Thees Uhlmann – 18.07.2015 – Kulturfabrik, Krefeld

Mumford & Sons – 17.07.2015 – Waldbühne, Berlin
19. Juli 2015
Sabaton Open Air 2015
20. Juli 2015

Thees Uhlmann

Die letzte Clubshow von Thees Uhlmann auf unbestimmte Zeit findet recht unbemerkt und unspektakulär statt. Zwischen Festivalterminen haben seine Band und er in der alternativ angehauchten Kulturfabrik in Krefeld ein volles Konzert eingeplant. Kaum beworben und beachtet – so wirkt es zumindest – ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die Location zwar gut gefüllt aber eben nicht ausverkauft ist. Uhlmann wird danach nur noch das Deichbrand und ein Castival (ein Fest mit Casper als Headliner) bespielen und dann vom Musiker zum Autor werden. Doch heute soll noch mal nach guter alter Sitte gerockt werden.

Werbung

Den Anfang machen jedoch zunächst Torpus & The Art Directors, die ihm heute als Support zur Verfügung stehen. Diese befinden sich gerade auf einer ungewöhnlichen Tour durch Deutschland. Sie spielen auf der Straße in mehreren Städten an zentralen Punkten und Plätzen. Von diesen Gigs ist die Stimme des Sängers Sönke Torpus leider etwas in Mitleidenschaft geraten, so dass er sich mit Ansagen oder Entertainment merklich zurückhält. Schön, dass die Norddeutschen während des Auftritts nicht nur ihr neuestes Werk „The Dawn Chorus“ (VÖ: 03/2015) sondern auch Songs aus „From Lost To Hope“ (VÖ: 10/2012) und sogar das sehr flotte und folkige „On The Roundabout“ aus der EP „Dancing Kids & Summers Laughter“ (VÖ: 12/2010) berücksichtigen. Dafür müssen teils aktuelle Nummern, zu denen sogar Videos gedreht wurden, weichen. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch. Mit sehr viel Applaus und guten Wünschen werden diese nach ihrem Set verabschiedet und haben das ein oder andere Krefelder Herz mit Sicherheit dazu gewinnen können.

Doch die gute Stimmung wird deutlich gesteigert als Thees Uhlmann zu den Klängen eines Intros von der Serie Games Of Thrones die Bühne betritt. Laut wie bei einem Popstar wird sein Erscheinen beklatscht und bejubelt als das Intro in „Es brennt“ übergeht. Abgewandelt wurde die Setlist also wieder mal etwas, heute abend nimmt er sich sogar Zeit für eine kleinere Solo-Strecke. Er blickt mit „Schreit den Namen meiner Mutter“ zurück auf seine ebenfalls erfolgreiche Band Tomte, die zurzeit ruht. Und er huldigt auch an diesem Abend die Düsseldorfer Band Die Toten Hosen, in dem er solo nur auf der Gitarre „Liebeslied“ klampft. Immerhin durfte er ein paar Mal Campino und Co supporten, als diese auf Stadiontour waren.
Insgesamt ist es ein schöner Abend an dem Sound, Stimmung und Licht gut sind und Spaß bereiten. Und auch wenn Herr Uhlmann bekannt dafür ist, sich immer was Neues einfallen zu lassen, so gelingt ihm mit „Zerschmettert in Stücke“ doch eine Überraschung. Dieser Song ist nämlich eigentlich zu sanft um als Rausschmeißer zu fungieren und er ist neu ins Live-Repertoire reingerutscht. Also ein besonderes Ende für alle Anhänger von diesem Song. Und das passt dann auch wieder.
Und so bleibt nach diesem Abend völlig offen, wohin der Weg von Thees Uhlmann führen wird. Sein erster Roman „Sophia, der Tod und ich“ (VÖ: 10/2015) wird erst noch erscheinen, danach geht es auf große Lesetour die weit bis in das Jahr 2016 reichen wird. Was folgt danach? Buch Nummer 2, Solo-Album Nummer 3. Oder doch wieder Tomte? Es bleibt spannend. Und das ist vielleicht der größte Anteil am Erfolgsrezept von Thees Uhlmann.

Setlist:
Es brennt
Das Mädchen von Kasse 2
Lat: 53.7 Lon: 9.11667
17 Worte
Vom Delta bis zur Quelle
Zugvögel
Am 07. März
& Jay-Z singt uns ein Lied
Schreit den Namen meiner Mutter
Das hier ist Fußball (solo)
Liebeslied (solo, Toten Hosen-Cover)
Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
Die Nacht war kurz (ich stehe früh auf)
Die Toten auf dem Rücksitz

Römer am Ende Roms
Sommer in der Stadt
Zerschmettert in Stücke (Im Frieden der Nacht)

Foto: Steffie Wunderl

Facebook Kommentare

Kommentare

Werbung