Selig – 16.05.2015 – Zakk, Düsseldorf

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Selig, das ist eine Band mit zwei Gesichtern. Von der Gründung bis zur Auflösung waren sie eine der wenigen Bands, die eine Generation prägten und den deutschen Indierock mit deutschen Texten salonfähig machten. Dann folgte überraschend die Auflösung und 2008 genauso aus dem Nichts die Wiedervereinigung. In beiden Phasen entstanden drei Studioalben, die sich immer etwas unterschieden. „Magma“ (02/2013) gilt als das poppigste Album und ließ einige Anhänger enttäuscht und verstört zurück. 2014 feierten die Mitglieder von Selig 20-Jähriges Jubiläum und veröffentlichten mit „Die Besten“ eine Compilation mit neuem Material aber auch die alten Songs, versehen mit neuem Arrangements, die einigen aber auch zu soft geriet.

So sind bei der laufenden Tour die Befürchtungen und Erwartungen ähnlich hoch. Können Selig es noch? Wo setzen sie ihre Prioritäten? Die Unsicherheit scheint groß und einige abzuhalten die Konzerte zu besuchen. Noch vor wenigen Jahren hätten Selig die Hallen auf dem Tourplan allesamt ausverkauft.

So ist das Düsseldorfer Zakk „nur“ gut gefüllt als Selig ihre Show beginnen. Ohne Support und sonstige Vorwarnung ertönt ein düsteres Intro und dann rockt Sänger und Frontmann Jan Plewka los. Pop geht anders. Guter, gitarrenlastiger Sound, viel Stroboskoplicht, aber auch eine Bühne mit einer Lichtshow, die aus rund 30 Schreibtischlampen besteht, deren Hälse das Licht in das Publikum strahlen. So wie das Licht strahlen auch die Musiker, die sich sehr publikumsnah geben. Aber auch die Düsseldorfer Fans sind sehr gut aufgelegt, singen unaufgefordert mit und benötigen nur die Stücke und lassen die Musik auf sich wirken. Zusätzliche Ansagen, Mitmachaktionen oder sonstige Art von Entertainment sind nicht nötig, sie würden höchstwahrscheinlich kontraproduktiv und störend wirken. Die Setlist ist clever gewählt, natürlich kommen auch Balladen zum Zug. Bei ihnen wünscht sich Plewka am liebsten echte Feuerzeuge. Von jedem Album werden Lieder berücksichtigt, zum Mainstream verkommt der Abend jedoch keineswegs. Wer Selig so wie der Autor mehrfach live erlebt hat, der ist angenehm überrascht. So gelöst, gut aufgelegt, musikalisch stimmig und mit so viel Hingabe spielten Selig längst nicht immer.

Setlist:

5.000 Meilen
Sie hat geschrien
Arsch einer Göttin
Wenn ich an dich denke
Mädchen auf dem Dach
Die Besten
Alles auf einmal
Regenbogenleicht (Grungeversion)
High
Hey Ho
Popstar
Kleine Schwester
Glaub mir
Ich fall in deine Arme
Lass mich rein
Wenn ich wollte
Von Ewigkeit zu Ewigkeit

Gott
Schau Schau
Ohne dich

Ist es wichtig?
Wir werden uns wiedersehen

Raumschiff

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