Kiefer Sutherland – 12.06.2017 – Gloria, Köln

Kiefer Sutherland live im Gloria Theater Köln. Foto: Steffie Wunderl

Ein Weltstar ist in Köln zu Gast und wechselt das Genre. Top-Schauspieler und Hollywoodstar Kiefer Sutherland singt jetzt auch und stellt sein erstes Werk „Down in a Hole“ (VÖ: 08/2016) live vor. Doch bevor er seine Gesangs- und Showqualitäten den Kölnern präsentieren kann, gehört dem Duo Kids of Adelaide aus Stuttgart die Bühne. Zwei äußerst sympathische Musiker, die mit bescheidenen Mitteln einen authentischen Gig auf die Beine stellen und mit ihrem Mix aus Singer-/Songwriter und Folk die Leute zu begeistern wissen. Ihre Songs haben viel Rhythmus, sind dadurch sehr tanzbar und gehen direkt in die Beine. Für einen Song stöpseln sie die Gitarren aus den Verstärkern und begeben sich in die Saalmitte und genießen das Bad in der Menge. Solche Aktionen kommen gut an, sind aber eher beim Headliner üblich. Der Support hält sich eher zurück.

Kann Kiefer Sutherland das noch toppen, kann er die Stimmung noch steigern? Er kann. Um 21 Uhr betritt er mit seiner Band die Bühne und wird frenetisch begrüßt. Tatsächlich scheinen die Fans zu überwiegen und der Großteil seine Songs zu kennen. Aus Neugierde sind also die wenigsten da, dafür ist der Eintrittspreis auch etwas zu hoch.

Und Sutherland wirkt überzeugend, spielt selbst Gitarre und hat bei den ersten Stücken einen runden, etwas flacheren Hut auf. Der Sound seiner Songs ist countrylastig und zunächst langsamerer Natur. Seine Stimme ist angenehm ruhig, dunkel und rauchig. Der Slang ist sehr amerikanisch, akustisch sind die Texte in ihrer Aussprache schwer zu verstehen. Sein Gesang und das Treffen der Töne sind in Ordnung, haben aber auch Spielraum nach oben. Wenn Sutherland die Vokale langzieht, dann kommt er schon mal ins Schleudern. Der Stimmung tut dies aber keinen Abbruch. Da seine Songs vom Album noch nicht abendfüllend sind, gibt er auch zwei Stücke vom kommenden Album zum Besten und schmückt zusätzlich die Setlist mit Coverversionen weiter aus. Mit fortschreitender Dauer werden die Stücke und auch der Sound rockiger und aggressiver. Ein Bereich wo Kiefer Sutherland definitiv punkten kann, ist seine Darstellung auf der Bühne. Oft reißt er die Gitarre mit dem Hals nach oben und mimt den Bruce Springsteen. Er lässt auch Laute wie „Wow“ oder „Yeah“ von sich. Bei diesem Stil kommt in ihm der Schauspieler durch.

Nach rund 80 Minuten verlassen Kiefer Sutherland und Band die Bühne und beenden einen gelungenen Abend, zu dem aber auch die Vorband Kids of Adelaide stark beigetragen hat. Beide Künstler sollten im Auge behalten werden.

Setlist:

Can’t Stay Away
I’ll Do Anything
Truth In Your Eyes
Going Home
Shirley Jean
The Bottle Let Me Down
Saskatchewan
Ways To Be Wicked
Honey Bee
All She Wrote
Down In A Hole

Calling Out Your Name
Sundown
Knockin‘ on Heaven’s Door
Rebel Wind

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