Heldmaschine – 24.01.2014 – Bochum/ Zeche

HeldmaschineKalt und dunkel ist es an diesem Abend etwas außerhalb der Bochumer Innenstadt. Und genauso dunkel, doch weniger kalt, ist es auch in der Konzerthalle Zeche. Nur wenig Deckenlicht ist erleuchtet und ein schwarzer Vorhang verdeckt die Bühne. Doch welche Band traut sich eine Tour zu beginnen, mit neuen Liedern im Gepäck, wenn das dazugehörige Album erst am 28.03.2014 erscheint? Niemand anderes als Heldmaschine.

Pünktlich um 20 Uhr erklangen die ersten Töne des Intros während dem die Bandmitglieder abwechselnd durch blau-weiß beleuchtete Türen im Bühnenhintergrund traten. Bei „Alles was du brauchst“, legten die beiden Gitarristen Tobias Kaiser und Marco Vetter natürlich sofort los. Auch Drummer Dirk Oechsle hatte dann beim zweiten Song „Foltergeist“ die Chance zu zeigen, dass er sein Drumset auch fast blind beherrscht. Immer nur durch kurze Spots hinter einer Papierwand beleuchtet, lag er die meiste Zeit im Dunkeln. Rene nutze die kurze Pause nach dem Lied um sich für das leider nicht sehr zahlreiche Erscheinen seiner Fans zu bedanken. Doch die mäßig gefüllte Halle gab der Stimmung keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die anwesenden Fans feierten und sangen lautstark mit. Auch Rene verstand sich darauf, die Zuschauer noch weiter anzutreiben und ihnen das Letzte abzuverlangen.

Ob denn noch bei allen Anwesenden die Vitalfunktionen im normalen Bereich lagen, davon überzeuge sich Sänger Rene bei „Doktor“ höchstpersönlich. Im blutigen Arztkittel und mit einem Stethoskop bewaffnet, kam er herunter in den Zuschauerraum und hörte mal das Herz ab, blickte anderen tief in die Augen, immer mit den makaberen Worten „Ich treib dir aus die Blasphemie, ich bin der Doktor“ auf den Lippen.

Ein bisschen Spaß musste man natürlich auch verstehen. Bei „Gammelfleisch“ werden die Frauen aufs Korn genommen, gerade wenn man nicht mehr jung ist. Auf einige Damen zeigt Rene mit einem spöttischem Lächeln und ruft ihnen „Gammelfleisch“ zu. Dass er über sich selbst lachen kann, zeigte aber, dass er nachher auch auf sich zeigte bei diesen Worten. Neben ihren bekannten Songs aus dem Album „Weichen und Zunder“, gaben Heldmaschine ebenfalls einige Lieder von ihrem neuen Album „Propaganda“ zum Besten. Dazu zählte „Weiter“,ein Lied, das in der Fangemeinde schon für Begeisterungsstürme gesorgt hatte. Auch „Chefsache“ und „Propaganda“ wurde an diesem Abend lautstark bejubelt. Romantisch wurde es dann bei „Herz aus Stein“. Wo Rene sonst eher durch seinen Sprechgesang auffällt, wurde bei diesem Lied deutlich, dass er ebenfalls eine sehr schöne, tiefe Singstimme hat. Auch bei seinem Duett mit ihrer Sängerin Anna zu dem Lied „Heldmaschine“ zeigt sich sein Talent.

Vor einer kurzen Pause und dem Auftakt zur Zugabe, ließ es sich Rene nicht nehmen, alle Mitglieder von Heldmaschine persönlich vorzustellen, auch die Techniker an Licht und Ton vergaß er an diesem Abend nicht.

Zur Zugabe gab es dann noch einmal ihren bekanntesten Song „Radioaktiv“ und ein ganz besonderes Stück, das Lied „Propaganda“, welches noch nirgendwo zu finden ist und erst am 7.2.2014 veröffentlicht wird, gab die Band zum Besten. Überraschend Technolastig und tanzbar kam es daher und wurde von den Zuschauern gut aufgenommen.
Nach einer langen Verabschiedung war aber um 22 Uhr auch dieses Konzert wieder vorüber. Insgesamt ein wunderbar gelungener Abend und man darf nun gespannt auf das neue Album warten.

Setlist:
1. Alles was du brauchst
2. Foltergeist
3. Kreuzzug
4. Chefsache
5. Gnadenlos
6. Doktor
7. Völkerball
8. Weiter
9. Gammelfleisch
10. Herz aus Stein
11. Es brennt
12. Du darfst das nicht
13. Weichen und Zunder
14. Heldmaschine
15. Königin
16. Todesspiel
17. Nachts am Kanal
18. Ich komme
19. Treibsand
20. Erfroren und verbrannt

Zugabe:
21. Radioaktiv
22. Menschenfresser
23. Propaganda

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