Nova Rock 2013 – HIM

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Es ist der Sommer für HIM! Trotz frühzeitigem Leak ihres neuen Albums „Tears On Tape“ (04/2013), schlägt der Longplayer gebührend ein und beschert der Fangemeinde mit dem Titel gebenden Track einen neuen Ohrwurm. Auch die Clubtour um das Releasedatum herum wurde ein voller Erfolg. Nun lassen sie den Festivalsommer heiß werden und dürfen entsprechend auch in der Headlinerriege des Nova Rock nicht fehlen. Sie eröffnen damit synchron mit Gentleman das Finale des Samstags, das später mit Deichkind und KISS seinen krönenden Abschluss finden soll.

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Schon früh merkte man, dass sich im Publikum zahlreiche alteingesessene Fans befanden, das deutlich prangende Heartagramm, das Symbol der Band, gibt dabei nur ein ausschlaggebendes Zeichen. HIM ist einfach schon vor Spielbeginn in aller Munde, die Erwartung groß und die Vorfreude hoch. Als es dann mit knapper Verspätung endlich an der Zeit für eine gehörige Portion Love Metal war, kochte die Stimmung augenblicklich förmlich über. Frontmann Ville Valo hatte sein Publikum – egal ob Fan oder nicht – von der ersten Sekunde an für sich gewonnen. Immer wieder erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sich der Sänger abgesehen von seinen Gesangsparts doch eher wortkarg gab und ein kurzes „Danke“ zwischen den Songs das Höchste der Gefühle einer Ansage darstellte. Doch große Worte sind bei so viel Tradition scheinbar nicht mehr nötig.

Musikalisch war schnell zu bemerken, dass der Fokus stark auf das neue Album konzentriert war. Ein neuer Song reihte sich an den Nächsten, was auch neutralem Publikum einen guten Einblick in das jüngste Schaffen der Band gab. Auch Klassiker wie „Join Me In Death“ durften natürlich nicht fehlen. Schade nur, dass gerade das Intro des wohl bekanntesten Songs ein wenig missglückte, Ville scheint leider nicht mehr die Tiefen seiner Stimme in dem Maß zu finden, für das er so geliebt wird. Schade! Fanchor und durch Licht geschaffene Stimmung machten dafür so Einiges wieder gut.

So darf man dem Auftritt der Finnen durchaus gute Stimmung, ein beachtliches Publikum und starke musikalische Leistung attestieren. Viel Interaktion sowohl in der Band selbst wie auch mit dem Publikum gab es bei HIM noch nie, entsprechend ist das auch kein Kriterium mehr, das der ein wenig involviertere Zuschauer vermissen könnte. Sie haben ihr Charisma über die Jahre nicht verloren, was sie auch an diesem Abend zusammen mit unglaublich guter Laune immer wieder entsprechend punkten ließ. Und ja – genau das war es auch in Kombination mit der begeisternden Textsicherheit des Publikums, die auch kleine Wackler in Villes Stimme augenblicklich vergessen werden ließ. Sie sind einfach doch immer wieder ein Highlight ganz für sich, das man als Fan von durchaus etwas gefühlvollerem Metal auch mindestens einmal in seinem Leben gesehen haben sollte. Die Möglichkeit dazu bietet sich zumindest 2013 dank weiteren Festivalbesuchen und Deutschlandtournee noch das ein oder andere Mal.

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