Rock am Ring 2018 – Der Samstag

Nothing More Foto: Steffie Wunderl

Der Samstag gehörte definitiv den Fans der härteren Klängen. Es standen Bands wie Body Count feat. Ice-T, Kreator, Bullet for my Valentine und Parkway Drive auf dem Programm. Sehr zur Freude der Fans fing der Festivaltag trocken und ohne irgendwelche Zwischenfällen an.

Die Crater Stage eröffneten um 14:10 Uhr mit den Briten von Bury Tomorrow. Hier gab es zum wach werden eine ordentliche Portion Metalcore. Es war vor der Bühne bereits richtig voll geworden. Viele Fans machten in diversen Pits sozusagen Morgensport. Nach der Show nahmen sich Bury Tommorow noch Zeit, um mit Fans Fotos zu machen und fleißig Autogramme zu schreiben. Gleichzeitig spielte mit Youngblud alias Dominic Harrison ein weiterer Brite auf der Volcano Stage. Vor dieser war es im Vergleich zur Crater Stage noch recht leer. Aber kein Grund für Youngblud weniger Energie in sein Set zu stecken. Dieser hüpfte wie von einer Tarantel gestochen über die Bühne und verlor dabei sogar seine Elektronik fürs Mirko und verhedderte sich aufgrund seiner energiegeladenen Performance ausversehen im Mikrofonständer.

Weiter ging es mit Nothing More aus San Antonio, Texas . Die Band war 2018 mehrfach für den Grammy nominiert worden. Hierzulande blieben sie bisher aber eher unter dem Radar und gelten noch als Geheimtipp. Frontman Jonny Hawkins zeigte bei seiner Performance vollen Körpereinsatz. Er sprang, lief oder räkelte sich auf der dem Bühnenboden hin und her. Mit dieser Darbietung und Spielfreude sollten Nothing More den ein oder anderen Fan dazu gewonnen haben.

Beth Ditto Foto: Steffie Wunderl

Gegen 16:00 Uhr kam die Zeit für eine geballte Ladung Frauenpower mit Beth Ditto. Die Frontfrau von Gossip ist derzeit mit ihrem Soloprojekt unterwegs. Am Ring präsentierte sie ein Set aus eigenen Songs und Gossip Klassikern. Dabei war Beth ein absoluter Hingucker in ihrem roten Kleid und einer eleganten Hochsteckfriseur. Das schicke Outfit hindert sie aber nicht daran „Heavy Cross“ inmitten der Fans zu singen.

Gleichzeitig spielten Black Stone Cherry auf der Crater Stage. Hier bekam man Hard-Rock mit Südstaaten-Touch geboten. Um 18:45 Uhr betraten Body Count feat. Ice-T die Crater Stage. Die Band wurde Anfang der 90er durch ihre damalige Innovation Hip-Hop-Elemente mit Heavy Metal-Elementen und Hardcore Punk zu verknüpfen berühmt. Frontmann Ice-T hatte seinen Sohn als Unterstützung mitgebracht und zusammen rockte die Band die Crater Stage.

Danach folgten auf die Crater Stage die 80er Jahre Thrash-Metal Legend Kreator, welche ihren ersten Rock am Ring Auftritt bestritten. Miland „Mille“ Petrozza rief sofort zu totalen Zerstörung auf. Dementsprechend knallhart ging es in den Pits und einer Wall of Death zu. Mit ihrem Metal Klassiker „Pleasure to Kill“ verabschiedeten sich Kreator von der Bühne. Wer es aber lieber eine Runde ruhiger angelassen wollte, war jetzt vor der Volcano Stage gut aufgehoben, denn dort spielten Snow Patrol, welche den Meisten durch ihren Ohrwurm „Chasing Cars“ bekannt sein dürften.

Auf der Crater Stage gab es mit Bullet for my Valentine erneut feinsten Heavy-Metal auf die Ohren. Die Band veröffentlicht am 29.06.2018 ihr sechsten Studioalbum „Gravity“. Zur Freude den Fans gab es auch schon einen Vorgeschmack auf das Album, denn die Waliser spielten unter anderem „Piece of me“ und „Letting you go“ vom neuem Album. Zeitgleich begannen Muse ihre Headliner Show auf der Volcano Stage. Hier gab es jetzt großartige Rockmusik auf die Ohren. Diese wurde visuell durch eine riesige Leinwand als Backdrop und einer fantastischen Lichtshow unterstützt. Wer aber lieber noch eine Portion Metalcore wollte, war bei Asking Alexandria vor der Alternastage richtig aufgehoben. Diese sind wieder mit dem neuen bzw. alten Frontmann Danny Worsnop unterwegs und haben mit ihm zu ihrer alten Stärke zurückgefunden.

Parkway Drive Foto: Steffie Wunderl

Um 23:20 Uhr betraten Parkway Drive die Crater Stage. Die Australier haben gerade ihr neues Album „Reverence“ veröffentlicht. Dieses wurde den Fans bereits bei einer kleinen Club Tour präsentiert. Nicht nur die Fans waren sofort Feuer und Flamme, sondern auch die Bühne. Diese war mit extrem viel Pyrotechnik bestückt und immer wieder schossen Flammen in den Nachthimmel. Ein Hingucker war Drummer Ben Gordon, dessen Schlagzeug in einen Käfig verbaut war, der sich während er spielte drehte. Die Australier waren somit der heißeste Act an diesem Festivaltag.

Man könnte meinen, dass nach so einer großartigen Show nichts mehr kommen konnte. Aber es kam noch besser. Auf der Alternastage betraten die wiedervereinten Alexisonfire die Bühne. Die Band, deren Name eine Hommage an eine Pornodarstellerin ist, lösten sich im Jahre 2011 auf. Sänger und Gitarrist Dallas Green widmete sich intensiv seinem Soloprojekt City and Colour. Jetzt stand sie endlich wieder auf der Bühne und dementsprechend war die Begeisterung bei den Zuschauern groß, die zur zur späten Stunde noch genügend Energie hatten, um sich in Pits auszutoben. Zeitgleich spielten die neuen Metal Helden von Avenged Sevenfold auf der Crater Stage. Hier wurde den Zuschauern erneut eine fulminante Feuershow geboten. Sänger M. Shadows war bei bester Stimme und der Sound war perfekt. So sangen die Zuschauer „Hail to the King“ und „Nightmare“ lauthals mit. Ein krönender Abschluss des zweiten Festivaltages.

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