Sean Paul – 18.05.2014 – Palladium, Köln

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Am Sonntag den 18. Mai 2014 war der jamaikanische Dancehall Sänger Sean Paul Ryan Francis Henriques zu Gast in der Domstadt. Insgesamt elf Konzerte hierzulande waren auf der „Full Frequency“ Tour eingeplant. Neben Berlin, Frankfurt, Hamburg und München war unter anderem auch ein Stopp in Köln vorgesehen. Der Ort der Wahl war das Palladium im Bezirk Köln-Mülheim. Leider war die Halle ein wenig zu groß, sodass die anwesenden Zuschauer sie nur rund zur Hälfte füllen konnten. Die Empore wurde für Besucher nicht geöffnet und auch in der unteren Ebene war hinten noch viel Platz. Aber mehr Bewegungsfreiheit kann bei einem Konzert dieser Musikrichtung sicherlich nicht schaden, denn dass Sean Paul zum tanzen anregen würde war zu erwarten.
Die Boys in Köln
Als erster Support waren Die Boys aus Hamburg am Start. Die Geschwister Enno („Enno Sunshine“) und Hayo Schauer („Hayo Doing“) und Le Tomski befinden sich zurzeit eigenständig auf „Kenn den Weg nicht“ Tour, sind aber auch schon häufig zusammen mit den Hamburger Kollegen von Deichkind aufgetreten. Live will das Ganze leider nicht die Party entfachen die man von Deichkind gewohnt ist und die man in abgespeckter Version auch von den Boys erwartete. Immerhin ist es ja auch musikalisch die Ecke, in die Die Boys offensichtlich gehen wollen. Das Publikum ging beim ein oder anderen eingängigen Lied zwar mit, aber viel passierte nicht.

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Als zweiter Support war der Wiener Michael Krappel (Künstlername Fii) angereist. Ein Mann, ein Mikrofon, ein Looping-Gerät – da war den Kölnern erstmal nicht ganz klar, was sie davon halten sollten. Nach wenigen Minuten war jedoch offensichtlich, dass er Die Boys problemlos an die Wand spielen würde und den Zuschauern positiv im Gedächtnis bleiben wird. Beatboxing und Gesang gepaart mit einer unglaublich sympathischen Art das Publikum zu animieren schafften es schnell die Kölner zum Mitsingen, Tanzen und sogar Springen zu animieren. Eine beachtliche Leistung für einen Support, den wohl vor Konzertbeginn kaum mehr als ein paar Hände voll Leute kannten.
Fii in Köln
Selbstironisch und mit Spaß bei der Sache spielte er sich durch seine Setlist, die sowohl Coversongs als auch Eigenkompositionen, wie beispielsweise das zu seinem Lieblingsessen passende Stück „Hummus“, beinhaltete. Am Ende seiner Spielzeit gab es „Zugabe!“ Rufe und er durfte noch einmal kurz auf die Bühne, bevor er sich endgültig verabschiedete. Eine wahre Stimmungskanone und ein beeindruckender Auftritt. Respekt und auf baldiges Wiedersehen!

Sean Paul im Anschluss hingegen war eine bekannte Größe, denn der 41 Jahre alte Jamaikaner ist bekannt für seine Bühnenshows und würde sicherlich auch an diesem Abend überzeugen. Daher schoss die Spannung noch weiter in die Höhe, je länger der Umbau für den Headliner des Abends dauerte. Zuerst durften die DJs in der hinteren, rechten Bühnenecke ihr Können beweisen. Gerade als sich das Publikum langsam zu fragen begann, ob das nun noch Vorprogramm sei oder ein etwas längeres Intro, schossen Konfettifontänen ins Publikum und Sean Paul stürmte mitsamt Tänzerinnen und Band die Bühne. Stürmte kann durchaus wörtlich genommen werden, denn er war die ganze Zeit in Bewegung: Vorne, links, rechts hinten die Treppe hoch und dann direkt wieder runter, man konnte fast meinen er absolvierte ein Fitnessprogramm. Doch so animierte er auch sein Publikum nicht teilnahmslos stehen zu bleiben, sodass selbst in den hinteren Reihen getanzt wurde. Wer nicht wusste was er tun sollte, konnte sich ja an den professionellen Tänzerinnen orientieren, die Sean Pauls als Anheizer mit auf der Bühne hatte. Optimale Rahmenbedingungen also für ein Reggae-/Dancehallkonzert.
Sean Paul in Köln
Am 18. Februar 2014 erschien Sean Pauls neustes Studioalbum „Full Frequency“, sodass natürlich neue Songs wie „Other Side Of Love“ ebenso ihren Weg in die Setlist fanden, wie Klassiker der Marke  „Get Busy“ aus 2003. Doch den Fans schien das gleich zu sein, sie feierten jedes Lied wie seinen größten Hit und da half es sehr, dass Sean Paul auf ewige Pausen und langatmige Ansprachen zwischen den Songs weitestgehend verzichtete. Die Tracks gingen häufig nahtlos ineinander über und auch wenn es so schien als wären einige Lieder nicht in ihrer vollen Länge gespielt worden, konnte so zumindest ein großes Spektrum an Material abgearbeitet werden. Immerhin galt es einen repräsentativen Querschnitt aus sechs Alben zu singen, tanzen und feiern. Eine schweißtreibende Arbeit sowohl für Sean Paul, seine Tänzerinnen, die Band als auch für das Kölner Publikum.

Es wurde den Anwesenden nicht langweilig und auch Sean Paul schien während des kompletten Konzertes Spaß an der Sache zu haben. Doch wie es nun leider ist muss jeder Konzertabend einmal enden, wobei der obligatorische Wunsch nach einer Zugabe natürlich nicht fehlte. Doch als abends die Kölner langsam nach Hause fuhren, waren sie sich doch alle einig: Es hatte sich gelohnt und beim nächsten Mal sind sie wieder dabei.

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