Nagel – Lesung – 06.05.2014 – Lagerhalle, Osnabrück

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Nagel - 06.05.2014 - Lagerhalle, Osnabrueck

„Sometimes I think , sometimes I don’t“ ist eine der Weisheiten, die Nagel als Weltenbummler vor die Nase gesetzt bekommt. Am 06.05.2014 startet der ehemalige Muff Potter-Sänger seine Lesetour unter dem Titel „Vielen Dank für die Blümeranz“ in Osnabrück. Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Spitzboden der Lagerhalle stattfinden, aber aufgrund der großen Nachfrage wurde die Lesung spontan in den Saal verlegt. Glück für die Leute von der Denkmalpflege, die den Spitzboden jetzt für eine eigene Veranstaltung nutzen können. Aus Versehen hat sich selbst der Protagonist des Abends auf den Spitzboden verirrt, hat dann aber schnell ausgefunden, das er in einer Parallelveranstaltung statt seiner eigenen gelandet ist. Trotzdem schafft er es pünktlich um 20.00 Uhr seine Lesung (mit vielen Bildern von seinen Reisen) zu beginnen.

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Anfangs erfährt das Publikum, dass die heute vorgetragenen Texte noch gar nicht in einem Buch veröffentlicht worden sind (diese Tatsache dürfte den Anwesenden hinreichend bekannt sein). Es ist also eine Lesetour, bevor das Buch überhaupt in den Druck gekommen ist. Texte werden live auf ihre Tauglichkeit sowie Rechtschreibung und Formfehler getestet und gegebenenfalls weiterentwickelt oder auch weggeworfen. Letzteres dürfte vermutlich nicht passieren, aber man darf gespannt sein, welche Geschichten, es tatsächlich in sein zukünftiges Buch schaffen. Das kommende Werk handelt von Reisen (die Nagel fast alle alleine angetreten ist) und von Anekdoten aus den verschiedenen Ländern. Dabei bleibt er seinem Schreibstil, der den Anwesenden von den beiden Büchern „Wo die wilden Maden graben“ und „Was kostest die Welt“ bekannt ist, treu.

Protagonist Nagel liest sich am heutigen Abend in rage, baut damit Spannung auf und wirft mit allerlei Lebensweisheiten, die er irgendwie auf seinen Reisen kennengelernt hat, um sich. Ganz egal, ob sie ihm als Schriftzug auf einem T-Shirt entgegenprangen (so wie das Zitat am Anfang dieses Textes) oder er sie anderweitig aufgeschnappt hat. Zu den Highlights zählt dabei unter anderem „Die Angst vor der Katastrophe ist schlimmer als die Katastrophe selbst“.

Thematisch ackert der Autor einiges ab, die Geschichten handeln von Geschenken von verrückten Bekanntschaften, Englisch lernen mit (Pop)Musik, Drogen oder auch von Symbolen, die seit 1945 in Deutschland verboten sind, aber im Ausland offensichtlich aufgrund von „Schönheit“ Anklang finden. So beamt Nagel viele Bilder von Männern in T-Shirts mit Hakenkreuzen auf die Leinwand. Männer, die sich der ursprünglichen Bedeutung dieses Symboles nicht bewusst sind. Immer wieder hört man Nagel sagen, dass dieser Teil des Abends bitte nicht auf youtube eingestellt werden soll. Denn der (Ex)Punker in seinem Anzug da vorne auf der Bühne ist alles andere als politisch rechts orientiert.

Schnell geht es weiter in seinen Texten. Es wird viel gelesen, Fotos werden kommentiert, der ein oder andere Lacher ist auf Nagels Seite. Nach knapp zwei Stunden neigt sich ein schöner Abend dem Ende zu. Nagel verschwindet von der Bühne, um kurz darauf am Merchstand wieder aufzutauchen, hier signiert er noch das ein oder andere Buch. Es ist ein rundum gelungener Abend.

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