. Diesmal auf Englisch, welches er auch wesentlich besser beherrschte als Deutsch. Nun wurde auch noch einmal das Publikum gefordert. Man sollte die Mitglieder auf der Bühne nachahmen, die einen Rhythmus vorklatschten. Mit Grimassen und Bewegungen äffte Takeru das Publikum nach, man sollte lauter Klatschen und nicht aus dem Takt kommen. Natürlich wechselte er den Takt absichtlich, um Alle zu verwirren. Nachdem er der Meinung war, dass die Zuschauer nun gut genug wären, stellten sich die Trommler wieder zu ihren Instrumenten und brachten das Konzert zusammen mit dem Publikum zu Ende.

Der tosende Applaus war mehr als gerechtfertigt für die außergewöhnliche Leistung der jungen Männer und Frauen. Obwohl man durch die Aufnahmen auf CD einen kleinen Einblick in ihr Können bekommt, kann man es mit keinem Auftritt vergleichen. Diese Einheit muss man einfach auf der Bühne erleben. Hoffentlich wartet Yamato nicht noch einmal 5 Jahre bis zu ihrem nächsten Besuch.

Setlist:
1. Masurao (2005)
2. Kizashi (1995)
3. Ittetsu (2011)
4. Rekka (2002)
5. Ucho-ten (2009)
Pause
6. Rakuda (1998)
7. Garakuta (2005)
8. Rojyoh (2013)

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