Dir en Grey – 11.06.2013 – Live Music Hall Köln

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Nachdem es 2012 sehr ruhig um die Band Dir en Grey war, starteten die 5 Jungs rund um Frontmann Kyo dieses Jahr wieder voll durch. Durch einen längeren Krankenhausaufenthalt des Sängers waren gerade die Fans besorgt, wie und wann man etwas Neues zu hören bekommt. Leise und gefühlvoll meldeten sie sich dann im Dezember 2012 mit der Single „Rinkaku“ zurück. Kurz darauf folgte auch ihr Mini-Album „The Unraveling“ mit Neuauflagen schon bekannter Lieder und 3 neuen Songs.

Doch vor Beginn ihrer Tour mussten die Fans noch einmal bangen, ob ihre Lieblinge überhaupt auf Tournee gehen. Ein erneuerter Krankenhausaufenthalt von Kyo wegen einer Mandelentzündung stellte noch einmal die Geduld von allen Fans auf eine harte Probe. Zum Glück war er schnell wieder auf den Beinen und man konnte sich in einer ausverkauften Live Music Hall über ihr einziges Deutschlandkonzert freuen. Denn nur insgesamt 4 Konzerte spielten die Jungs diesmal auf ihrer Europatour, darunter Deutschland, Frankreich, dem Downloadfestival in Großbritannien und auf dem Nova Rock Festival in Österreich.

Eine Stunde vor Beginn des offiziellen Einlass durfte sich eine Auswahl von 100 Leuten freuen, ihren Idolen einmal ganz nahe zu sein. Die VIP-Pässe waren innerhalb einer Stunde ausverkauft, denn alle wollten einmal vor den Bandmitgliedern stehen. Neben einem signierten Mini-Album „The Unraveling“ gab es natürlich ein exklusieves Meet & Greet. Zwar waren die Fans durch ein Absperrung von ihren Idolen getrennt, doch wann sonst bekam man die Chance auf ein Foto mit allen fünf Jungs.

Pünktlich ging es ohne Vorband los. Mit lautem Gekreische wurden die Musiker auf der Bühne empfangen. Sofort waren alle Fünf in ihrer eigenen Welt, nahmen anscheinend nichts und niemanden um sich herum wahr. Doch das Alles brachte keinen Abbruch in der Musik mit sich. Alle Instrumente harmonierten miteinander, untermalenten den Gesang. Selbst ohne Blickkontakt waren alle aufeinander abgestimmt.

Shinya hatte hinter seinem Drumset großen Spaß, das auf einem Podest stand und somit dem kleinen Japaner einen perfekten Blick über Band und Zuschauerraum sicherte. Seine kraftvollen Bewegungen waren noch bis in die letzten Reihen des Zuschauerraums deutlich zu erkennen.Man kann immer wieder erstaunt sein,wie so eine zierliche Person das ganze Konzert so energetisch durch hält.

Gitarrist Die verschwand direkt im Schatten und hinter seiner Kapuze, sodass man von ihm am Anfang leider wenig zu sehen bekam. Umso besser hörte man ihr aber, was nicht zuletzt an seinen harten Riffs lag. Doch bald taute auch er etwas auf, bewegte sich zu den Klängen der Musik und kam immer mal wieder zum Bühnenrand, um auch seinen Fans etwas von sich zu zeigen und ihnen ein wenig einzuheizen.

Der andere Gitarrist und gleichzeitig Bandleader Kaoru verschwand ebenfalls am Anfang im Schatten, doch taute er schneller auf als Die. Sonst als Ruhepol und bewegungsfaul bekannt, ließ er es sich diesmal nicht nehmen, Kontakt mit den Fans zu halten und im späteren Verlauf sogar mit Die die Seiten zu tauschen.

Ganz anders wieder war Bassist Toshiya. Er sprang und tanze nur so über die Bühne, dass es eine Freude für jeden war ihm zuzusehen. Auch eine positive Neuerung waren seine Einlagen, in denen er immer im Rhythmus mit Shinyas Drums auf den Hals seines Bass schlug.

Die größte Überraschung hielt jedoch Sänger Kyo bereit. Wer sich nicht sicher war, ob er seine Pause und die Krankenhausaufenthalte so gut überstanden hatte, wie das Management immer betonte, der wurde eines besseren belehrt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde heizte er den Fans ein und wechselte vom tiefsten Shouten hoch in einen wunderbar, klaren Gesang. Selbst a capella und mit dem Mikrofon auf Hüfthöhe war er noch bis in die letzten Reihen zu hören. In gewohnt verstörenden Weise stand er immer wieder auf seinem Podest und stellte sich und seinen Körper zur Schau. Bereits ab dem dritten Song war sein Hemd offen und verschwand im Laufe der Show sogar ganz.

Musikalisch waren neben dem neuen Song „Rinkaku“ natürlich viele alte Lieder dabei. Neu interpretiert, doch immer noch im alten Stil und mit ungebrochener Power. Ungefähr anderthalb Stunden gaben die Jungs auf der Bühne ihr Bestes, nur unterbrochen von einer kurzen Pause um Luft zu holen. Die Energie, ausgehend aus ihren Songs, war fast greifbar im Raum zu spüren und ließ auch die Fans das ganze Konzert nicht los.

Auch das Publikum ging gut mit. Bei nicht wenigen Liedern wurde wild geheadbangt und gepogt. Leider war auch hier die Verletzungsgefahr am Größten, denn anders als bei den meisten Metal- und Rockkonzerten wurde hier nicht wirklich auf seine Nachbarn geachtet. Zum Glück passierte dieses Mal nichts Schlimmeres als ein paar blaue Flecken und aufgekratzte Ellenbogen.
Positiv zu bemerken war die Textsicherheit der Fans. Nicht nur mit Kyo gemeinsam, sondern auch alleine beherrsche ein Großteil die Lieder ohne einmal zu stocken. Da die Songs in japanischer Sprache sind, nur unterbrochen von ein wenig Englisch ist es nicht selbstverständlich ein Konzert von Dir en Grey durchgängig mitsingen zu können. Gerade wenn man bedenkt, dass die meisten Besucher nur wenig oder gar kein Japanisch sprechen.

Alles in Allem sind Dir en Grey besser zurück als je zuvor. Ihre Pause, ausgelöst durch Kyo’s Krankheit, hat ihnen offensichtlich keinen Abbruch getan. Wieder einmal bewiesen die Jungs, dass sie es nicht nur verstehen eine Halle zum Kochen zu bringen, sondern selbst die letzte Reihe noch zum Mitmachen zu animieren. Damit ist es nicht nur für die typischen Genrefans des J-Rock, sondern auch für Metalfans ein unglaubliches Erlebnis.

Setlist:
1. kyoukotsu no nari
2. THE BLOSSOMING BELZEBUB
3. DIFFERENT SENSE
4. LOTUS
5. OBSCURE
6. rinkaku
7. COCEIVED SORROW
8.DIABOLOS
9. tsumi to batsu
10. kasumi
11. karma
12. Unraveling
13. reiketsu nariseba
14. zan

Zugaben:
15. THE FINAL
16. rasetsu koku
17. hageshisa to kono mune no naka de karamitsuita shakunetsu no yami

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