Millencolin – 26.04.2019 – Carlswerk Victoria, Köln

Foto: Erik Ohlsson/Magnus Larnhed

Endlich sind die schwedischen Punks von Millencolin wieder mit einem Album und der dazugehörigen Tour am Start. S.O.S. (VÖ: 02/2019) fand großen Anklang bei Fans und Kritikern und so ist es kein Wunder, dass die Location schon lange ausverkauft ist. Das Carlswerk Victoria ist recht neu in der Konzertlandschaft und ist im Kölner Stadtteil Mülheim ansässig. Die Halle bietet Platz für rund 2000 Personen und ähnelt einer schmucklosen Lagerhalle mit sehr hohen Decken. Das Carlswerk wirkt leider etwas kühl und zweckmäßig. Positiv ist allerdings, dass Rollstuhlfahrer seitlich von der Bühne platziert werden und einen recht ungehinderten Blick auf das Bühnengeschehen haben.
Den Abend startet der Support WOES aus New York City. Die Amerikaner spielen eher einen Mix aus Blues und Rock und haben mit dem poppigeren Punk von Millencolin wenig gemein. Aber das Tempo ist schnell und der Gesang auffällig, weil hier eine kratzende Stimme á la Tom Waits den Ton angibt. Leider lässt der Sound zu wünschen übrig, denn oft ertönt nur ein einziger Brei aus den Boxen und der Gesang oder gar Text ist schon mal gar nicht zu verstehen. Und so können Woes nicht wirklich Stimmung entfachen, obwohl sie sich durchaus bemühen.

Auch als Millencolin selbst ihr Set mit dem Song S.O.S. eröffnen, bleibt der Klang dürftig und bessert sich nur minimal im Laufe des Abends. So wirkt die Musik Millencolins nur ansatzweise und die Band bleibt leider unter ihren Möglichkeiten. Immerhin bieten die Schweden ihren Kölner Fans 22 Songs inklusive sieben Zugaben und schaffen es zumindest immer kurzzeitig für einen Moshpit in den vorderen Reihen der Bühne zu sorgen. Vor allem die Auswahl der Zugaben gefällt den Fans, da können sie manche Durststrecke vergessen machen. Auch dass sie das aktuelle Werk mit nur vier Stücken berücksichtigen und es somit nicht in den Mittelpunkt stellen, erweist sich als klug. Geredet oder gar erzählt wird nicht viel, aber das ist im Grunde üblich bei Punkbands. Auch dass die Songs recht kurz sind und das gesamte Set auch unter 80 Minuten Spieldauer hat, ist in diesem Genre üblich. Aber hier wäre eine Schippe draufzulegen nett gewesen, um den dürftigen Sound und das geringe Entertainment etwas zu versüßen.

So bleibt eine solide Show von Routiniers, die zufriedenstellt, wo aber zum Glück noch etwas fehlt und der Funke nur zeitweise überspringt. Nicht schlimm, aber ein wenig schade.

Setlist Millencolin:

SOS
Penguins & Polarbears
Fingers Crossed
Fox
Sense & Sensibility
Twenty Two
Sour Days
Olympic
The Ballad
Farewell My Hell
True Brew
Nothing
Lozin‘ Must
Pepper
Mr. Clean

Egocentric Man
Yanny & Laurel
Ray
Bullion
Duckpond
No Cigar

Black Eye

Foto: Erik Ohlsson/Magnus Larnhed

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