Thees Uhlmann – 31.10.2013 – Ringlokschuppen, Bielefeld

Tyler Ward live in der Live Music Hall, Köln, 27.10.2013
1. November 2013
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2. November 2013

Um eines vorweg zu nehmen: Wer erwartete, dass das Konzert eine Tomte Best of Veranstaltung wurde, wurde derbe enttäuscht. Denn Thees emanzipiert sich mit seinem zweiten Solo Album weiter von seiner früheren Band. Und das ist auch gut so. Aber alles der Reihe nach.

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Bevor Thees auf die Bühne kam, stand mit Martin and James ein Singer/ Songwriter Duo aus Glasgow auf der Bühne.  Die Beiden präsentierten eher ruhige Stücke die etwas an Mumford & Sons erinnerten. Neben den Songs präsentierten sie auch ihre Deutschkenntnisse und versuchten saufender Weise Freundschaft zu schließen. Das Publikum quittierte dies mit erstem Mitklatschen und Mitsingen ihrer Songs.  Alles in allem ein netter Support, der aber etwas abwechslungsreicher hätte sein können.

Als jedoch gegen 21:00 Uhr Thees Uhlmann mit seiner Band auf die Bühne kam, brauchte er das Publikum nicht weiter motivieren. Sofort klatsche und sang jeder im Raum mit. Thees indes tanzte und sprang wie ein Derwisch über die Bühne und man sah ihm richtig an, dass er Bock hatte zu spielen.  Und auch seine Begleitband war bestens aufgelegt und sprühte nur so vor Spielfreude.  Was besonders auffiel war die Ausgewogenheit seines Sets. Titel aus seinem  Debüt standen gleichberechtigt neben neuen Songs.  Bei „Am 7. März“ wurde der „Bielefeld-Gefangenen-Chor“ zu Hilfe genommen. Bei „und Jay Z singt uns ein Lied“ begann er zaghaft sein Gejaule (was absolut nicht negativ gemeint ist. Es ist halt seine Eigenart Vokale extrem zu ziehen und das macht ihn unverwechselbar.) Und bei dem Lied  „rappt“ er auch den Part, den Casper eigentlich übernimmt. Im Publikum stieg die Glückseligkeit mit jedem Song an.  Es wurde von Thees quasi dirigiert. Zwischen den Songs erzählt er wunderbare Geschichten aus seinem Leben,  teilweise völlig aus dem Zusammenhang heraus und teilweise um das nächste Lied anzusagen. Auch die Auswahl der einzelnen Songs ist sehr gut. Neben eher schnelleren Nummern wie „ Vom Delta bis zu den Quellen“ standen Balladen wie „Kaffee & Wein“ bei der Thees nur von einer Gitarre begleitet wurde. Auffällig in dem Zusammenhang: Thees spielte selber in nur zwei Stücken Gitarre.   Trotzdem verausgabte er sich wirklich auf der Bühne und entledigte sich bei “Zum laichen und sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ seiner obligatorischen Lederjacke. Und nach so viel Energie benötigte Thees und die Band auch eine Pause. Nach gut 75 Minuten war der reguläre Teil des Sets beendet.  Mit „Römer am Ende Roms“ begann die Zugabe. Auch hier wurde wieder groß aufgefahren und Thees und Band gaben noch einmal alles. Mit „XOXO“ wurde der absolute Höhepunkt des Konzertes fast am Ende erst gespielt. Großartig, wie Thees nicht rappen kann und dabei dem Song so viel Größe gibt. Kurz darauf war dann aber endgültig Schluss. Nach zwei Stunden entließ er das Publikum glückselig in die Nacht. HEUREKA was für ein Abend.

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