Castle Rock Festival – Tag 2 – 05.07.2014

Suendenklang – Castle Rock 2014
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Der zweite Tag des Castle Rock versprach neben mehr Bands leider auch schlechteres Wetter. Bereits beim Einlass regnete es beständig und auch während des Openers „Eisenherz“ wurde den Anwesenden keine Pause gegönnt. Entsprechend wenig war los, als um 13.00 Uhr Heinz (Gesang), Yvonne (Gesang), Michael Erbshäuser „Erbsi“ (Bass), Michael Bayer „Nudge“ (Gitarre), Alex Gerlich (Gitarre) und Thomas Röder „Dinski“ (Schlagzeug) den zweiten Tag eröffneten. Trotzdem gelang es den sechs, das Publikum mit ihrer Mischung aus härterem Metal mit melodischen Gothic- und Klassik-Elementen, in ihren Bann zu ziehen und mit Tracks wie „Vampir“, „Manipulator“ und „Die Nacht“ zum tanzen und klatschen zu motivieren. Nach vierzig Minuten verließen Eisenherz unter – gemessen an Publikum und Wetter – ordentlichem Applaus die Bühne.

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Nach zwanzig Minuten Umbaupause folgten dann Cain, die seit 2000 mit ihrer Mischung aus Hardrock und Gothic und einem balladenreichen Repertoire verzaubern. Besonders bezeichnend war auch hier das Zusammenspiel der Sänger Damien Cain und Kirstin New mit sehr gegensätzlichen Stimmen, die aber zusammen mit den Musikern Hammer (Gitarre), Mad (Gitarre), Evil (Schlagzeug), Oli K. (Bass) und Oli M. (Keyboard) eine berührende und mitreißende Harmonie schufen. Mit Songs ihrer aktuellen Platte „Moonstruck“ wie dem bekannten „Age Of Darkness“, „Save a Heart“ und dem gewagten Thirty Seconds To Mars-Cover „The Kill“ lieferten Cain eine souveräne Show und wurden zum Ende der Show unter Applaus entlassen.

Weiter ging es mit Sündenklang, dem Nebenprojekt der Neue Deutsche Härte – Gruppierung Stahlmann. Sie besteht aus Mart (Gesang), Neill (Gitarre), AblaZ (Bass) und Niklas (Schlagzeug) und dient vor allem dazu, neue musikalische Möglichkeiten und Vorstellungen zu entdecken und auszuleben. Ihr Debütalbum „Tränenreich“ erschien diesen Januar und spaltete die Fanbasis. Zum Auftritt war der Raum vor der Bühne jedoch gut gefüllt und die Göttinger wurden lautstark begrüßt. Die Bühnenerfahrung sah man der eingespielten Formation natürlich deutlich an, mit „Krieger“, „Welle“ und „Mach mich glücklich“ sowie den beiden Auskopplungen „Brief an Gott“ und „Die Sehnsucht tanzt“ lieferte Sündenklang zumindest textlich eine Bandbreite an Emotionen, führten das ganze jedoch deutlich härter als auf Platte aus, so dass der Unterschied zu Stahlmann nicht immer klar erkenntlich war. Ebenfalls einen Platz auf der Setlist fand der Song „Mein Flehen“, welcher laut Mart nicht auf ein Stahlmann Konzert passe und deswegen seine Live Premiere mit Sündenklang feierte. Über eine Dreiviertelstunde feierte die Formation mit begeisterten Besuchern die trotz wiederkehrendem Nieselregen beständig applaudierten, tanzten und mitsangen und boten einen gelungenen Auftritt.

Nun war es eigentlich Zeit für Lost Area, Delain hatten jedoch darum gebeten den Slot zu tauschen, da sie am selben Tag noch auf einem anderen Festival auftraten. Somit stand um 16.25 Uhr die niederländische Symphonic-Metal Band um Charlotte Wessels auf der Stage und begrüßten die Anwesenden mit „Go Away“. Neben den älteren Titeln wie zum Beispiel „Virtue And Vice“ und „Get The Devil Out Of Me“ präsentierten Charlotte, Otto Schimmelpennick van der Oije (Bass), Martijn Westerholt (Keyboard), Sander Zoer (Schlagzeug) und Timo Soers (Gitarre) mit „Army Of The Dolls“ und „Stardust“ auch ihren aktuellen Longplayer „The Human Contradiction“ (04/2014). Über fünfundvierzig Minuten präsentierten Delain sich in Topform und rissen die Zuschauer von der ersten Sekunde an mit. Die erwiesen sich als sehr feierfreudig und textsicher und jubelten lautstark, als sich die Band mit einem Luftschlangenregen bei „We Are The Others“ verabschiedete.

