Silbermond – 20.12.2012 – Westfalenhalle Dortmund

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Silbermond haben sich inzwischen als einer der großen deutschen Acts etabliert, die mühelos die großen Stadien und Arenen des Landes füllen. Mit ihrem neuen Album „Himmel Auf“ (03/2012) im Gepäck durfte natürlich auch eine ausgiebige Tour nicht fehlen, die zum Jahresende hin langsam ihr Ende findet. Das Konzert in der Westfalenhalle Dortmund ist bereits der vorletzte Stopp der Tour, der gut 7000 Zuschauer anlockt und damit ein weiteres ausverkauftes Konzert verzeichnet werden darf.

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Die Eröffnung des Abends gehört bei einem Silbermond Konzert traditionell dem regionalen Gewinner des alljährlichen Bandcontests. Immer wieder geben die Musiker jungen Künstlern die Chance sich um diesen Platz zubewerben und damit die Luft der großen Bühnen zu schnuppern. In Dortmund schafften es die Duisburger von Emily’s Necklace zu überzeugen, die mit viel Energie und Begeisterung auf der Bühne glänzten. Musikalisch möchte man sie direkt mit gewissen Größen vergleichen, was vor allem am dargebotenen Sound lag. Radiotaugliche, eindeutig für große Bühnen ausgelegte Songs des Genres Pop konnten vor allem in Instrumentalparts eine gewisse Ähnlichkeit zu Coldplay oder auch dem neuen Album der Arkells nicht ganz verleugnen.

Frontmann Aleg Ross führte zielstrebig durch den knapp 30 minütigen Auftritt und bewies damit die nötige Bühnenpräsenz. Unterstützt wurde er dabei durch David Lagerweij am Klavier und Phil Kaye am Schlagzeug. Zudem zeigte sich ein zumindest für manche bekanntes Gesicht auf der Bühne, denn Alex Spreng (Mobilée) unterstützte die Jungs am Bass. Insgesamt zeigten die Musiker mit ihren Songs durchaus gute Ansätze, mit denen sie nicht nur den Geist der Zeit zielstrebig treffen, sondern auch durchaus eine starke potentielle Fanbase ansteuern. Neugierig gewordenen sei ihr Debütalbum „Midnight Trip“ empfohlen, das 2012 erschienen ist.

Dank zweiter, wenn auch kleinerer Bühne in der Hallenmitte ging es in fließendem Übergang weiter mit dem zweiten Supportact Tom Lüneburger. Nur mit Akustikgitarrebewaffnet zeigte sich der Berliner in vermeintlich schlichtem Gewand, was allerdings schlichtweg perfekt passte. Mit zartem Songwriter-Pop schaffte er es mühelos das Publikum zu erster Begeisterung zu bewegen, die bei Emily’s Necklace leider noch eher gering ausgefallen war. Auch er hat ein neues Album dabei, „Lights“, das im Januar 2012 erschienen ist. Es war gerade die Schlichtheit der Arrangements, die entsprechende Aufmerksamkeit für seine Songs provozierte, denn so hatte man fast keine andere Wahl als sich auf das Wesentliche und damit Wichtige zu konzentrieren. Seine Stimme schmeichelte sich ohne große Probleme ins Ohr und verzauberte mit rauer, an den passenden Stellen rotziger und doch samtiger Klangfarbe. Das gepaart mit dem gewissen Ohrwurmpotential und einer gewaltigen Portion Charme war definitiv der Weg zum Erfolg an diesem Abend. Als Highlight durfte ein Duett mit Stefanie nicht fehlen, mit der er seine erste Singleauskopplung des Albums „We Are One“ eingespielt hat. Im Februar und März 2013 geht er auf eigene Clubtour und bietet damit Interessierten die Möglichkeit ein ausgiebigeres Set des Musikers zu hören. Mit seinem Auftritt spielte sich Tom definitiv zu einer Entdeckung des Abends und schaffte es trotz nur 30 minütigem Set neugierig auf mehr zu machen.

Anschließend war es an der Zeit die Fans nicht länger warten zu lassen und die Bühne für Silbermond frei zu geben. Diese hatten – das verriet allein der Bühnenaufbau – definitiv großes vor. Zunächst gab allerdings nur ein halbdurchsichtiger Vorhang den Blick auf die Bühne frei, der passend zu Intro und Opener „Unter der Oberfläche“ durch Bildprojektion effektiv zur optischen Untermalung genutzt wurde. So entstand tatsächlich das Gefühl der Greifbarkeit des Songtexts und gleichzeitig auch optisch ein eindrucksvolles Bild. Doch damit natürlich nicht genug. Herablassbare Leinwände über der Bühne, Leinwände im Bühnenhintergrund, eine umfassende Lichtanlage, ein riesiger Laufsteg sowie eine Bühne in der Hallenmitte – an nichts war gespart worden, um die Tournee unvergesslich zu machen, umfassende Möglichkeiten für die Band selbst zu bieten und vor allem den Fans nicht nur musikalisch, sondern auch optisch eine großartige Show zu bieten. In diesem Atemzug ein Lob an die gesamte Technik, die vor allem mit dem Videomaterial auf den Leinwänden eindrucksvolle Bilder schufen.

