Midnight Oil – 21.06.2017 – E-Werk, Köln

Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius, die sicherlich in Australien häufiger vorkommen, beehrt die australische Rockband Midnight Oil die Domstadt und tritt im E-Werk auf. Es ist tatsächlich eine Form von Ehre, denn das letzte Mal betrat die Band um Sänger und Frontmann Peter Garrett vor über 20 Jahren eine Bühne auf deutschen Boden. So ist es nicht verwunderlich, dass auch das Publikum durchaus mitgealtert ist. Nur wenige unter 30-Jährige sind deswegen in der ausverkauften Halle zu sehen.

Und wie jung wirken noch die Midnight Oils? Ungewöhnlich lange müssen die Fans warten, bevor es dann allerdings ohne Support losgeht. Und schon bei den ersten Klängen des Openers „Redneck Wonderland“ wird klar: Garretts Stimme ist noch die Alte und sein markanter, reibeisiger Gesangsstil hat nichts an Qualität eingebüßt. Der Sound ist laut, kräftig und detailgetreu, was im E-Werk glücklicherweise die Regel ist. Das Licht bleibt dezent und wechselt meist in warmem Grün, Rot und Violet hin und her. Dass es sich bei den Songs, um Musik aus meist den 80ern handelt, ist nicht zu spüren Den Rockstil, den die Australier pflegen wirkt zeitlos und die Songs könnten auch heute noch veröffentlicht werden. Das Erfolgsgeheimnis der Songs ist, dass diese sehr ins Ohr gehen und sich viele darin wiederfinden. Früher verglich die Musikpresse Midnight Oil mit U2, denen es ja ebenfalls gut gelingt, dass sie jeder hören kann.

Die Fans in Köln gehen zwar gut mit, zum Klatschen oder Singen müssen sie jedoch streckenweise motiviert und animiert werden. Den größten Anklang finden die Songs der beiden kommerziell erfolgreichsten Alben „Diesel And Dust“ aus dem Jahr 1987 sowie „Blue Sky Mining“ von 1990, die auch mit acht beziehungsweise fünf Stücken am meisten in der Setlist berücksichtigt werden. Bei „Beds are Burning“ ist der Jubel am Größten, den besten Gesang von Seiten des Publikums gibt es jedoch bei „The Dead Heart“, wo die Anwesenden das „Düdüp, Düdüp, düdü“ übernehmen. Doch auch die Band, allen voran Sänger und Frontmann Peter Garrett, gibt sich sehr nah, versucht deutsch zu sprechen und bedankt sich über so viel Zuspruch und Unterstützung vor allem nach so vielen Jahren.

Und so sind beide Seiten sehr froh über die Rückkehr einer australischen Rockband, die ihren Kölner Fans einen Abend voller Nostalgie geboten hat. Und fast noch erfreulicher ist, dass die gesamte Band noch sehr fit zu sein scheint. Also bitte mehr davon!

Setlist:

Redneck Wonderland
Brave Faces
Sometimes
Say Your Prayers
Forgotten Years
Put Down That Weapon
Shakers and Movers
Golden Age
Truganini
Sell My Soul
Only the Strong
My Country
When the Generals Talk
Luritja Way
Kosciusko
Arctic World
Warakurna
The Dead Heart
Beds Are Burning
Blue Sky Mine

River Runs Red
Now or Never Land
King of the Mountain

Dreamworld

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