Nova Rock Festival 2013 – Blue Stage – Tag 3

CD Review: Schandmaul – „So weit, so gut“
25. Juli 2013
Big Day Out Festival 7.0
26. Juli 2013

Der letzte Festivaltag war angebrochen, die ersten beiden Tage scheinbar wie im Flug vergangen. Ein Blick auf das Line Up der beiden Bühnen machte schnell klar: Die Zielgerade für ein großartiges Finale war gesetzt und das Aufgebot an Highlights war groß. Während es auf der Red Stage ein letztes Mal ordentlich mit einer Mischung aus Metal, Metalcore und gepflegtem Rock krachen sollte, wartete die Blue Stage mit viel Abwechslung und ungewöhnlichen Gästen.

Werbung

Fidlar aus Los Angeles bestritten den Auftakt auf der Blue Stage. Brandon, Max, Zac und Elvis hatten mit den üblichen Problemen der frühen Uhrzeit zu kämpfen. Ein noch locker gefüllter Zuschauerraum gab gleichzeitig vor allem hinter den Wellenbrechern genügend Platz in gemütlichen Gruppen nicht nur die Sonne, sondern auch die Musik zu genießen. Punk schien dabei die ideale Beschallung zu sein, um die müden Geister zu wecken.

Auch Johnossi mussten noch auf ein sehr locker gefülltes Feld blicken. Kein Grund für die Schweden nicht augenblicklich Vollgas zu geben und jeden Versuch anzustellen, das Publikum von ihrem Alternative Rock zu überzeugen. Das Duo aus Stockholm schaffte es immerhin nach und nach Zuschauer vom Zeltplatz zu locken, der Funke wollte leider allerdings nicht so ganz überspringen.

Erste Überraschung des Tages war eindeutig Passenger. Der Gedanke an Folk Pop zu so früher Stunde und vor allem eingebettet in Punk, Rock und Metalcore machte zunächst etwas Sorge, ob Mike Rosenberg überhaupt eine Chance haben würde. Völlig unbegründet, wie man schon nach wenigen Tönen feststellen durfte! Andere Solokünstler wären wohl nur mit Gitarre bewaffnet auf der großen Bühne völlig untergegangen. Nicht aber dieser Brite! Charme und Ausstrahlung ließen ihn die Zuschauer augenblicklich für sich gewinnen und sorgten dafür, dass sich nicht nur das Feld zügig zu füllen begann, sondern ein Jeder die Sing- und Klatschspielchen des Musikers mitmachte. All zu viel Rhythmusgefühl an einem dritten Festivaltag zu erwarten, wäre natürlich zu viel verlang gewesen, doch man merkte schnell, dass die komplette Menge mit Begeisterung dabei war und ganz in den kunstvollen, zierlichen und doch kraftvollen Klängen des Musikers aufging. Damit stellte Passenger nicht nur DIE Überraschung des Festivals dar, sondern bestätigte, warum der Künstler derzeit zu den Überfliegern der Musikwelt gehört. Im Herbst begibt er sich auf ausgiebige Deutschlandtour, die man sich definitiv im Kalender anstreichen sollte!

Steven Wilson dagegen ist bereits weit über den Status eines unbeschriebenen Blattes hinaus. Der Porcupine Tree Sänger und Gitarrist ist eine feste Größe der Musikwelt, der sich Anerkennung und Erfolg zurecht verdient hat. Das Nova Rock beehrte er mit seinem Soloprojekt, das bereits drei Studioalben umfasst. Das jüngste Werk „The Raven That Refused To Sing (And Other Stories)“ (03/2013) gab außerdem Anlass zu umfassender Tournee und bot somit gleichzeitig starkes Material , das sich auch auf seinen Festivalauftritt niederschlug. Die Begeisterung des Publikums war ihm sicher und ein großartiger Auftritt eigentlich selbstverständlich.

Coheed & Cambria dagegen hatten wieder mit abschwächendem Publikum zu kämpfen. Dabei ist die Progressive Rock Band aus New York durchaus ein Erlebnis für sich. Ihre Songs erzählen die Scifi-Geschichte des Ehepaars Coheed und Cambria Kilgannon, was interessante Unterhaltung für den aufmerksamen Hörer bot. Musikalisch war das Angebot ebenfalls hochwertig, was den Auftritt der Band positiv in Erinnerung bleiben ließ.

Die Überflieger von Paramore bewiesen sich dagegen wieder als deutliche Publikumsmagneten. Die Formation rund um Sängerin Hayley Williams wirbelt derzeit großflächig den Musikmarkt auf und überzeugte bereits am Vorwochenende auf den Zwillingsfestivals am Ring und im Park. Auch auf dem Nova Rock stand die Band aus Franklin, Tennessee ihrem Ruf in keinster Weise nach und verzauberte die Zuschauer mit eingängigem Alternative Rock.

Biffy Clyro rundeten mit ihrem Auftritt schließlich das abwechslungsreiche Programm des Tages perfekt ab. Die Schotten fegten mit gepflegter Rockmusik förmlich über die Bühne und lockten damit die packende Meute vom Zeltplatz. Sänger Simon Neil glänzte dabei nicht nur mit starker Stimme, sondern auch mit viel Charisma und Herzlichkeit. Dabei fiel vor allem der Spielspaß und die Dynamik der gesamten Band ins Auge, was auch schnell in guter Laune beim Publikum resultierte. Damit spielten sich die Künstler zu einem weiteren Highlight des Tages. Interessierten sei das neue Album „Opposites“ (01/2013) empfohlen!

Der letzte Tag des Nova Rock Festivals sorgte so auf der Blue Stage für einige Überraschungen. Vor allem Passenger überraschte als absoluter Überflieger, der mit seinem Auftritt zahlreiche neue Fans gewonnen hat und restlose Begeisterung ausgelöst hatte. Abwechslung war das Wort des Tages, das sich auch in den beiden Headlinern wiederfinden sollte: Die Sportfreunde Stiller und Kings Of Leon standen auf dem Finalprogramm des Abends. Ideale Voraussetzungen für ein grandioses Finale!

Facebook Kommentare

Kommentare

Werbung