Nova Rock Festival 2013 – Red Stage – Tag 1

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Bereits zum 9. Mal war es in Nickelsdorf in diesem Jahr soweit – das Nova Rock 2013 öffnete seine Pforten und ergänzte damit einen hochkarätigen Festivalsommer um ein weiteres Highlight. Erst am Vorwochenende hatte es die Scharen in Deutschland an den Ring und in den Park gezogen, nun war es an der Zeit auf den Pannonia Fields die nächste Party zu feiern, ein hochkarätiges Line Up zu genießen und dabei nicht nur die eigenen Favoriten zu erleben, sondern in der Masse des Angebots zahlreiche neue Highlights kennenzulernen.

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Die musikalische Eröffnung des Festivals oblag The Ghost Inside. Die Melodic Hardcore Formation aus Los Angeles hatte zwar mit den üblichen Problemen der frühen Stunden zu kämpfen, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Viele Besucher steckten einfach noch irgendwo zwischen wach werden und Zeltaufbau und selbst erste Gitarrenklänge lockten nur langsam vom großen Zeltplatz in Richtung der Bühnen. Schade, für Aaron Brooks (Gitarre, Gesang), Zach Johnson (Gitarre), Jim Riley (Bass, Gesang), Jonathan Vigil (Gesang) und Andrew Tkaczyk (Schlagzeug).

Weiter ging es mit Hardcore Punk aus Watford, England. Gallows standen auf dem Programm und durften sich mit strahlenden Wetter um die Aufmerksamkeit des Publikums streiten. Zwar sorgten die Jungs direkt für erste musikalische Abwechslung, der Tag selbst lief jedoch leider eher langsam an und so füllte sich der Platz vor der Bühne nur zögerlich.

Ganz anders sah es dann für die nächste Band aus. Der Zuschauerraum hatte sich inzwischen gut gefüllt und P.O.D. wurden bereits mit gewisser Vorfreude erwartet. Die Formation aus San Diego, die 2001 mit ihrem Album „Satelite“ und Hit-Singles wie „Youth Of The Nation“ ihre größten Erfolge feiern durften, schienen nun wieder richtig durchstarten zu wollen und auch zu können. Vor allem Sänger Sonny fegte mit einer Energie über die Bühne, die nur Begeisterung bei den Zuschauern auslösen konnte. Kurzer Hand sprang er außerdem ins Publikum, um die Fans abzuklatschen. Gute Laune und eine gehörige Portion Circle Pits gehörten dabei ebenso zum Programm wie Spaß auf der Bühne, jede Menge Talent und begeisterndes Zusammenspiel der Musiker. Abgerundet wurde der Auftritt noch von der allgemeinen Besorgnis der Band: „Achtet auf euch, trinkt viel Wasser bei der Hitze!“, war die klare Ansage Sonnys als er die ersten Hitzeopfer beobachten musste.

Bei Coal Chamber hatten sich die Reihen zwar wieder ein wenig gelichtet, doch das war kein Grund für die Musiker die Bremse anzuziehen. Entsprechend stand saftiger Nu-Metal aus Los Angeles auf dem Programm. Vor allem Sänger Bradley James bestach dabei mit unglaublicher Bewegungsfreude, mit der er über die Bühne wirbelte. Die gute Laune der Musiker schaffte es nur leider nicht ganz auf die Zuschauer überzuspringen. Schade, denn diesen Künstlern mangelte es weder an Talent noch Bühnenpräsenz.

Erst Anti-Flag wendeten das Blatt erneut. Die Polit-Punk-Rocker aus Pittsburgh wussten genau, wie man von der ersten Sekunde absolut Vollgas gibt und das Publikum dabei augenblicklich um den Finger wickelt. In rasendem Tempo stürmten Justin Sane (Gesang, Gitarre), Chris #2 (Gesang, Bass), Chris Head (Bass, Gitarre, Backing Vocals) und Pat Thetic (Schlagzeug) über die Bühne und zeigten sich dabei menschlich und mit starkem Statement wie eh und je. Dabei wurden die massiven Aufstände in der Türkei ebenso bedacht wie Pussy Riot bedacht und so ganz deutlich Flagge und Gerechtigkeitssinn gezeigt. Auch die Zuschauer wurden bei so viel Energie gebührend gefordert. Die Aufforderung zu moshen was das Zeug hält, lag nah und ging Hand in Hand mit der Bitte, dabei auf sich selbst und seine Mitmenschen zu achten. Ein ultimatives Highlight bescherte Chris#2 den Fans. Kurzerhand warf er seinen Bass in Richtung seines Backliners (in diesem Sinne Respekt dafür, dass nicht nur problemlos gefangen sondern auch kurzerhand weiter gespielt wurde) und warf sich gut gelaunt mitten ins Publikum. Eine ausgiebige Runde Crowdsurfen und abklatschen später, schwang er sich leichtfüßig zurück auf die Bühne und beendete den Song am Mikro. Ganz großes Kino! Die Jungs sind übrigens im Rahmen ihres Bühnenjubiläums noch eine Weile in Deutschland unterwegs – ein Konzertbesuch lohnt sich!

Den Abschluss in Richtung der Headliner Riege des ersten Tags machten A Day To Remember. Damit stand erneut Metalcore auf dem Tagesplan und somit die ideale Voraussetzung um das mit Anti-Flag erreichte Stimmungshoch zu halten und auszubauen. Jeremy McKinnon (Gesang), Neil Westfall (Gitarre, Hintergrundgesang), Josh Woodard (Bass), Alex Shelnutt (Schlagzeug) und Kevin Skaff (Gitarre, Hintergrundgesang) gingen entsprechend ebenfalls ganz in die Vollen und nutzten gut eine Stunde Spielzeit geschickt, um das Festivalpublikum gebührend zum Feiern anzustiften.

So neigte sich der erste Festivaltag an der Red Stage beinahe schon seinem Ende zu. Der Fokus lag an diesem Nachmittag stark auf großen Metalcore und Punk-Rock Formationen, die kein Bein still stehen ließen, sondern trotz der guten Sommerhitze die Zuschauer voll und ganz forderten. Das Publikum vor der Bühne kam entsprechend ganz auf seine Kosten, Enttäuschungen blieben an diesem Tag rundum aus. Stattdessen jagte ein Highlight das Nächste und bereitete so den Weg für den melodischeren Teil des Programms: Within Temptation und Thirty Seconds To Mars!

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