Jetzt war die Zeit für die Electro-Rock Band Lost Area, welche auf dem Castle Rock nach elf Jahren Bandgeschichte ihr Abschiedskonzert spielten. Dementsprechend viele Fans hatten sich auf Schloss Broich eingefunden, um VDiva (Gesang) , Jan Bertram (Keyboarder), Fabian (Gitarre) und Chris Fox (Schlagzeug) zu verabschieden. Mit ihrer Mischung aus eingängigen Gitarren und emotionalen Texten begeisterten sie die Gäste, die sich von Anfang an als textsicher und klatschbereit zeigten. Mit „Lost in This World“, „Change“ und „When Darkness Falls“ lockten die Musiker sogar die Sonne hervor. Schließlich ergriff Jan, der Gründer der Band, das Mikrophon und hielt eine kleine Abschiedsrede, bei der er verkündete, dass die Mitglieder auch in Zukunft Kontakt halten und an anderen Projekten arbeiten werden. So hat VDiva bereits das erste Lied mit Hell Boulevard veröffentlicht, während Chris seine Arbeit bei L’Ame Immortale fortsetzen wird. Nach einem andauernden Applaus setzten Lost Area ihre Abschiedsshow fort, bis sie sich mit dem Billy Idol Cover „White Wedding“ verabschiedeten.

Den Co-Headliner Slot besetzten diesen Abend die Gothic-Metaller von Crematory, welche sich in knapp 21 Jahren im Geschäft etabliert haben. Entsprechend begeistert wurden Gerhard „Felix“ Stass (Gesang), Matthias Hechler (Gitarre, Gesang), Harald Heine (Bass), Markus Jüllich (Schlagzeug) und Katrin Jüllich (Schlagzeug) empfangen. Kurz nach Beginn der Show kam es dann zu Unruhen, als der Sänger nach einem Arzt fragte. Die Erklärung folgte sogleich, hinter der Bühne hatte jemand das Bewusstsein verloren, war wohl aber schon wieder stabil. An dieser Stelle Respekt an die Crew und die Sanitäter, die sichtlich schnell und professionell arbeiteten und einen geschützten und raschen Abtransport ermöglichten. Nach aktuellen Meldungen des Veranstalters befindet sich die Person bei Bewusstsein und im stabilen Zustand. Mit „Höllenbrand“ und „Shadowmaker“ feierte das Publikum weiter, obwohl ein plötzlicher und heftiger Regen eintrat, der überraschenderweise jedoch nur wenige unter die Dächer trieb, während viele unberührt im Nassen stehen blieben, wofür auch der Sänger einige Worte des Respekts äußerte, schließlich sei es immer noch besser als Sonnenbrand. Nach „Black Celebration“ und einer klasse Show über eine gute Stunde räumten sie die Bühne für den Headliner des Abends.

Bereits gegen halb neun erklang das Intro der finnischen Viking-Metal-Band Ensiferum und das letzte Mal an diesem Wochenende wurde die Bühne von Petri Lindroos (Gesang, Gitarre), Markus Toivonen (Gitarre, Gesang), Janne Parviainen (Schlagzeug), Sami Hinkka (Bass) und Emmi Silvennoinen (Keyboard) in Beschlag genommen. Mit „In My Sword I Trust“ und „One More Magic Potion“ wurden zwei Klassiker aufgefahren, welche vom begeisterten Publikum textsicher gefeiert wurden. Auch um einen Moshpit musste der Sänger nicht lange bitten, mit großem Elan stürzten sich die Metalheads in die Mitte und aufeinandern. Mit ihrer typischen Mischung aus Folk- und Viking-Metal begeisterten die Finnen die Menge und boten mit „Lai Lai Hei“, „Twilight Tavern“ und „Battle Song“ eine Menge zu feiern. Nach dem Iron Maiden Cover „Wrathchild“, „Burning Leaves“ und „Stone Cold Metal“ hinterließen sie nach neunzig Minuten ausgelassener Stimmung nach dem lang ersehnten „Iron“ und unter lautem Applaus ein glückliches Publikum. Insgesamt schlossen Ensiferum ein gelungenes Wochenende und Jubiläum ab, zu dem man dem Veranstalter nur gratulieren kann.

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