Schandmaul, 29.03.14 Köln, Palladium

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Schandmaul

Fiddlers GreenKöln ist ein gutes Pflaster für Schandmaul und auch umgekehrt. Im Sommer feierten die Münchner bereits ihr 15-Jähriges Bestehen im Kölner Tanzbrunnen im Rahmen eines zweitägigen Festivals. Dort pushten 12.000 Anhänger die Band und diese schaffte trotz der Größe eine unfassbare intime Atmosphäre. Kein Wunder also, dass das Palladium in Köln-Mülheim lange vorher ausverkauft ist, noch dazu ist mit Fiddler’s Green eine exzellente Vorband am Start. Fiddler’s Green gibt es noch länger als Schandmaul und die Jungs erlebten Höhen und Tiefen in der Publikumsgunst. Jetzt wo der Folk wieder salonfähiger ist, so erlebt die Band aus Süddeutschland einen erneuten Hype. Als „gute Freunde des Hauses“ sind sie den meisten Besuchern bekannt, da sie öfter den Support für Schandmaul mimen. Berührungsängste sind somit also nicht vorhanden und die 4.000 Konzertgänger gehen von Beginn an gut mit. Das Anheizen haben die Jungs von Fiddlers Green nicht verlernt und so schaffen sie es mit ihrem selbsternannten Irish-Speed-Folk den Saal zum Kochen zu bringen aber auch die Stimmung zu halten. Und so fällt es gar nicht auf, dass ihr Set deutlich länger ist als bei einer gewöhnlichen Vorgruppe und sogar das legendäre „Road to Dublin“ heute nicht gespielt wird. Trotzdem gibt es Entertainment pur in Form einer abgewandelten „Wall Of Death“ oder alle müssen sich hinsetzen und wieder aufspringen.

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SchandmaulInteraktion bieten Schandmaul nach der Umbaupause erst einmal weniger, sie legen den Fokus zunächst auf ihre Stücke und auf Moderationen und Gesang ihres Frontmannes Thomas Lindner. Zunächst wirkt dieser etwas unsicher und auch der Sound seiner Stimme geht etwas unter. Das Publikum allerdings ist sofort da und klatscht als gäbe es kein Morgen mehr. Und so hangeln sich Band und Fans von Song zu Song und eigentlich scheint alles in Ordnung. Aber doch fehlt etwas: Es fehlen so etwas wie Höhepunkte, das Salz in der Suppe. Im Palladium gefüllt mit 4000 Leuten können sich Schandmaul nicht optimal entfalten. Folk- bzw. Mittelalterrock mit Drehleiern, Violinen kommen in einer Industriehalle nicht so zur Geltung. Hinzu kommt, dass sich das Arrangement auch immer mehr in Richtung Pop bewegt hat, so dass die Wurzeln nicht mehr so zu spüren sind. Der kommerzielle Erfolg steigt, die Identität sinkt jedoch. Und so wirkt vieles gleichgeschaltet, mit Applaus im Takt macht heute Abend hier niemand etwas falsch. Verwerflich ist das keineswegs, zumal es den meisten anzumerken ist, dass ihnen die Show gefällt. So ist auch bei den Bayern ein Weg absehbar, denn der Graf mit Unheilig bereits eingeschlagen hat. Das ist nicht nur schlecht, es mag aber den einen oder anderen Fan geben, der sich nach dem Konzert bestätigt fühlen wird, nur noch zu älteren Material Schandmauls zu greifen und die Konzerte vorerst nicht mehr zu besuchen.

Setlist:

In Deinem Namen
Auf hoher See
Tippelbruder
Teufelsweib
Der Kurier
Leb!
Das Tuch
Anderswelt
Trafalgar
Das Seemannsgrab
Little Miss Midleton
Pakt
Bunt und nicht Braun
Der letzte Tanz
Krieger
Traumtänzer
Lichtblick
Kaspar
Dein Anblick

Der Teufel…
Vogelfrei
Walpurgisnacht

Euch zum Geleit
Willst Du?

Auf Euch

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