Rock am Ring 2014 – Seat Center Stage – 05.06.2014

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Bereits seit Mittwoch füllen sich die Campingplätze am Nürburgring in der idyllischen Eifel. Zum letzten Mal findet hier nun in diesem Jahr Rock am Ring statt. Grund genug, es noch einmal ordentlich krachen zu lassen. Also wird schon in der ersten Nacht gehörig Party gemacht. 82.500 Besucher darf das Festival in diesem Jahr vermerken und ist damit ein weiteres Jahr ausverkauft.

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Pünktlich um 16:45 Uhr geht es los und schlagartig sind alle Diskussionen rund um das Ende von Rock am Ring am Nürburgring vergessen. 29 Jahre Tradition machen sich bewährt und die Fans an der Seat Center Stage sind bei bester Laune. Falling in Reverse eröffnen das Festival direkt mit der nötigen Schlagkraft. Die US-amerikanische Post-Hardcore Formation aus Henderson, Nevada heizt das erstaunlich gut gefüllte Publikum in den ersten beiden Wellen ordentlich an. Ronnie Radke (Gesang), Jacky Vincent (Leadgitarre), Derek Jones (Rhythmusgitarre), Max Green (E-Bass) und Ryan Seaman (Schlagzeug) rocken 45 Minuten lang die Bühne so richtig ein. Das Publikum dankt es ihnen mit den ersten Mosh Pits und Circle Pits des Tages. Auch das Wetter ist an diesem Tag in bester Stimmung und zaubert genau die richtige Mischung aus Sonne und Schäfchenwolken an den Himmel. Besser kann das lange Wochenende gar nicht beginnen.

Pennywise fangen im Anschluss genau da an, wo Falling In Reverse aufgehört haben. Jetzt steht allerdings Punk vom allerfeinsten auf dem Programm. Jim Lindberg (Gesang), Fletcher Dragge (Gitarre), Randy Bradbury (Bass) und Byron McMackin (Schlagzeug) dürfen schon auf ein weit dichter gefülltes Publikum blicken. Die Stimmung ist hervorragend! Mehr als sechs Circle Pits allein in der ersten Welle verwandeln den Zuschauerbereich in eine riesengroße Party. Und auch die ersten Crowdsurfer lassen nicht lang auf sich warten. Pennywise selbst liefern 50 Minuten lang eine starke Show ab, die beweist, dass Punk noch lang nicht tot ist.

Auch mit The Offspring steht alles im Zeichen des guten alten Punk. Bryan „Dexter“ Holland (Gesang), Kevin „Noodles“ Wassermann (Gitarre), Pete Parada (Schlagzeug) und Greg Kriesel (Bass) präsentieren dabei das gesamte „Smash“-Album (VÖ 1994) am Stück, was vom Publikum eher verhalten aufgenommen wird. Erst als die großen Hits gespielt werden, bricht die Party los. Bryan Holland ist davon natürlich nicht so richtig begeistert. Ein hervorragender Auftritt muss The Offspring dennoch bescheinigt werden. Auch nach 28 Jahren schaffen es diese Herren noch mühelos ein Publikum zu rocken und damit den Weg für Iron Maiden perfekt zu ebnen.

Klare Statements dürfen im Publikum übrigens auch nicht fehlen. „Grüne Hölle Rockfestival Verpiss Dich“ kann auf einem der Pappschilder gelesen werden. Eine deutliche Kampfansage gegen die Festivalplakate an den Außenwänden des Nürburgrings. „Free Hugs“, „Free Drugs“, Spiderman, Superman, eine ganze Horde Pikachus und Bananen dürfen natürlich ebenso nicht fehlen und machen die Zuschauermenge zu einer bunten, fröhlich durchgeknallten Masse.

Iron Maiden vereinen 82.500 Fans zu einer feiernden Einheit. Eine weiße Kulisse ist die Basis des Bühnenbilds, das sich im Verlauf der zwei stündigen Show ständig der Setlist anpasst. Wechselnde Backdrops der verschiedenen Alben-Cover sowie passende Figuren bilden den Rahmen für die fulminante Show. Geschickt spielen Licht, Pyro und Feuer mit dem Bühnenbild und lassen damit immer wieder neue Welten entstehen. Sänger Bruce Dickinson wechselt dabei regelmäßig die Outfits und zeigt, dass Alter keine Ausrede ist, um nicht über die Bühne zu fegen. Entsprechend wild wirbelt er über die beiden Ebenen der Bühne, schwingt wild den Union Jack und feuert dabei das Publikum kräftig an. Das tobt bis in die letzte Reihe und feiert Iron Maiden ganz wie es sich gehört. Auch seine Kollegen Dave Murray (Gitarre), Adrian Smith (Gitarre), Janick Gers (Gitarre) und Steve Harris (Bass) springen nicht minder wild über die Bühne und zeigen mit mehr als einem Instrumentalpart und Soli was sie drauf haben. Immer wieder fliegen die Finger dabei in wilden Spielereien über die Saiten. Nicko McBrian (Schlagzeug) gibt dazu die passende Basis für den kräftigen und prägnanten Sound der Band. Er hat heute Geburtstag und zum Ende des Auftritts hin wird er dafür mit einem Geburtstagstortenhut gefeiert. Hier ist einfach jeder Moment ein Highlight und damit ist die Begeisterung des Publikums mehr als verständlich. Dass sie ihren Auftritt sogar 10 Minuten vor Spielzeitende beenden, enttäuscht hier niemanden.

Als könnte der Kontrast nicht härter werden, steht eine Stunde später Raop Star Cro an der gleichen Stelle auf der Bühne. Pünktlich zur Veröffentlichung seines neuen Albums „Melodie“ gehört ihm um Mitternacht für 40 Minuten die Bühne. Erstaunlicherweise und trotz lautem Shitstorm auf Facebook empfängt ihn das Publikum sogar eher positiv. Mit roten Leuchtfackeln und einer ebenfalls mit Pandamasken verhüllten Band kommt Cro auf die Bühne und die Buh-Rufe sind zwar zu hören, halten sich aber in Grenzen. Stattdessen wird tatsächlich Party gemacht. Der Stilmix funktioniert, was immer wieder erstaunlich ist. Das hat zwar nichts mehr mit Rock am Ring zu tun in der engstirnigen Definition des Genres per se. Aber irgendwie rockt der Auftritt neudeutsch gesehen eben doch.

Zum Ausklang des Tages starten dann zunächst Rudimental mit einer Mischung aus Dubstep, Drum and Base und elektronischer Musik. Piers Agget,Kesi Dryden, Amir Amor und DJ Locksmith sind eine noch recht junge Musikformation. Erst 2013 veröffentlichten sie ihr Debüt „Home“.

Das Finale gehört dann Klangkarussell. Das österreichische Elektroduo Adrian Held und Tobias Rieser bekommt auf der Bühne Unterstützung von Livemusikern. Sieben Tracks füllen die Stunde Spielzeit bevor auch die letzten Nachtlichter für diesen Tag von der Centerstage verabschieden müssen. Morgen geht es dann schlagkräftig auf allen drei Bühnen weiter!

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