Passenger – 29.10.2016 – Palladium, Köln

Passenger – 29.10.2016 – Palladium, Köln
30. Oktober 2016
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5. November 2016

Passenger live im Palladium Köln. Foto: Steffie Wunderl

Ursprünglich galt Passenger als Band und Mike Rosenberg war Frontmann und Sänger davon. Inzwischen ist Passenger eher der Künstlername Rosenbergs. In Köln ist er sehr beliebt und feierte in den vergangenen Jahren jeweils im ausverkauften Kölner E-Werk (2013) sowie im Palladium (2014) umjubelte Solokonzerte. Dabei gab es magische Momente und Köln und Passenger achteten sich sehr. Rosenbergs Großvater ist gebürtiger Kölner und lebte in der Rheinstadt, bevor er in die USA aussiedelte.

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Gregory Alan Isakov live als Support von Passenger im Palladium Köln. Foto: Steffie Wunderl

Gregory Alan Isakov live als Support von Passenger im Palladium Köln. Foto: Steffie Wunderl

An diesem Abend soll erneut das Palladium bespielt werden, welches in direkter Nachbarschaft zum E-Werk liegt, mit 4000 Personen aber rund doppelt so viele Besucher fassen kann. Funktioniert die Intimität zwischen Passenger und Publikum einmal mehr? Bevor dies beantwortet und festgestellt werden kann, gehört Gregory Alan Isakov die Bühne. Der Südafrikaner, welcher als Kind mit den Eltern in die Staaten auswanderte, ist der klassische Singer-/Songwriter. Er singt in Köln seine Songs solo. Dabei fällt seine tiefe, rauchige Stimme auf, die aber durchaus angenehm daherkommt. Auf der großen Bühne wirkt er jedoch etwas verloren und in der minimalen Instrumentierung wollen die Lieder nicht so recht zünden. Es fehlt ein bißchen die Eingängigkeit, der Charakter von Ohrwürmern, damit seine Stücke bei den Leuten ankommen und haften bleiben. Voll ist das Palladium allerdings schon beim Support, was ja auch nicht immer der Fall ist. Mit höflichen Applaus wird Isakov nach rund 30 Minuten von der Bühne verabschiedet.

Passenger live im Palladium Köln. Foto: Steffie Wunderl

Passenger live im Palladium Köln. Foto: Steffie Wunderl

Obwohl alle Instrumente bereits aufgebaut sind, dauert die Umbaupause normal lang. Einige aus dem Publikum, welches altersmäßig sehr gemischt ist, wollen mit Klatschen und Pfeifen Passenger wohl dazu bewegen, dass das Konzert früher beginnt. Mit einer Lichtshow und kompletter Band startet der Brite seine Show. Fast schon rockig ertönt der Opener „Somebody’s Love“ und das Publikum zieht sofort mit. Und obwohl Passenger sehr viel erzählt, auch auf Zwischenrufe und Reaktionen mit sehr viel Humor eingeht, so ist die Stimmung anders, als in den vergangenen Jahren. Es ist jetzt mehr Konzert mit mehr Showelementen, wie es aber eben auch andere Künstler tun. Es ist weniger kuschelig, weniger intim, was aber nicht weniger musikalische Klasse bedeutet. Im Mittelteil des Gigs schickt Passenger seine Band in eine Pause und bietet dann Stücke wie „Sound of Silence“ alleine dar. In dieser Phase sind die Kölner Fans so still, dass ein Husten oder Niesen gleich die ganze Halle mitbekommt. Alles ist aber stets entspannt, es kommt nie so etwas wie Längen oder gar Beklommenheit auf.

Die Kunst Passengers ist auch bei diesem Auftritt nahezu jeden der Anwesenden sympathisch um den Finger wickeln zu können. Da kann dann auch drüber hinweg gesehen werden, dass bei dem größten Hit „Let Her Go“ viele Handys als schlechtere Kameras missbraucht werden, um diesen Song mitzuschneiden. Leider erfüllt sich auch nicht die Hoffnung, dass Ed Sheeran wie zum Beispiel in Amsterdam als Special Guest auf die Bühne kommt und mit Passenger ein Duett anstimmt. Stattdessen gibt es mit „Ain’t No Sunshine“ eine weitere Coverversion, welches die Laune und Spannung weiter oben hält. Von da an drückt er ein wenig aufs Tempo und hält mit zwei Stücken den Zugabenblock recht kurz. Das soll jedoch die gute Performance von Passenger nicht schmälern. Rund 90 Minuten gibt der bürgerliche Mike Rosenberg alles und gibt sich dabei sehr fannah und als Singer-/Songwriter zum Anfassen. Immer noch. Und hoffentlich auch noch lang.

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