Kings of Leon – 20.06.2013 – Köln, Lanxess Arena

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Nach Festivalauftritten unter anderem auf dem Nova Rock Festival, gastieren Kings of Leon für eines der beiden Zusatzkonzerte ihrer zunächst auf Berlin beschränkten Deutschlandtournee auch in Köln. Die Lanxess Arena wurde dafür passend ausgewählt und selbst das endlich eingebrochene Sommerwetter schaffte es nicht die Fans von diesem Konzert fern zu halten.

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Die Eröffnung des Abends oblag The Weeks. Die Band aus Jackson, Mississippi wurde durchaus positiv vom noch eher spärlich gefüllten Innenraum begrüßt. Musikalisch stach zunächst leider stark unausgewogener Sound ins Auge, was sich jedoch glücklicherweise im Verlauf des Auftritts besserte. Sänger Cyle Barnes fiel mit seiner rauen, leicht nasalen Stimme durchaus positiv auf, zog sich während des Auftritts selbst allerdings leider stark von der Bühnenkante in Richtung Schlagzeug zurück. Dort interagierte er zwar viel mit seinen Kollegen Samuel Williams (Gitarre, Gesang), Cain Barnes (Schlagzeug), Damien Bone (Bass) und Admiral Collier (Piano, Gesang), baute aber keine richtige Verbindung zum Publikum auf. Resultat war eher gediegene Stimmung und ein Funke, der einfach nicht überspringen wollte. Dabei waren so viele gute Ansätze gegeben! Rock’n’Roll Einflüsse ließen erste Tanzbeine zucken und auch zum mitklatschen und feiern waren die Zuschauer eigentlich mehr als bereit. Schade! Für diejenigen, die von den durchaus positiven Ansätzen doch überzeugt wurden, sei das neue Album „Dear Bo Jackson“ der Band erwähnt, das im April in ihrer Heimat veröffentlicht wurde.

Schon die Umbaupause bot anschließend atemberaubende Bilder. Die zahlreichen bunten Scheinwerfer im Hintergrund mögen für Festivalbesucher bereits ein vertrautes Bild sein. Die vier Lichttechniker, die sich in die luftigen Höhen der Bühnendecke schwangen und auf beweglichen Stahlträgern ihre Plätze einnahmen, um für Lichteffekte von den Seiten zu sorgen, verursachten allerdings ein gewisses Staunen in den Zuschauerreihen.

Die Energie, mit der die Musiker schließlich nach kurzem Instrumentalintro die Bühne stürmten, war fast schon unglaublich. Die Luft schien augenblicklich wie elektrisiert zu sein und schon der erste Song holt auch die Fans auf den Rängen auf die Füße. So wurde fleißig gefeiert, getanzt und textsicher ein beachtlicher Fanchor geliefert. Hut ab!

Die Geschwindigkeit, die Kings of Leon an den Tag legten, hielt die Künstler nicht von zahlreichen Spielereien ab. Gitarrist Matthew beeindruckte damit, sein Instrument auch mit dem Mund weiter spielen zu können. Vor allem ihr Supportkeyboarder zeigte Variabilität. Mit Leichtigkeit wechselte er vom Keyboard an die Gitarre oder Percussions und erweiterte das Klangbild der Songs damit deutlich. Auch seine Backing Vocals ergänzten Sänger Caleb in perfekten Harmonien und rundeten so das Klangbild ab. Damit verstärkten die Künstler ihren äußerst prägnanten Sound nochmals, was zu beeindruckenden Resultaten führte. Dabei lief Caleb immer wieder zu gesanglichen Höchstleistungen auf und beeindruckte mit viel Emotion in seiner durchaus einzigartigen Stimme.

Es stand eindeutig eine gehörige Portion Rock’n’Roll auf dem Programm, wofür sich Caleb sogar ein wenig entschuldigte. Dem Publikum allerdings war es nur Recht. Schon das ein oder andere Intro schaffte es rege Begeisterungsstürme auszulösen und die Jungs aus Nashville damit gleichzeitig positiv zu beeindrucken. Das Kölner Publikum war einfach genau in der richtigen Stimmung für diese geballte Ladung an schnellen Gitarrenriffs und mitreißenden Rhythmen.

Der Aufwand, um die Show selbst für die hintersten Reihen zu einem Erlebnis zu machen, sei außerdem positiv erwähnt. Diverse Kameraperspektiven wurden nicht nur für die vertrauten Cubes der Arena genutzt, sondern unterstrichen auf mehreren Videoscreens im Bühnenhintergrund zusätzlich das Gesamtbild. Das Licht gestaltete sich dank einer Bandbreite an Möglichkeiten nicht nur abwechslungsreich, sondern auch zu jeder Stimmung passend und auch der Sound war für die Verhältnisse der Arena erstaunlich zufriedenstellend.

In knapp zwei Stunden Show wurde dabei eine breite Setlist präsentiert, die einen idealen Überblick über die bisherige Banddiskografie gab. Von Titeln ihres ersten Albums „Youth & Young Manhood“ (09/2003) („Molly’s Chambers“) über das Erfolgsalbum „Because of the Times“ (04/2007) („On Call“, „Black Thumbnail“) bis hin zur jüngsten Veröffentlichung „Come Around Sundown“ (10/2010) („Pyro“, „Radioactive“) wurde nichts ausgelassen, um einen guten Querschnitt zu bieten und damit ein gutes Programm für ihre Fans aufzustellen. Natürlich durften auch Hits wie „Use Somebody“ oder „Sex on Fire“ nicht fehlen, die frenetisch von den Zuschauern gefeiert wurden.

So ist der Konzertabend in Köln als einfach nur gelungen zu beschreiben. Die Energie und das Zusammenspiel der Geschwister und Vetter Followill sorgte nicht nur für optische Highlights, sondern verschmolz mit der Begeisterung des Publikums zu einer Symbiose, die die Halle zum Kochen brachte. Die Spielfreude der Musiker aus Nashville war deutlich greifbar und entsprechend die Vorfreude auf das neue Album geweckt. „Mechanical Bull“ wird es heißen und am 20. September erscheinen.

Setlist:
1. Closer
2. Crawl
3. My Party
4. Taper Jean Girl
5. The Immortals
6. Fans
7. Back Down South
8. Pyro
9. Holy Roller Novocaine
10. Molly’s Chambers
11. King of the Rodeo
12. Be Somebody
13. Milk
14. The Bucket
15. Four Kicks
16. It Don’t Matter
17. On Call
18. Notion
19. Knocked Up
20. Sex on Fire

Zugaben:
21. Radioactive
22. Use Somebody
23. Black Thumbnail

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