Franz Ferdinand – 05.03.2018 – Köln, Palladium

Foto: David Edwards

Mit „Always Ascending“ (VÖ: 02/2018) melden sich die Briten von Franz Ferdinand nach rund fünf Jahren mit ihrem ersten alleinigen Studioalbum zurück. Und ja, es ist popiger als die Vorgänger. Aber auch sonst scheint die Mischung aus Indierock, Britpop aber auch Wave und Punk die Leute nicht mehr so anzusprechen. Das neue Album verfügt zurzeit bei Amazon nur über sieben Kundenbewertungen und auch beim Betreten des Palladiums wird deutlich, dass die Location heute wohl nicht voll wird. Ist die Zeit von Franz Ferdinand vorbei? Sicher beeinflusst das parallel stattfindende Konzert von The Killers in der Lanxessarena die Zuschauermenge auch zusätzlich.

Der Support Leoniden könnte sogar auch noch einige bewogen haben, den heutigen Abend hier in der Mehrzweckhalle zu verbringen. Denn die Band aus Kiel macht gerade mächtig von sich Reden und legte ein gleichnamiges Debutalbum im Februar 2017 vor und tourt seitdem durch die Lande. Und das so erfolgreich, dass Landstreicher Booking sie unter Vertrag nahm, wo mit Kraftklub und K.I.Z. weitere deutsche Shootingstars beheimatet sind. Den Sound, welchen Leoniden prägen und fabrizieren ist gerade schwer in, klingt nicht typisch deutsch und kann international mithalten. Hier viel Pop, wie zu Wham!s besten Zeiten, dann aber rockig und groovig wie Red Hot Chili Peppers zu ihren besten Zeiten. Diese Band sollte sich gemerkt werden. Als Nächstes werden sie unter anderem die Donots ebenfalls supporten. Großes Kino.

Doch danach geht es mit den Hauptdarstellern aus Glasgow weiter und das Palladium hat sich noch etwas gefüllt. Die Balkone bleiben allerdings komplett leer, was der Stimmung aber nicht schadet. Langsam und beschaulich geht es los, doch die Männer von Franz Ferdinand wissen sich gut zu steigern. Der Sound wird immer druckvoller, die Songs schneller und rockiger. Frontmann und Sänger Alexander „Alex“ Paul Kapranos Huntle wird hinzu noch von einer wirkungsvollen, effizienten Lichtshow gut in Szene gesetzt. Schön ist auch, dass neben den immerhin acht neuen Songs aus „Always Ascending“ noch reichlich Platz für die Hits da ist. Einzig auf das Stück „Darts of Pleasure“ müssen die Kölner Fans vergebens warten. Das ist vielleicht nicht so clever gewählt, denn da dieses einen deutschsprachigen Refrain erhält, hätten die Briten damit sicher punkten können. Doch sonst machen sie vieles richtig und lassen ihre Musik sprechen, halten sich nicht mit Ansagen und Anekdoten zu lange auf und legen eine gute Geschwindigkeit vor. Dadurch bringen sie es auf 18 Songs insgesamt inklusive vier Zugaben in nur 90 Minuten. In der Kürze liegt hier die Würze.

Setlist:

Always Ascending
No You Girls
Lois Lane
Walk Away
Do You Want To
The Academy Award
Lucid Dreams
The Dark of the Matinée
Michael
Paper Cages
Take Me Out
Glimpse of Love
Ulysses
Feel the Love Go

Lazy Boy
Love Illumination
Huck and Jim
This Fire

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