Hozier – 21.02.2016 – Palladium, Köln

Hozier im Paladium Köln

Kaum einer schafft es den Blues wieder so salonfähig zu machen wie Hozier. Der junge irische Songwriter vereint den Vibe des Südstaaten Blues geschickt mit Gospel, Soul und Folkrock. Sein Debüt „Hozier“ (10/2014) brachte ihm weltweiten Erfolg und „Take Me To Church“ weltweite Anerkennung inklusive der Nominierung zahlreicher renommierter Musikpreise, darunter den Billboard Music Awards, den MTV Video Music Awards und den Grammys. Entsprechend groß ist die Vorfreude ihn live erleben zu dürfen. Die Fans in Köln dürfen sich über einen der beiden Deutschlandtermine freuen und entsprechend gut gefüllt ist das Palladium. Den Status ‚ausverkauft‘ knackt das Publikum zwar nicht ganz, doch das fällt an diesem Abend kaum auf.

Rhodes Foto: Steffie WunderlDoch zunächst tritt Rhodes allein mit seiner Gitarre auf die Bühne um den Abend zu eröffnen. Der britische Songwriter hat jüngst sein Debütalbum „Wishes“ (09/2015) veröffentlicht und freut sich bereits zum zweiten Mal in diesem Monat in der Domstadt zu sein. Wo andere Kollegen mit ihrer Gitarre auf der großen Bühne völlig verloren wirken, überzeugt Rhodes mit Bühnenpräsenz, seinen Songs und vor allem seiner markanten Stimme. Das lässt auch den konstanten Geräuschpegel in der Halle vergessen, der einfach nicht abebben möchte. Zumindest der Applaus, mit dem seine Songs belohnt werden, ist beachtlich genug und zeigt, dass ihm das Publikum wohl doch zuhört. Rhodes verdient diese Aufmerksamkeit, denn das herausragende Talent des jungen Musikers ist nicht von der Hand zu weisen.

So perfekt wie der Abend begonnen hat, geht es nach kurzer Umbaupause dann auch weiter. Hozier und seine Gastmusiker füllen die Bühne aus und zeigen sich von der ersten Sekunde an nicht nur in bester Laune, sondern vor allem auch in musikalischer Höchstleistung. Hozier ist dabei stets der Mittelpunkt des Geschehens und wird vor allem von den ersten Reihen gefeiert wie ein Teeniestar. Seine Musiker füllen die Songs mit zusätzlichem Leben, dürfen gelegentlich auch ein wenig mehr ins Rampenlicht treten und zeigen, dass sie ihm in Sachen Talent in nichts nachstehen.

Hozier Foto: Steffie WunderlUnd auch abseits des Rampenlichts ist schlichtweg alles perfekt. Der Sound stimmt von der ersten bis in die letzte Reihe und das Licht unterstreicht die gesamte Show ohne in billige Effekthascherei abzudriften. Dass Hozier am Schluss seiner gesamten Technik dankt, rundet dieses Erlebnis eigentlich nur noch ab.

Die Setlist lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Den größten Hit „Take Me To Church“ spart sich Hozier bis zum Ende des Sets auf, nimmt sich die Zeit für kleine Mitsingspielchen und interagiert immer wieder mit dem Publikum. Kleine Anekdoten sind dabei ebenso wichtig wie die Erinnerung daran, dass er mit „Cherry Wine“ gegen häusliche Gewalt kämpft.

„Ich komme bald wieder!“, sind die letzten Worte, mit denen er sich nach anderthalb Stunden vom Publikum in Köln verabschiedet. Nach einem so gelungenen Konzertabend bleibt da eigentlich nur eins zu sagen: Ja, bitte!

Setlist:

1. Like Real People Do
2. Angels of Small Death and the Codeine Scene
3. Jackie and Wilson
4. Someone New
5. It Will Come Back
6. Young Americans (David Bowie Cover)
7. In a Week
8. From Eden
9. Arsonist’s Lullaby
10. Sedated
11. To Be Alone
12. Take Me To Church

Zugaben:

13. Cherry Wine
14. Blackbird (The Beatles Cover)
15. Work Song

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