Tina Dico – 14.10.2018 – Köln, Philharmonie

Die Dänin Tina Dico ist ein Aushängeschild wie international Musik miteinander verbinden kann. Sie singt auf Englisch, ist mit dem Isländer Helgi Jonsson verheiratet, der auch in ihrer Band spielt, und lebt mit ihrer Familie in Reykjavik. Viele Facetten und Eindrücke also, die Tina Dico automatisch mitbringt. An diesem Abend gastiert sie mit ihrer üblichen Bind in der Philharmonie zu Köln. Sie neigt dazu, sich optisch schöne aber auch akustisch hochwertige Locations auszusuchen. Da ist die Philharmonie natürlich eine treffende Wahl, auch wenn ihre Popularität nicht ganz ausreicht, diese gefüllt zu bekommen. 2/3 der Ränge sind gefüllt mit Leuten unterschiedlichsten Alters und Personengruppen.

Doch bevor Tina Dico unter anderem ihr aktuelles Album „Fastland“ (dänisch für Festland) (VÖ: 09/2018) präsentieren kann, gibt sich als Support Jennifer Kae mit Band die Ehre. Diese ist bei weitem keine Unbekannte, kam als Teenie in mehreren Wettbewerben weit und ihr Debüt-Album landete 2008 mittig in den Charts. Sie ist auch als Backgroundsängerin für Lena Mayer-Landrut, Cro oder Johannes Oerding.
Aber auch ihre eigene Musik kann sich gut hören lassen, sie verknüpft ganz gut Soul und Pop miteinander. Mit ihrer kräftigen aber auch klaren Stimme weiß Jennifer Kae das Publikum durchaus zu überzeugen. Eine richtig gute Wahl, die auch mit viel Applaus zwischen den Stücken honoriert wird.

Nach der Umbaupause startet Tina Dico ihr Konzert. Sie hat ihre üblichen Bandmitglieder mit an Bord: Multiinstrumentalist Helgi Jonsson an den Gitarren, Piano, Posaune, und Banjo, Dennis Ahlgren an Bass, Gitarre sowie Gesang und Marianne Lewandowski am Schlagzeug und Gesang. Alle können also singen und Tina Dico unterstützen und somit gleichzeitig gut selbst in Szene setzen. Das gelingt dem Quartett auch in beeindruckender Weise. Bei dem besten Sound, den der Autor jemals bei einem Konzert von Tina Dico hatte und einer Setlist, die sehr ausgewogen daherkommt und alle prägenden Songs inne hat, sollte es ein Leichtes sein, das Publikum mitreißen zu können. Doch leider will genau dies nicht wirklich gelingen, denn die Leute geben sich eher reserviert. Zwischen den Stücken gibt es starken Applaus und bejahende Laute und Rufe, aber Mitsingen, Klatschen oder Standing Ovations sind, wenn dann doch sehr zaghaft. Nur wenn Tina Dico und/oder Helgi Jonsson animieren, dann kommt Stimmung auf, welche aber recht schnell wieder verpufft. Es scheint als sei das Publikum in der Philharmonie gehemmt. Das ist ärgerlich, denn es trübt einen handwerklich perfekten Abend sehr massiv und deckt sich mit anderen Erfahrungen, dass es Pop/Rock Konzerte eher schwer haben in der Philharmonie. Und so bleibt für den Autor leider ein eigenes Fazit. Tina Dico in dieser Form jederzeit wieder, in der Location eher nicht.

Helgi Jonsson kehrt mit seiner Musik und wohl dem gleichen Quartett am 12.04.2019 zurück nach Köln, dann aber in die Kulturkirche. Da sollte die Stimmung besser sein.

Foto: Steffie Wunderl

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