Musikalisch wurde man knapp zwei Stunden auf gewohntem Silbermond-Niveau verzaubert. Mit abwechslungsreicher Setlist, die zwar den nötigen Fokus au f das neue Album legte, aber die wichtigen Klassiker harmonisch einzubetten wusste, wurden kaum Wünsche offen gelassen. Ein eingebautes Akustikset („Unendlich“, „Weiße Fahnen“) bot ein wenig Abwechslung und damit gleichzeitig auch die Möglichkeit erweiterter Facetten der Songs selbst. Ausgiebige Instrumentalparts (z.B. im Outro von „Waffen“) stellten das Talent eines jeden Musikers in den Vordergrund, wenn auch es immer wieder Thomas war, der sich mit unglaublicher Fingerfertigkeit, Geschwindigkeit und zahlreichen Spielereien in gewisser Weise mit seinen Gitarren in den Vordergrund spielte. Sängerin Steffi zeigte sich nicht nur vertraut stimmlich stark, sondern auch in Zwischenkommentaren, in denen sie aus dem Nähkästchen plauderte, natürlich charmant. So durften kleine Geschichten rund um die Songs nicht fehlen, die nicht nur den Grundgedanken der Lieder auf den Punkt brachten, sondern die Band immer wieder greifbar machten und damit aufzeigten, dass die Musiker grundsätzlich ganz auf dem Boden geblieben sind.

Doch nicht nur in Steffis Erzählungen, auch im Zusammenspiel der Band auf der Bühne war die Harmonie greifbar. Trotz der unglaublichen Platzmöglichkeiten, die so große Bühnen bieten, hatte man nie das Gefühl auf eine leere Bühne zu blicken. Stattdessen füllten die Musiker die Bühne mit Leben und Bewegung und erzeugten durch Interaktion untereinander beinahe greifbaren Spaß an ihrer Musik selbst.

Auch das Publikum trug stark zu diesem gelungenen Abend bei. Schon bei „Meer sein“ forderte Steffi die Fans dazu auf zu interagieren, die Arme zu heben und mit ihr zu zählen. Immer wieder trat sie so in direkten Kontakt mit den Zuschauern, rief zum Klatschen, Mitsingen oder einer Laola-Welle auf, die sich tatsächlich durch Ränge und Innenraum zog. Die Fans folgten ihren Ermunterungen immer wieder mit reger Begeisterung. Vor allem die ersten Reihen des Innenraums waren schon von Beginn des Auftritts kaum zu halten. Auch Textsicherheit konnte man den Zuschauern durchaus attestieren. Immer wieder übernahmen sie an den passenden Stellen für Steffi, was nicht nur für ein beeindruckendes Klangbild sorgte, sondern vor allem in Momenten wie dem Outro-Chor von „Weiße Fahnen“ für absolute Gänsehaut sorgte.

So schufen die Musiker aus Bautzen einmal mehr ein unvergessliches Konzerterlebnis. Die Kombination aus Spielfreude der Künstler gepaart mit der Tiefe ihrer Texte, der Ohrwurmqualität ihrer Melodien, ihrem Charme und der gleichzeitig hochwertigen Umsetzung ihrer Konzerte ist es, die einfach nur Begeisterung für Silbermond auslösen kann und die Band damit zu einer großartigen Liveband macht!

 

  1. Setlist:
  2. 1. Unter der Oberfläche
  3. 2. Meer sein
  4. 3. Teil von mir
  5. 4. Du fehlst hier
  6. 5. Durch die Nacht
  7. 6. Ans Meer
  8. 7. Waffen
  9. 8. Unendlich
  10. 9. Weiße Fahnen
  11. 10. Symphonie
  12. 11. Für dich schlägt mein Herz
  13. 12. Zeit für Optimisten
  14. 13. Irgendwas bleibt
  15. 14. Himmel auf
  16. 15. Ja
  17. Zugaben:
  18. 16. Nichts passiert
  19. 17. Ich bereue nichts
  20. 18. Das Beste
  21. 19. Krieger des Lichts

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