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Köln ist schon gut versorgt mit lokalen Künstlern und Bands. Ein Großteil bedient allerdings den Karneval mit Stimmungsliedern oder rockt unermüdlich jahrein und jahraus als BAP bundesweit die Hallen, wo als einziges Gründungsmitglied nur noch Wolfgang Niedecken an Bord ist. Doch es gibt auch noch dieses Duo, was nun seit rund 30 Jahren zusammen musiziert. Gerd Köster und Frank Hocker überlebten gemeinsam Bands wie Schroeder Roadshow,die punkig daherkam oder The Piano Has Been Drinking, die sich Tom Waits als Inspiration nahm und viele Songs von ihm coverte und ins Kölsch übersetzte. Die kölsche Sprache ist geblieben und seit einigen Jahren treten sie als Trio auf. Dritter im Bunde ist Gitarrist Helmut Krumminga, der sich schon in den Bands von Wolf Maahn sowie BAP einen bundesweiten Namen machte und zweifelsohne als einer der besten Gitarristen Deutschlands gilt.

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In dem nahezu ausverkauften Brunosaal findet sich ein Publikum in der Regel deutlich über 40 ein, die Köster und Hocker schon lang begleiten. Nur Gitarren oder Schellenrassel werden gespielt, aber auf so einem hohen Niveau und mit einem so guten Anschlag, dass keine anderen Instrumente vermisst werden. Ganz grob ist der Stil als Bluesrock einzuordnen. Leider ist an diesem Abend nur eines nicht perfekt und das ist der Sound. Die Akustik im Brunosaal klingt etwas wie in einem Schwimmbad, es hallt viel zu sehr und es klingt dadurch nicht rund. So fallen auch die Gitarrenduelle zwischen Frank Hocker und Helmut Krumminga gefühlt etwas kürzer aus als sonst. Gute Stimmung entfacht das Trio trotzdem und eine besondere Zutat sind vor allem Gerd Kösters zynische Ansagen, die Köln oder immer stärker werdende Strömungen, wie veganes Essen oder Drogen auf die Schippe nimmt ohne dabei jedoch über die Stränge zu schlagen. Einen kritischen Song zur Lage mit Flüchtlingen und Eurokrise haben die drei dann auch im Petto. Mit „Leis Rieselt Et Hätz“ bieten sie ein Lied dar, das auch vor Selbstkritik nicht Halt macht. Es geht um jene, die natürlich nicht gegen Ausländer sind aber deren Einsatz sich auch in Grenzen hält und sehr vom Portemonnaie und Wetter gelenkt wird. Mit Liedern aus der alten „Piano“-Zeit hält sich das aktuelle Tourprogramm, das sich Kumm jangk nennt, sehr zurück. Einer der größten Hits „Rude Jolf“ (roter Golf), welcher eine Coverversion von Tom Waits‘ „Downtown Train“ ist, erntet viel Beifall und leitet das Ende eines sehr schönen Abends ein. Besserer Sound wäre aber schon wünschenswert gewesen. Wer Gerd Köster und Frank Hocker einmal mit kompletter Band und deutlich mehr alten Hits erleben möchte, bekommt am 07.09.2016 im Kölner Gloria-Theater eine der seltenen Gelegenheiten dazu.

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