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Selten gibt es so verrückte Momente, wie diesen. Über mehrere Ecken lernte der australische Folk Sänger und Songwriter Stu Larsen in Yokohama den Mundharmonikaspieler Natsuki Kurai kennen. Trotz aller Sprachbarrieren – Stu sprach kein Japanisch und Natuskis Englisch war wohl auch mehr rudimentär – verband sie augenblicklich genau eins: die Musik! Damit war eine außergewöhnliche Kollaboration geboren, die an diesem Abend für Staunen und Begeisterung sorgen würde.

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Den Anfang macht allerdings zunächst Antje Schomaker aus Hamburg. Die junge Sängerin aus Hamburg hat nicht nur ihre Gitarre mit auf die Bühne gebracht, sondern auch eine beachtliche Gruppe Fans im Publikum platziert. Ihre Texte sind Deutsch, durchaus gewitzt aber manchmal vielleicht zu jung um die Zuschauer bei diesem Konzert ganz zu erreichen. Ihre Stimme ist gut und hat Potential, was kombiniert mit ihrer sympathischen und natürlichen Art eine gute Grundlage ist. Doch der Funke springt nur ganz selten über an diesem Abend. Man vermisst ein wenig den Zauber, dieses kleine Glitzern und Erstaunen, das im schweren Songwriter Genre so wichtig ist und aus der Masse hebt.

Ganz anders wird das augenblicklich als Stu Larsen und Natsuki Kurai die Bühne betreten. Es ist einfach von der ersten Minute an greifbar, dass diese beiden Musiker perfekt harmonieren und ihre Musik leben und atmen. Jeder Ton sitzt, jede Harmonie verzaubert und die Chemie zwischen den beiden Künstlern ist einfach perfekt.

Stu begeistert mit filigranen Akustikgitarrenmelodien, über denen seine warme und weiche Stimme Geschichten webt. Seine Stimmbreite ist bewundernswert und das Gefühl, das er in seine Worte legt, einfach nur passend für jeden Moment. Seine Songs vermitteln ein rundum positives Gefühl, das sich auch in den Gesichtern des Publikums widerspiegelt, das einfach nur schweigt und genießt.

In Harmonie dazu steht Natsuki mit seinen Mundharmonikas. Über 30 Stück hat er mit auf die Bühne gebracht und sorgt mehr als nur einmal für großes Staunen. Seine Geschwindigkeit ist unglaublich. Das Gefühl, das er in dieses doch eher ungewöhnliche Instrument legt, unbeschreiblich. Und die Kreativität, die er nutzt um seine Möglichkeiten zu erweitern, einfach nur begeisternd. Mit zweitem Mikrofon und Pedalboard nutzt er geschickt Effektmöglichkeiten. Doch damit nicht genug. Für „This Train“ erweckt er eine alte Dampflock zum Leben, beatboxt mit der Mundharmonika und lässt das kleine Metallding in einer Geschwindigkeit hin und her sausen, dass es die Zuschauer Mühe kostet ihre Kinnladen im Zaum zu halten. Die Begeisterung ist immer wieder groß!

Auch kleine Kommentare und Ansagen zwischen den Songs sorgen dafür, dass der Abend unvergesslich wird. Zu jedem Song wird eine kleine Anekdote erzählt oder ein kleines Späßchen getrieben. So erfährt der Zuschauer, dass „Ferry To Dublin“ Natuskis Lieblingslied unter Stus Songs ist und er ihn sogar besser findet als große Klassiker der Musikgeschichte. Außerdem gibt es kleine Deutschstunden für den Japaner, der mit zurückhaltender Höflichkeit im Dialog mit Stu steht.

Für „Seaforth Mackenzie“ haben sie ebenfalls eine Überraschung parat. Die beiden Künstler tauschen die Instrumente. Dass die Beiden bis diese Idee aufkam nie das Instrument des Anderen spielen konnten, begeistert umso mehr. Vor allem Natsuki muss dabei bewiesen haben, dass er scheinbar jedes Instrument ohne große Mühe und in unglaublicher Geschwindigkeit lernen kann. Hier hört man den Japaner auch zum ersten und einzigen Mal singen, was die Harmonie zwischen den beiden Künstlern schlicht abrundet.

Es ist ein großartiger Abend, da sind sich Künstler wie Publikum einig. Zwei Mal klatschen und jubeln sie die Musiker zurück auf die Bühne und entlocken ihnen damit Zugaben. Damit nicht genug: Kaum von der Bühne bleiben sie im Zuschauerraum, verkaufen ihre EPs aus einem kleinen Köfferchen und nehmen sich die Zeit für das ein oder andere Pläuschchen mit den Fans. So warm und herzlich wie ihre Musik zeigen sie sich damit auch nach dem Auftritt. Damit besiegelt sich ein Abend, der einfach nur als musikalisches Highlight zu beschreiben ist.

Passenger Konzertbesucher können sich freuen! Stu begleitet den Sänger wie schon auf seiner letzten Clubtournee als Support.

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